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Das jüdische Echo · 1922-04-14 · 15 (14.4.1922) · p. Seite 198

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
15 (14.4.1922)
Date
1922-04-14
Page
Seite 198 (sequence 10)
Language
German
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198 Das Jüdische Echo Nr. 15 „Ich bin die Frau von Schmul Blitz, dem Schneider.“ Da wartete er mit seiner Entscheidung zu, denn die Leute sind ja arm. Er entnahm dem großen Bücherschrank einen Folianten und vertiefte sich in denselben. Ein stiller Mißmut, man könnte fast sagen, ein Gram legte sich in seine Züge. Von Zeit zu Zeit seufzte er aus tiefem Herzen, während die Ärmste keinen Blick von ihm verwandte und wie ein zum Tode Verurteilter des erlösenden Wortes harrte. Da hob er sein greises Haupt und sprach mit umflorten Augen das einzige Wort: „Trete.“ Sie stand da mit starren Gliedern und rührte sich nicht. „Trete,“ wiederholte der Greis. Sie rührte sich nicht. Da trat er auf sie zu und ergriff ihren Arm, um es zu verhüten, daß sie zu Boden sinke. Sie entsann sich allmählich ihrer Umgebung. Ihr fahles Gesicht war bis zur Entstellung verzerrt. Endlich sagte sie, leise, fast unverständlich wie geistesabwesend: „Rabbi.... was soll ich den . Peßach zu essen geben....?“ Kindern ganz Er trat zum Tische, öffnete die Lade, entnahm derselben die einzelnen fünf Kronen, die einzigen, die sich darin befanden, und drückte sie ihr in die Hand- Das war ein trauriger Seder im Hause Schmul Blitz’, des Schneiders. Man sprach leise und betete leise, wie wenn ein Toter im Hause wäre. Sarah wagte nicht, ihren Mann anzusehen. Eine unendliche Trauer lag in der ganzen Stube. Nur Jossl wußte von nichts, denn er war den ganzen Nachmittag nicht zuhause. Er konnte sich deshalb das Betragen seiner Eltern am Sedertische gar nicht erklären. Und als ihm endlich sein Bruder das Ereignis mitteilte, da kamen ihm all die entschwundenen Herrlichkeiten zum Bewußtsein und er begann bitterlich zu weinen. Münchner Spendenansweis Jakob u. Hugo Fraenkel grat. Herrn u. Frau Justin Lichtenauer herzlich 10.—, Etienne Basch und Irma Basch desgleichen 10.—, Karola Silber desgleichen 10.—, Dr. Josef Schäler und Frau desgleichen 10.—. Aus dem Münchner Spendenbuch: N. N. 50.—. Nachtrag zur Purimspende: Simon Kronheimer 50.—. Gesamtausschuß der Ostjuden in München. Moses Engelhard u. Frau grat. z. Verlob. Mendler- Safier, Kraus-Ausübel, Kraus-Lehr 20.—. Blau-Weiß München. 1. Zug Freitag 3,30 Uhr Zugsversammlung bei Br. Schindel, Auenstr. 7/1. Zur Besprechung gingen vom Philc-Verlag, Berlin, ein: Louis Ascher, Zwischen zwei Zeiten 1922. Ismar Freund, Finanzämter und Synagogensteuern in Preußen 1922. do., Der Zeitenhaß, ein Beitrag zu s. Geschichte und Psychologie 1922. M a c aulay , Sind die Zeiten gleichberechtigt? Übersetzt v- J. Friedländer. 1922. Der Ursprung der Legende von der „heimlichen Monarchie“ 1921. Besprechung Vorbehalten. Die Brith-Miloh findet am Dienstag, den 18. flpril vormittags in der Wohnung Wörthstraße 22/1 statt. JAKOB TEITEL und FRAU zeigen die Geburt eines kräftigen ÄLLSCHWIL IRENE GUGGENHEIM Dr. EUGEN FRAENKEL VERLOBTE Statt jeder besonderen Anzeige. MÜNCHEN, Thierschstr. 25 /Uissiaiiungshons f&r Wohnbedari Münchner Möbelu. Raumkunst Rosenstr. 3 (Rosipaihaus) Frei zugängliche Ausstellung „Das behagliche Heim“ JUSTIN LICHTENAUER und Frau CLÄRE geb. LEVI München, 6. April 1922 Schuhwaren en gros fud)t per halb jüdischen Lehrling aus anftänbiger Familie. $!usfüt)rlid)e Offerten unter €• D. an ben Verlag bes „Sübifdjen 6d]o". Die glückliche Geburt unserer Tochter HÄNNÄ zeigen hocherfreut an M»nnitinii!iiiniii!miim!ntiiimi!ui!ii!iiiiinitimiiitiitiiitttsBmiHimiii!iuiiiiiiimiunmtmiui §IDA BERGE» E Qlücbstraße 9 _ 1 Damenhüte Ausführung j| BUmarbeiten und Umfassonieren bei billigster Berechnung B Summ mniiiiiiimmiiiiiiiiiimuiiiHUHm^ JOSEF PAULUS HERRENSCHNEIDER?IL. 35029 / KAUFINGERSTR. 25/1 183194629695

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