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Das jüdische Echo · 1922-01-27 · 4 (27.1.1922) · p. Seite 51

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
4 (27.1.1922)
Date
1922-01-27
Page
Seite 51 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 Das Jiidlsehe Echo 51 laden wurde. Auch die Stadt Boston arrangierte ein öffentliches Frühstück zu Ehren Sokolows. wo der Bürgermeister Peters den Vorsitz führte. Ein nichtjüdische Mitglied der Keren Hajessodkommission. New York (J. C. B.). Colonel Paterson, der bekannte christliche Förderer des Zionismus in England, traf hier ein und schloß sich der Sokolow-Delegation als ordentliches Mitglied an, um die gegenwärtig im Zuge befindliche zionistische Kampagne in den Vereinigten Staaten zu unterstützen. Prof. Warburg und Wl. Jabotinsky bereisen mit Erfolg die entlegenen Teile Amerikas und dürften demnächst wieder nach New York zurückkehren. Die gesamte zionistische Delegation ist für die nächsten Tage zu einem Diner bei der Jewish Physicians Association geladen, die bekanntlich die Aufbringung der für die Errichtung der medizinischen Fakultäten der hebräischen Universität in Jerusalem erforderlichen Fonds übernommen hat. Die zionistische Delegation wird sich ferner an einem großen, von den New Yorker jung-jüdischen Organisationen arrangierten Sammelgang beteiligen. Amerikas Hilfsbereitschaft. Empfang Sokolows bei Präsidenten Harding. Washington (J.C.B.). Heute empfing der Präsident der Vereinigten Staaten, Harding, den Führer der zionistischen Delegation, Nahum Sokolow, in längerer Privataudienz. Sokolow erstattete ausführlichen Bericht über die gegenwärtige politische Lage des Zionismus, insbesondere über die Frage des Palästina-Mandats, und schilderte die Lage der Ostjuden. Er war in der Lage, dem Präsidenten auch über die großen Sympathien zu berichten, denen die Keren Hajessod-Bewegung in Amerika nicht nur bei den Juden, sondern auch bei den Gouverneuren der einzelnen Staaten, den Bürgermeistern der Städte und bei vielen führenden Persönlichkeiten Amerikas begegnet. Präsident Harding folgte den Ausführungen Sokolows mit großem Interesse, das sich auch durch wiederholte Fragen über verschiedene Punkte des Berichtes kundgab. Harding gab seinen großen Sympathien für den Zionismus Ausdruck und versicherte schließlich, daß die Regierung der Vereinigten Staaten immer bereit sein werde, dem Zionismus bei der Erreichung seiner Ziele behilflich zu sein. 2 Millionen Lei in der Bukowina Ein Beitrag der Czernowitzer Kultusgemeinde. Neulich fand in Czemowitz die erste Keren Hajessod-Konferenz statt, an der auch Vertreter der Kultusgemeinde, der Poale Zion, Zeire Zion, sowie aller jüdischen Berufsgruppen teilnahmen. Das Referat über den Keren Hajessod erstattete Kurt Blumenfeld (Berlin). Eine Erklärung Dr. Strauchers, daß die Kultusgemeinde Czemowitz den Betrag von 100 000 Lei für den Keren Hajessod zeichne, wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. In der Versammlung wurde festgestellt, daß in der Bukowina bisher zwei Millionen Lei gezeichnet worden seien. Die Arbeit für den „Keren Hajessod“ unter den russischen Juden in Deutschland. Am 11. d. M. fand in der Privatwohnung des bekannten Großindustriellen D. Margolin die Gründungsversammlung des „Keren Hajessod für Arbeit zwischen, den russischen Juden in Deutschland“ statt. Die Versammlung wurde von Hrn. WirkL Staatsrat J. Teitel, dem Vorsitzenden des „Verbandes der russischen Juden in Deutschland“, geleitet. In der Versammlung nahmen u. a. der Vorsitzende des Finanz- und Wirtschaftsrates, Herr J. Naiditsch, Senator O. O. Grusenberg u. a. teil. Der Bevollmächtigte des Direktoriums des Keren Hajessod, Dr. Trivus, sprach über die Ziele und Bedeutung des Keren Hajessod. Nach kurzer und lebhafter Debatte hat die Versammlung folgendes provisorisches Komitee gewählt: M. Arinstein, O. O. Grusenberg, L. Landau, Dr. A. Lurie. D. Margolin, J. Paensson, S. Schalit. Dr. Schirman. E. Selikman und J. Teitel. Die Einheitsfront für den Keren Hajessod. (J. C. B.) Gelegentlich seiner Teilnahme an den Beratungen des Vereinigten jüdischen Emigrationskomitees in Berlin hat der Zionistenführer Herr Motzkin eine Konferenz mit den maßgebenden Führern des Hilfsvereins der deutschen Juden, der Alliance Israelite und des Joint Distribution Committee behufs Vereinigung der zionistischen und antizionistischen Elemente für den Aufbau Palästinas abgehalten. Die Arbeit in Südamerika. Recife. (J. C. B.) Von Dr. L. Wilensky, dem Sonderdelegierten des Direktoriums des Keren Hajessod, sind aus Südamerika die ersten schriftlichen Berichte eingetroffen. Seine Ankunft wurde von der jüdischen Bevölkerung als ein außerordentliches Ereignis empfunden und behandelt. Als das Schiff sich dem Hafen der Hauptstadt von Pernambuco Recife näherte, fuhr dem Delegierten zur Begrüßung ein mit einer 30gliedrigen Deputation besetztes Boot unter der weiß-blauen Fahne entgegen, während im Hafen selbst eine große Anzahl von Booten das Schiff unter den Klängen der „Hatikwah“ empfing. Der Rest der jüdischen Gemeinde harrte an der Landungsbrücke und folgte in einem langen Zuge von Autos und Wagen durch die Stadt ins Hotel. Die gesamte Presse verkündete der Bevölkerung, daß die Juden Südamerikas einen Boten ihres Volkes empfangen, der sie zur Mitarbeit am Neuaufbau von Erez Israel aufruft. Aus Rio de Janeiro, der Hauptstadt Brasiliens, war der Präsident der zionistischen Organisation, Schneider, in einer fünftägigen Reise nach Pernambuco zum Empfang gekommen, um Dr. Wilensky nach Bahia und Rio de Janeiro zu geleiten. Das zum Empfang Dr. Wilenskys gegründete Komitee hat sich provisorisch als ein Keren Hajessod-Komitee zur Einleitung der Keren Hajessod-Aktion konstituiert. Wi chtige Palästina «Nachrichten Ein jüdisches Gschäftszentrum in Jerusalem. Übergang von Gründen des griechischen Patriarchats in jüdischen Besitz. — Ein großzügiger Bauplan. Am 17. Dezember 1921 wurde vom griechischen Patriarchen zu Jerusalem ein Dokument von großer Bedeutung unterzeichnet. Durch dieses Dokument wurde der Besitzstand der griechisch-orthodoxen Kirche in Palästina um ein Erhebliches verringert und der jüdische Besitzstand im gleichen Maße vergrößert. Es handelt sich um die Ratifizierung des zwischen dein griechischen Patriarchen Damianos und dem Direktor der Palestine Land Developement Co. Dr. Thon geschlossenen Vertrages, wonach ein wichtiger Teil des in und um Jerusalem gelegenen Bodens des Patriarchats an die genannte Gesellschaft und den Jüdischen Nationalfonds übergeht. Die griechisch-orthodoxe Kirche war bisher und ist trotz dieses großen Bodenverkaufes wohl noch immer der reichste Grundbesitzer in Palästina. Die 60 000 griechisch-orthodoxen Christen — meistens Araber — die in Palästina leben, und die

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