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Das jüdische Echo · 1922-01-20 · 3 (20.1.1922) · p. Seite 39

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
3 (20.1.1922)
Date
1922-01-20
Page
Seite 39 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 39 Tal heim er im Stillen. Laut aber sagte er, indem er sich resigniert in sein Schicksal fügte: „Gut, ich verhaue dien Vogel, aber nur unter der Bedingung, daß D u mittust. Denn nur dann wagt er es nicht, mich zu verschütten.“ Und dabei blieb er. — Einige Zeit später begab es sich, daß sowohl der Vogel, wie der Bockei und der Talheimer wegen Krankheit entschuldigt fehlten. Als sie nach ein paar Tagen wieder äm der Klasse erschienen, wurde allgemein bemerkt, daß sowohl der Bockel wie der Talheimer über den ganzen Nasenrücken und auf beiden Wangen langgezogene Kratzspuren trugen, die ihnen das Aussehen tätowierter Sioux-Indianer verliehen. Der Vogel sah etwas blässer aus als gewöhnlich, schien aber heiterer Laune zu sein. „Nicht reizen! Vogel ist bösartig!“ kicherte Einer, der den Zusammenhang der Dinge ahnte. Der Bockel sah den Spötter verächtlich von der Seite an und sagte bloß: „Saujud!“ Der Talheimer schwieg und wich dem Blick des Vogel verlegen aus. Die ganze Klasse hatte den Eindruck, als ob er sich schäme. Aus der jüdischen Welt Palästina Die neuen Ländereien des Nationalfonds. Haag. (Telegr. der „Wiener Morgenzeitung“.) Die Besiedlung der Emek-Böden des Keren Kajemeth macht gute Fortschritte. Die topographische Aufnahme der beiden neuerworbenen Komplexe Nuris und Malul wurde nach Plänen Ing. Ruthenbergs von Ing. Treidel durchgeführt. Vom Ortskomplex Nuris sind, nachdem 4000 Dunam über Auftrag der Regierung auf sechs Jahre an Araber verpachtet wurden, für jüdische Siedler 23 000 Dunam verblieben. Die Arbeit konzentriert sich zunächst auf die Landstrecken, welche an der dem Gilboagebirge entspringenden und aus dem Buche der Richter bekannten Quelle En Charod gelegen sind. Der von hier zum Jordan abfließende Bach reicht zur Bewässerung von tausenden Dunam hin. Im Rahmen des großzügigen Be- und Entwässerungsplanes wurde ein alter Kanal wiederhergestellt, an dessen Ufern nun Gemüsebau und Viehzucht betrieben werden sollen. Auch eine Sau Baumschule für Frucht- und Zierbäume ist in Vorbereitung. Andere Stellen wurden entsteint und vorläufig 4000 Dunam mit drei amerikanischen Traktoren aufgeackert. Überhaupt sind schon vielfach moderne, aus Amerika herbeigeschaffte landwirtschaftliche Geräte in Verwendung. Die 120 jüdischen Arbeiter, die zuerst in Zelten wohnen mußten, haben seither arabische Bauten als Unterkunft hergerichtet und neuerdings einen Steinbruch erschlossen, um sich — auch ein Kalkofen ist geplant — eigene Häuser zu erbauen. An genossenschaftlichen Einrichtungen wurden von der Arbeiterlegion bisher eine Küche, Verpflegungsmagazin, Krankenbaracke, Schusterei und Schneiderei installiert. Von dieser neuen Siedlung aus wird eine 4 Meter breite und 1300 Meter lange geschotterte Straße zur Bahnstrecke Haifa—Semach angelegt und dürfte am Treffpunkt bald eine neue Station erstehen. Ebenso wurde auf dem 17 7000 Dunam umfassenden Westkomplex Malul von 20 Arbeitern mit dem Bau einer Straße begonnen, um die neue Siedlung, welche bekanntlich zur individuellen Bewirtschaftung den Moschawe Owdim (Arbeiterschaftssiedlung) zugedacht ist, mit der Hauptstraße Haifa—Nazareth zu verbinden. Nach Trainierung des Bodens werden plangemäß der Getreidebau und die Pflanzung von Fruchtbäumen in Angriff genommen und die im Hügelland vorfindlichen Restbestände von Eichen, Johannisbrot- und Pistazienbäumen zu Waldparzellen ausgestaltet werden. In der älteren Siedlung Merchawia ist die Mandelernte befriedigend ausgefallen, die Olivenpflanzungen und der vor zwei Jahren angelegte Eukalyptuswald, der demnächst vergrößert wird, entwickeln sich gut und auch der Viehstand der Arbeitergenossenschaft mehrt sich. Den bewährten Arbeitern wurde Boden in Erbpacht gegeben. Der Bau von zehn neuen Häusern ist beschlossen. Demission des Jerusalemer Polizeikommandanten. London. (J. C. B.) Einer Meldung aus Jerusalem zufolge ist der Vizekommandant des Jerusalemer Polizeidistrikts von seinem Posten zurückr getreten. Wie verlautet, hat er sich infolge der für die mangelhaften Polizeimaßnahmen am 2. November erhaltenen Rüge zu diesem Schritt entschließen müssen. T?auThallmcuer München TheaünerÜr. 18. pslno. <5laser!jhn&üanß.

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