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Das jüdische Echo · 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
52 (30.12.1921)
Article
Original - Ungeschnitten
Date
1921-12-30
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
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562 Das Jüdische Echo Nr. 44 zeigt sich eine Bewegung unter den eingewanderten Juden Südafrikas, welche eine Abwanderung aus den Städten auf das Land und eine starke Neigung für landwirtschaftliche Betätigung hervorgerufen hat. Im Verlaufe weniger Jahre schon haben diiese jungen jüdischen Landwirte eine ganze Umwälzung itm landwirtschaftlichen Betrieb herbergeführt. Ihre moderne Art, den Boden zu kultivieren, hat auch auf die Buren eingewirkt; denn die Juden haben ihnen bewiesen, daß unter ihrer Verwaltung selbst diejenigen Bodenflächen, welche die Buren bei größer Kraftanstrengung nicht produktiv zu gestalten vermochten, fruchtbar gemacht werden konnten. Einer der bedeutendsten und erfolgreichsten jüdischen Landwirtpioniere in Südafrika ist der aus Rußland eingewanderte Jude Kafinowitsch. Vor einigen Monaten besuchte der südafrikanische Ackerbauminister auf einer Inspektionsreise auch die Wirtschaft dieses Mannes. Und als er deren außerordentliche Erfolge sah, berief er sämtliche Burenfarmer des Distriktes auf das Gut und hielt an sie eine Ansprache, in welcher er die Arbeit des jüdischen Kolonisten als Beispiel empfahl. Bemerkenswert ist hierbei, daß die Besitzung des ' erfolgreichen Landwirts fast ausschließlich aus solchem Boden bestand, den die früheren Eigentümer als unbrauchbar für die Urbarmachung brachliegen ließen. Ein anderer Jude gilt als Kartoffelkönig, weil er dieses wertvolle Volksnahrungsmittel besonders produktiv und intensiv kultiviert und seinen Nachbarn in dieser Beziehung wertvolle Anregungen gab. Es bilden sich in Südafrika schon jüdische Farmerverbände, die sich zu einer Gemeinde vereinigen und alle Einrichtungen für ein jüdisches Gemeindeleben einführen. Gewiß hat es auch hier manchen mutlosen und wenig ausdauernden Juden gegeben, der nach mißlungenen Versuchen nacli Johannesburg zurückgewandert ist; aber die überwiegende Mehrheit hat der Stadt endgültig den Rücken gekehrt. Auch die Frauen der jüdischen Farmer haben sich, obwohl sie vorher mit dem städtischen Leben eng verbunden waren, in die Landwirtschaft eingelebt und unterstützen jetzt ihre Männer mit allen Kräften. (Ziko.) Aus der jüdischen Welt Palästina Eine neue Brücke über den Jordan. Beim Austritt des Jordans aus dem Kinerethsee soll in nächster Zeit eine neue Brücke gebaut werden. Die Vorarbeiten sind 80 jüdischen Arbeitern des Kinereth-Lagers übertragen worden. (Ziko.) Auswanderung nach Palästina über Konstantinopel. Im Monat September haben sich allein über Konstantinopel 400 Auswanderer nach Palästina begeben. Unter diesen befand sich eine große in Kischiinew begründete Kooperative, die mehrere genossenschaftlich organisierte Gruppen aus verschiedenen Städten Rumäniens umfaßte. In den letzten Tagen passierte die erste Gruppe der aus 250 Familien bestehenden „Berschad“- Gesellschaft Konstantinopel, um von dort ebenfalls nach Palästina weiterzureisen. Unter den Mitgliedern dieser Familien sind! die verschiedensten Berufe vertreten. Das eingezahlte Kapital dieser ersten Gruppe beträgt 30 000 £. Jede Familie zahlte einen Mitgliedsbeitrag von 50 £ ein; das übrige Kapital wurde zur Verfügung der Gesellschaft bei einer Bank deponiert. Landwirtschaftliche Geräte im Werte von zirka 1 Million Mark liegen in Hamburg zur Verschickung bereit, während gleichzeitig ein Rindertransport aus Rumänien nach Palästina abgeht. Der Jüdische Nationalfonds überläßt den Familien in der Ebene Jesreel den erforderlichen Boden. (Ziko.) Eine kanadische Häuserbank für Palästina, Nach einer Meldung des „Canadian Eaglay“ hat die kanadische Judenschaft die Eröffnung einer Bank in Palästina mit einem Grundkapital von 1 Million £ zum Zwecke der Unterstützung der Bauindustrie beschlossen. (Ziko.) literarisches Echo Einführung in den Zionismus. Von Dr. Abraham Schlesinger. VIII u. 168 Seiten. J. Kauffmann, Verlag, Frankfurt a. M. 1921. Mk. 25.—.*) Der Karlsbader Kongreß, der erste nach der durch den Weltkrieg erzwungenen Pause, zeigte dem Fermer stehenden schon rein äußerlich das Spiegelbild der inneren Entwicklung der zionistischen Bewegung. Die Fraktionen haben dieser Versammlung ihren Stempel aufgedrückt. An Stelle der Landsmannschaften, die nuf mehr eine formale Rolle spielten, sind die inneren Gruppierungen getreten. So hat die Entwicklung, die schon vor dem Kriege einsetzte, gesiegt; die Organisation, die stets das Bild des jüdischen Volkes „unterwegs“ darzustellen bestrebt war, besitzt die Stärke dieser großen Einheit, auch seine Parteiung en auf zuweisen. Diese Entwicklung der Allgemeinheit zu zeichnen, ist Ziel einer handlichen Schrift, die zu rech- *) Zu haben in München in der „Ewer“-Buchhandlung, Wagmüllerstr. 19. POMELLAN-NIEDEBLICIE d MÜNCHEN THEATINERSTRASSE *} gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUSWAHL. IN GEBRA1ICHSPORZELUI TÄGLICHE LAGERERGÄIZVIG Nr. 44 Das Jüdische Echo 563 ter Zeit bei dem bekannten Verlage J. Kauffmami in Frankfurt a. M. erschienen ist. Ihr Verfasser, der in Buchau am Federsee amtierende Rabbiner D r. Abraham Schlesinger, hat schon in den letzten Jahren mehrfach unter dem Pseudonym Schear Jaschub in die öffentlichen Diskussionen der inner jüdischen Probleme eingegriffen. Seine „Einführung in den Zionismus“ zeugt wieder von einer abgeklärten Beherrschung des Stoffes, die das Buch gerade dem Außenstehenden als wertvoll erscheinen läßt. Nach einer kurzen Darstellung der Geschichte des Zionsgedankens, der nach der großen Zerstreuung niie erlosch, geht Schlesinger auf die einzelnen Formen ein, die bei der Gleichheit des Ziels sich im heutigen Zionismus herausgebiildet haben. Der Herzische Zionismus, der nur den Weg diplomatischer Verhandlung zur Erlangung des Judenlandes kannte, wurde abgelöst von der Richtung, die auf Grund praktischer Aufbauarbeit dem Judentum Boden in der alten Heimat gewinnen wollte. Diese als „allgemeiner Volkszionismus“ vom Verfasser bezeichnete grundlegende Auffassung, die als „Kulturzionismus“ ihr wesentliches Programm in der inneren Vorbereitung des Volkes auf seine säkulare Aufgabe sah, wird in ihren einzelnen, oft nur geringfügigen Unterschieden dargestellt. Was die Debatten der letzten Jahre erfüllte und die Klärung der Geister hervorrief, was unserer Jugend den Weg wies, wird in meisterhafter Weise in klare Form gegossen. Nach der Behandlung des Misrachi, der Poale- Zion und des Hapoel-hazair wird die gegenwärtige Hauptform und im Ergebnis die Einheit des modernen Zionismus zusammenfassend vor Augen geführt. Ein Anhang mit den Einzelprogrammen und wichtigen Dokumenten gibt eine willkommene Handhabe, die von Schlesinger geschilderte Entwicklung im Zionismus auf ihre Beweiskraft zu prüfen. Die klare, flüssige Form der Behandlung wird der Schrift viele Freunde werben. Die bekannte Verlagshandlung hat für eine ansprechende Ausstattung des Buches gesorgt und man kann ihr nur Dank wissen, daß sie auch zur Verbreitung der zionistischen Gedanken beigetragen hat. Theo Harburger Gemeinden* u. Vereins-Echo Winterprogramm der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. In dem Vortragszyklus der Ortsgruppe Nürnberg-Fürth sprechen am 22. Dezember 1921 Herr Dr. Ludwig Mayer über „Die Bevölkerung Palästinas und die Araberfrage“ und am 12. Januar 1922 Herr Dr. Geßner über „Die Geschichte der jüdischen Kolonisation“. Bibliothek und Lesesaal der jüdischen Gemeinde München. Der Lesesaal ist geöffnet Sonntag von 10—12 Uhr, Montag bis Donnerstag von 9—12 und 2—7 Uhr, Freitag von 9—12 und 2—4 Uhr, Samstag von 2—6 Uhr. Von Anfang November wird ferner am Freitag der Lesesaal nach dem Hauptgottesdienst bis abends 10 Uhr geöffnet sein. Ausleiihestunden Montag bis Donnerstag von 5 bis 7 Uhr, Sonntag von 10—12 Uhr. Spendenausweis Münchner Spendenausweis. Nationalfonds: N. F.-Büchse von Satanowa 65.80, Samuel Weiß-Augsburg 150.—, J. F. Matnas Jad 5.—. K. J. V. e r Hain : Dr. B. Weiß-München pflanzt auf den Namen seines verstorb. Vaters 6 B. 150.—. Hedwig Friedmann-Garten,: Theodor Friedmann anl. der Jahrzeit für seine unvergeßliche Mutter 4 B. 100.—. Gesamtausschuß der Ostjuden. Hermann Spatz und Frau, Bad Aibling, danken den Familien J. Hebenstreit, Maier Engelhard, L. Bernstein und Schwarzwald für freundliche Aufnahme während der Feiertage und Aufmerksamkeit anläßlich der Barmizwah ihres Sohnes 20.—. Bothmerslraße 13 REGINÄ DÄVIDSON NORBERT G1TTLER Oktober 1921 / 5682 ’lCPn München Reichenbachstraße 12 MÄRGÄ TEIG SIEGFRIED SCHÖNMÄNN Verlobte Dresden 8oc Im Oktober 1921 irr*- mrv München 208 Musikstudierender sucht Klavier zur Miete ev. zum Üben. Angebote an Grüntiier Wolfs Ohrs, Bayerstraße 15/1 Studentin (med.) sucht für Mitte November möbliertes Zimmer Gef. Angebote unter Nr. 18i3 an die Exped. des „Jüdischen Echo“, Herzog Maxstraße 4. QI Kind erliebes Fräulein zu einem 10 jährigen Kinde für die Nachqj mittagsstunden gesucht. Kenntnisse im Klavierspielen erwünscht. Vorzustellen bei Hess, Rosental 15/1. fiassnogsMflrWoluMiirl Münchner Monelu. Raumkunst Rosenstr.3(Ro«ipaihaus) Frei zugängliche Ausstellung „Pa» behaalfehe Heim“ |IDA BERGER | E Glückstraße 9 e | Damenhüte IX I =Umar beiten und Umfassonieren bei billigster Berechnung^?nillllllllll!lllllllllllll!!IIIIIIIIIIIIillllllilllillllllimilllllillillllll!lllllillll|||||||||||ll||||i!ll|j|||||||lllllH

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