Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 38 (23.9.1921)
- Date
- 1921-09-23
- Page
- Seite 476 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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476 Das Jüdische Echo Nr. 38 treten und haben die Zionistische Organisation neu gebaut. Und deshalb war die große Mühe nicht umsonst und deshalb war es ein guter Kongreß. Ich schließe den Kongreß mit den Worten: Es lebe das jüdische Volk! Der XII. Zionistenkongreß ist geschlossen. Der ganze Kongreß und alle Gäste, die bis zum Schluß alle Räume des Kongreßhauses dicht füllen, erheben sich und singen die Hatikwah. Schluß der Sitzung 2 Uhr 45 Min. früh. Pa]ästfna~Budget der zionistischen Organisation für das Jahr 5682. 1. An den Jüdischen Nationalfonds: Für Bodenkauf und Ameliorationen 300 000 Pfund Sterling. 2. Ertragbringende Anlagen: Kredite für Kleinhausbau in den Städten 200 000, kommerzielle Kredite 100 000, industrielle Kredite 100 000, Kredite an Landwirte 100 000, Bewässerung der Aud’ja (Ruthenbergs-Projekt) 50 000, zusammen 550 000 Pfund Sterling. 3. Regelmäßiges Palästina-Budget (natiotionale Investitionen und laufende Ausgaben): Laut besonderer Aufstellung 656 000 Pfund Sterling. Insgesamt 1 506 000 Pfund Sterling. Das regelmäßige Palästina-Budget für das Jahr 5682 wird, wie folgt, festgesetzt: a) Schulwesen 90 000, Schulbauten 25 000, Technikum 10 000, Bibliothek 3000, zusammen 128 000 Pfand Sterling, b) Sanitätswesen 100 000. c) Arbeits- und Ausrüstungsfonds für bereits im Lande befindliche Einwanderer 50 000. d) Kosten der neuen Einwanderung 90 000. e) Landwirtschaftliche Kolonisation 225 000. f) Versuchsstation 10 000. g) Besondere Ausgaben 25 000. h) Kommerzielle Informationen 3000. i) Administration 25 000, zusammen 656 000 Pfund Sterling. In den vorstehend aufgeführten Posten sind folgende nationale Investitionen enthalten: Sub a) Schulbauten 25 000, sub c) Ausrüstung 20 000, sub d) Einwanderung 30 000, sub e) landwirtschaftliche Kolonisation 73 000, zusammen 148 000 Pfund Sterling. Jüdische Delegation nach Genf. Karlsbad, 3. September. (J. C. B.) Die hier unter Vorsitz Nahum Sokolows abgehaltene Konferenz der jüdischen Nationalräte hat beschlossen, eine aus den Herren Leo Motzkin, A. Alejnikow und N. Sokolow bestehende Delegation zur Tagung des Völkerbundes nach Genf zu entsenden. Ihre Anwesenheit in Genf während der Tagung des Völkerbundes wird aus diesem Grunde als dringend notwendig betrachtet, damit sie auf eine günstige Lösung einiger wichtiger jüdischer Probleme einwirken können, die bei der bevorstehenden Tagung vom Völkerbünde behandelt werden sollen. Offizielle Einladung Sokolows durch den Papst. Karlsbad, 8. September. (J. C. B.) Sokolow erhielt vom Vatikan eine offizielle Einladung, nach Rom zu kommen, um mit dem Papst die Angelegenheit der heiligen Stätten in Palästina, sowie die Frage der Regelung der gegenseitigen Beziehungen zwischen dem Vatikan und der Zionistischen Organisation zu besprechen. Eine neue jüdische Emigrationskonferenz. Paris, 9. September. (J. C. B.) Am 25. d. Mts. soll in Prag eine jüdische Emigrationskonferenz stattfinden, die von der „Hias“ und der jüdischen Welthilfskonferenz einberufen wird. Die Konferenz wird sich hauptsächlich mit den Fragen beschäftigen, die» die politischen Mittel zur Erleichterung der jüdischen Auswanderung, die Einwanderungsmöglichkeiten in den verschiedenen Ländern, die Vorbereitung jüdischer Auswanderer für die ökonomischen Bedingungen in den Einwanderungsländern, insbesondere die Vorbereitung für die Landwirtschaft, die Gründung einer Emigrationsbank und die Flüchtlingshilfe betreffen. Zu dieser Konferenz werden sämtliche jüdischen Organisationen eingeladen werden, die sich auf dem Gebiete der Auswanderung betätigen, sowie jene Hilfsorganisationen, welche sich mit Flüchtlingshilfe befassen. Bis jetzt liegen bereits Anmeldungen zur Teilnahme an dieser Konferenz aus folgenden Ländern vor: Amerika, Argentinien, Südafrika, Frankreich, Italien, Tschechoslowakei, Polen, Beßarabien, Lettland und Litauen. Aus der Jüdischen Welt Palästina Die Hälfte des palästinensischen Bodens unkultiviert. (J. C. B.) Die von der palästinensischen Regierung im August 1920 ernannte Bodenkommission zur Untersuchung der Bodenverhältnisse im Lande und zur Feststellung der Größe des zur Kolonisierung geeigneten Bodens hat soeben ihren offiziellen Bericht der Regierung unterbreitet. Diesem Berichte zufolge sind 50% des zur Kolonisierung geeigneten Bodens noch nicht kultiviert. Erweiterung des jüdischen Bodenbesitzes in Palästina. (J. C. B.) Die palästinensische Regierung überließ der jüdischen Kolonie Rischon-le-Zion 21 000 Dunam sandigen Bodens, der um die Kolonie gelegen ist, unter der Bedingung, daß sie innerhalb eines gewissen Zeitraumes die Kultivierung dieser Flächen in Angriff nimmt. Die arabische Presse richtet aus diesem Grunde heftige Angriffe gegen die Regierung. Werkzeuge aus Amerika nach Palästina. (J. C. B.) Aus New York ist hier ein Dampfer mit einer Ladung von 700 t Werkzeugen emgetroffen, die unter den Auspizien der poale-zionistischen Partei von den jüdischen Arbeitern Amerikas gesammelt wurden. Die Ladung stellt einen Wert von 800 000 Dollar dar. Türkei Die Renaissance der türkischen Judenheit. (J. C. B.) Die Vertreter der türkischen Judenschaft arbeiten angestrengt an der Vorbereitung einer neuen eilnheitlichen und auf solide Basis aufgebauten Organisation der jüdischen Gemeinden in der Türkei. Diese Arbeit steht in Zusammenhang mit den Rechten, in deren Genuß die türkische Judenschaft nach Inkrafttreten des Friedensvertrages mit der Türkei gelangen soll.