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Das jüdische Echo · 1921-09-16 · 37 (16.9.1921) · p. Seite 457

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
37 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
Seite 457 (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 37 16. September 1921 8. Jahrgang Die englische Regierung an den Kongreß. Übermitteln Sie bitte dem Kongreß die herzlichsten Wünsche von Seiner Majestät Regierung, die zuversichtlich glaubt, daß Ihre Bemühungen, Palästina als ein blühendes und glückliches Land wieder aufzubauen, wo Juden und Araber in gleicher Weise an der Sicherung des gemeinsamen Gedeihens Zusammenarbeiten, von Erfolg gekrönt sein werden. Churchill. Herbert Samuel an den Kongreß Ich sende dem Zionistenkongreß meine herzlichen Grüße und freue mich, daß die Verhältnisse seinen Wiederzusammentritt gestatten. Ich bin überzeugt, daß seine Beratungen zu Fortschritt und Frieden in Palästina führen werden, welchem Ziele meine Bemühungen dauernd gewidmet sind. Herbert Samuel. Telegramm an Baron Edmond v. Rothschild Im Anschluß an die Palästinaberichte gedenkt der XII. Zionistenkongreß mit großer Anerkennung Ihrer historischen Verdienste für die Kolonisation Erez Israels und Ihres dauernden großen Interesses für das Wiederaufleben unseres Landes. Im Aufträge des XII. Zionistenkongresses: Der Präsident. Der Kongreß. Eine Million Schekelzahler sind nach den Feststellungen des Organisation,sbüros auf dem Kongreß vertreten. Zum erstenmal in der Geschichte der zionistischen Bewegung eine Zahl, die es unbestreitbar macht, daß das jüdische Volk im Zionismus organisiert ist, in der zionistischen Organisation den Ausdruck seines Willens geschaffen hat. Ja, man kann sagen, in stärkerem Maße als sonst politische Organisationen der Völker, die es selten zu einer so großen Mitgiiederzahl im Verhältnis zur Volkszahl bringen. Wenn man dabei noch in Betracht zieht, wie sehr das osteuropäische, vor allem das russische Judentum durch die Ereignisse nach dem Kriege von Grund auf zerstört ist, muß diese Ziffer als eine ungeheuere und respekteimflössende Leistung der Organisation bezeichnet werden. Angesichts derselben kann man sagen, es ist kein Grund zum Pessimismus, der sich da und dort breitmacht, vorhanden. Resultate des Kongresses, die eine Bewertung und Gesamtübersicht gestatten, liegen bisher nicht vor. Nach Beendigung der sehr bewegten Generaldebatte durch Annahme des Vertrauensvotums für die Leitung mit einer überwältigenden Mehrheit begann die Beratung der Palästinaaufgaben und zu gleicher Zeit wurde das Schwergewicht des Kongresses in diie Kommissionen und Unterkommissionen verlegt, von denen insgesamt 35 eingesetzt wurden. Das zu bewältigende Material ist naturgemäß so umfangreich, daß es schwierig ist, es in den Kommissionen in der verfügbaren kurzen Zeit plenumreif zu machen, zumal sämtliche wichtigen Kommissionsbeschlüsse noch die Permanenzkommission zu passieren haben. Der Kongreß kann infolgedessen mit der ursprünglich vorgesehenen Tagungsfrist, die letzten Sonntag abgelaufen wäre, nicht auskommen und ist um mehrere Tage verlängert worden. Wir werden erst nächste Woche in der Lage sein, die gesamten Resultate des Kongresses zu veröffentlichen. Die Palästina-Kolonisation. Die jüdische Wirtschaftslage in Palästina. Aus dem Referat von Dr. Artur Ruppin. Früher arbeiteten wir in Palästina so viel, als wir wollten und konnten, und hatten nur vor uns selbst die Verantwortung, wenn unsere Leistungen gering waren. Jetzt seihen die Regierungen, welche in San Remo unsere historischen Ansprüche legitimierten, forschenden Auges auf uns. Das Wort Lloyd Georges nach der San Remo-Konferenz: „Ich habe Ihnen jetzt einen Start gegeben, es ist an Ihnen, die Sache gutzumachen“; dies ist nicht nur eine Verheißung, sondern auch eine Warnung. Wenn unsere Opferwilligkeit und Leistungsfähigkeit versagen, dann werden sich die Balfour-Deklairation und der Beschluß von San Remo von einem Segen in einen Fluch verwandeln. Palästina umfaßt heute nach den leider sehr verengten Grenzen, welche es durch das französisch-englische Abkommen erhalten hat, ln seiner Ausdehnung vom Mittelmeer bis zum Jordan, von Rafa bis Metulla, weniger als 20 000 Kilometer. Die Bevölkerung ist auf 600 000—700 000 Eiinwohner zu schätzen, darunter 80 000—90 000 Juden. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in Dörfern von der Landwirtschaft, die sie in recht primitiver Weise betreiben, und die zur Befriedigung ihrer sehr bescheidenen Lebensansprüche hinreicht. Diie übrige Bevölkerung lebt in den Städten von Ritualien, vom Handwerk, Handel, Fremdenverkehr und von milden Gaben, die aus den religiösen Kreisen Europas kommen. Die einzigen größeren Industrien sind einige Mühlen mittleren Umfanges,

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