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Das jüdische Echo · 1921-08-26 · 34 (26.8.1921) · p. Seite 422

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
34 (26.8.1921)
Date
1921-08-26
Page
Seite 422 (sequence 8)
Language
German
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422 Das Jüdische Echo Nr. 34 Nicht nur ein Judenpogrom, auch ein Pogrom gegen die Gutsbesitzer ist ohne Schmiliks Einwilligung undenkbar. Wenn Schmilik sich nicht ins Zeug gelegt hätte, so hätten die Bauern schon längst die Gutsbesitzer überfallen und mit ihnen abgerechnet. Schmilik hält sie aber davon ab und sagt ihnen, daß Rauben und Morden, Brennen und Schlachten unvernünftig sei, und daß sie damit nichts erreichen werden. Schmihk sagt ihnen, daß sie noch abwarten sollen. Sie sollen warten bis zum Frühjahr, wenn die Natur aufersteht, wenn die Erde erwacht, ihre weiße Bettdecke von sich wirft und bittet, daß man sie bestellt, — dann sollen sich die Gutsbesitzer selbst bemühen: sie sollen nur selbst die Felder bestellen, selbst pflügen, sähen, mähen, binden, das Getreide einbringen, dreschen, mahlen, Teig kneten und Butterbrot backen; alles sollen sie selbst tun! Und die Bauern hören auf Schmihk, sitzen still in ihren Dörfern und rühren niemanden an. Plötzlich kam aber die Obrigkeit, trieb die Bauern von allen fünfzig Dörfern zusammen und las ihnen das Manifest vom siebzehnten Oktober vor. Die Bauern hörten das Manifest an, beschlossen aber, Schmilik kommen zu lassen. Man holte Schmilik, rollte ein leeres Faß herbei, stellte Schmilik auf das Faß und bat ihn, er möchte vorlesen, was im Manifest steht. Denn sie wollen niemand außer Schmilik glauben. Groß ist Schmiliks Name! Natürlich gefiel das der Obrigkeit gar nicht. Sofort ging ein Papier aufs Landamt, und aus dem Landamt in die Stadt, und bald darauf-zeigten sich in der Gegend berittene Gendarmen, und der Pristaw forderte von den Bauern die Auslieferung Schmiliks, dieses „jüdischen Gapon“. Als die Bauern hörten, daß man auf Schmilik fahndet, gaben sie Schmilik zu wissen, daß man Schmilik sucht, und sie verkleideten Schmilik als einen Bauern und gingen mit Schmilik zu Schmilik ins Haus, um Schmilik, diesen „jüdischen Gapon“, zu verhaften... ❖ * ❖ Von nun an laufen jeden Montag und Donnerstag i:m Landamt ganze Stöße von Papieren ein, in denen befohlen wird, Schmilik einzufangen, zu verhaften und in die Stadt zu bringen. Die Gendarmen. Polizeiagenten und Kosaken suchen, spionieren und beschnuppern die Luft. Und die Bauern mitsamt Schmilik helfen ihnen, Schmilik zu suchen. In der ganzen Gegend spricht man nur von Schmilik. Alle suchen Schmilik, und Schmilik ist verschwunden! Groß ist der Name Schmiliks, des jüdischen Gapon! Gemeinden-u. Vereins-Echo Bar Kochba München. Handball-Spiel. Die Leichtathletik-Saison geht zu Ende. Noch einige Wettkämpfe und sie hat ihren Abschluß gefunden. Das Handball-Spiel löst sie ab und schon im Oktober sind die ersten Wettspiele. Vollständig unvorbereitet stehen wir da und können nicht antreten, wenn nicht jeden Sonntag das Training mit vollständigem Eifer betrieben wird Die schönen Erfolge, die wir voriges Jahr mit unseren Herren- und unseren Jugendmannschaften erzielten, sollten uns ein Sporn sein, auch heuer mit an erster Stelle zu sein. Darum ist es Pflicht eines Jeden, sich ganz bestimmt am Sonntag, den 28. 8. vormittags um 9.30 Uhr am Sendlinger Sportplatz zu begeben, wo auch das erste Trainingspiel stattfindet. Hier werden die Mannschaften für die Wettspiele aufgestellt. Der Handball-Spielleiter. Durchreisende Chaluzim. Dienstag, den 23. d. Ms. morgens trafen statt 7.39 fahrplanmäßig um 8.45 35 Chaluzim auf der Durchreise von Berlin nach Triest hier ein. Die Vorbereitungen zu ihrer Verpflegung und Beihilfe zum Umsteigen waren von der hiesigen Fürsorgesteüe getroffen worden. Besonderer Dank gebührt dem Frauenkomitee, das unter Leitung von Frau Horn, mit tätigster Mithilfe von Frau Wilschinsky, Frau Feuer, Frau Goldberg, Frau Knoblauch und allen anderen Helfern mit wirklich auszeichnender Hingebung die Verpflegung durchführte. Trotzdem,, da die Abfahrt nach Triest um 9.12 erfolgte, die im Wartesaal vorher gedeckten Tische in Eile abgeräumt und die Lebensmittel zum Waggon gebracht werden mußten, konnte Dank der allseitigen Hilfe die Erfrischung aller Chaluzim durchgeführt werden. Mit den Klängen der Hatikwah, aus tiefster Seele kommend, fuhren die hoffnungsvollen Chaluzim von uns nach Erez Jisroel. Den Herren von der hiesigen Kultusgemeinde, Herrn Dr. Flaschner und Herrn Dr. Ostreich wird auf diesem Wege für die freundliche Mithilfe herzlicher Dank ausgesprochen. Chaluzim-Fürsorgc stelle, Rothmundstr. 6/1 r. Geld- oder sonstige Spenden für durchreisende Chaluzim werden hier entgegengenommen. Spendenausweis Münchner Spendenausweis. Nationalfonds : Bei einem kleinen Konzert in Wörishofen ges. dch. Schindler u. Blumenberg 19.85, Farn. Schindel grat. z. Verlobg. Wagowsky- Kluger 15.—, Hermann Glasberg, Wörishofen, Büchse 35.—. Gold. Buch Blau-Weiß München: Dipl. ing. Fritz Wolff verabschiedet sich von sein. Münchner Freunden 25.—. Gold. Buch Meta Moch: Josef Wertheimer anl. s. 80. Geburtstages 10.—. K. J. V. e r Büchsen: Dr. Jsserlin 4.25, F. W. 67.45. Herzl Baumspende: Justin Liehtenauer für einen Baum im Herzl-Wald 25.—. Nürnberger Spendenausweis. Unser Gesinnungsgenosse, Herr Leo Gutmann, Maßatelier für feinste Damen- und Herrenkleidung, Nürnberg, Moltkestr. 4, Tel. 56 33, hat sich bereit erklärt, Zionisten bei Bestellungen Vergünstigungen in Höhe von jeweils einer Baumspende zur Verfügung zu stellen. — Er wäre empfehlenswert, wenn viele zionistische Geschäftsleute auf diese Weise eine Vermehrung der Nationalfondseinnahmen herbeiführen würden. habe eine Zahnprajcis eröffnet München, Baaderplatz 1/i Eingang Kohlstrasse H. ULLMRNN, DEMTIST früher Nürnberg / Spez. Laboratorium für feine Zahntechnik fachmännische, individuelle persönliche Behandlung

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