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Das jüdische Echo · 1921-08-26 · 34 (26.8.1921) · p. Seite 418

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
34 (26.8.1921)
Date
1921-08-26
Page
Seite 418 (sequence 4)
Language
German
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418 Das Jüdische Echo Nr. 34 handlungen waren auf ein totes Geleise gekommen — da fragte die englische Regierung die zionistische Leitung, ob sie nicht geneigt wäre, auf einem Gebiete in Ostafrika, in Uganda, eine jüdische Heimstätte zu errichten. Herzl legte dies Angebot dem sechsten Kongresse vor. Ein Sturm der Entrüstung war die Antwort: das jüdische Volk wolle sein Land, wolle Erez Jisrael, keine Zwischenstation, kein Nachtasyl. Nur ein kleiner Teil des Kongresses und der Organisation glaubte sich anders dazu stellen zu müssen, da ihnen Palästina immer unerreichbarer erschien und sie eine Gegenwartsarbeit in Erez Jisrael dem politischen Zionismus durchaus zuwider glaubten. Sie meinten, auf die Suche nach anderen Ländern gehen zu müssen, sollte sich auch Uganda als ungeeignet erweisen. Das war der Keim zur Spaltung, die beim siebenten Kongreß zu Ausbruch kam und die zur Begründung der „Ito“, der terriotorialistischen Organisation, führte, die inzwischen wieder zum Zionismus und zu Palästina zurückgekehrt ist. Dem Drängen eines immer größer werdenden Teiles der Zionistischen Organisation nach einer Betätigung in Palästina gab der sechste Kongreß wenigstens insofern nach, als er zum erstenmal eine wirklich arbeitsfähige Palästinakommission einsetzte, die im Gegensatz zu früher an einen Ort konzentriert war und ein kleines Budget erhalten sollte. Neben Franz Oppenheimer und Soskin gehörte ihr vor allem Professor Dr. Otto Warburg an. der so zum ersten Male Gelegenheit zu praktischer Mitarbeit in der zionistischen Organisation fand. Schwere Kämpfe erschütterten die Bewegung in der Zeit zwischen dem sechsten und siebenten Kongreß. Die Ugandafrage rührte alle inneren Gegensätze auf. Da traf die Organisation noch der denkbar schwerste Schlag: Theodor Herzl starb, erst 44 Jahre alt. Den meisten Zionisten kam die Kunde ganz unerwartet; nur seine näheren Freunde waren darauf vorbereitet. Sie wußten, daß das Herz dieses blühend aussehenden Mannes von so staatlicher, königlicher Erscheinung nicht so gesund war, um der Fülle der Arbeit, die der Nimmermüde sich zumutete, und den Aufregungen gerade einer so verantwortungsreichen Tätigkeit standzuhalten. Die Frage seiner Nachfolgerschaft war überaus schwierig. Von Herzls Wiener Mitarbeitern kam keiner in Frage. Es gab lange Auseinandersetzungen und Beratungen, die beim siebenten Kongreß durch die Wahl David Wolfsohns ihre Lösung fanden, der einer der hingebungsvollsten Mitarbeiter und der vertrauteste Freund Herzls gewesen war. Mit ihm bildeten Professor Warburg, Jakobus Kann, Ingenieur M. Ussischkin, Dr. Kohen-Bernstein, Leopold Greenberg und Alexander Marmorek das engere Aktionskomitee. Die gegensätzliche Richtung der verschiedenen Mitglieder dieser Leitung, ihre weite räumliche Trennung — wohnten sie doch in Deutschland, Holland, Rußland, England und Frankreich — Sitz der Zentrale wurde Köln —, machte diese Leitung völlig arbeitsungeeignet. Eine einheitlich gerichtete Leitung herzustellen, war nicht möglich, obwohl in einer dem Kongreß vorangegangenen Freiburger Konferenz alle Anhänger praktischer Arbeit in Palästina sich unter Führung von Ussischkin und dem jetzigen Präsidenten der Organisation, Chajim Weizmann, zu einem Block zusammengeschlossen und auch beim Kongreß die Annahme eines Beschlusses durchgesetzt hatten, daß „parallel mit der dipiomatischpolitischen Tätigkeit als reale Grundlage und zur Stärkung derselben, die systematische Ausgestaltung unserer Positionen in Palästina erfolgen müsse“. Die taktisch der Mehrheit überlegene Minderheit des Kongresses verstand es, diesen Beschluß zu sabotieren durch die Art der Zusammensetzung der neuen Leitung, ein Vorgehen, dessen Fehler sich heute bitter rächen. Beim achten, dem Haager Kongreß, war es nicht viel anders. Die Leitung wurde verkleinert (Wolfsohn, Warburg, Kann), aber darum nicht arbeitsfähiger. Sic war wieder nicht einheitlich und nur einer von ihnen stand wirklich auf dem Boden der Kongreßbeschlüsse. Scharfe Kritik erfuhr diese Leitung in Hamburg beim neunten Kongreß, die nur Professor Warburg als Leiter des Palästinaressorts ausnahm. Konnte er doch zum ersten Male von erfolgverheißender Tätigkeit des neueingerichteten Palästina-Amtes unter Leitung Dr. Arthur Ruppins berichten. Aber welche Widerstände hatte er überwinden müssen und wie wurde er in seiner Arbeit gehindert! Aber wiederum ließ die taktisch geschickte Minorität nicht die Einsetzung einer auf Palästinaarbeit gerichteten Leitung zu. Jede Neuwahl unterblieb und die alte Leitung blieb im Amt. Erst beim zehnten (Basler) Kongreß wurde eine einheitlich gerichtete Leitung im Sinne der überwiegenden Majorität des Kongresses gewählt. Ihren Sitz hatte sie in Berlin; sie bestand aus Warburg, Victor Jacobson, Arthur Hantke, Schemata Levin, Nahum Sokolow. Aber auch ihr Wirken wurde dadurch gelähmt, daß die Leitung der finanziellen Instrumente der Bewegung weiterhin in Händen der nunmehrigen Opposition verblieb. Und auch beim, elften (Wiener) Kongreß gelang es noch nicht, nach dieser Richtung Wandel zu schaffen, obwohl die Einsicht von der dringenden Notwendigkeit der kräftigen und systematisch auszubauenden Arbeit in Palästina sich fast vollständig durchgesetzt hatte und Dr. Ruppin für seine bisherige Tätigkeit in Palästina die lebhafteste Anerkennung erfuhr. Ins engere Aktionskomitee trat neu ein Jechiel Tschlenow. Rege Arbeit setzte bald nach dem Kongreß ein. Sie wurde nach 11 Monaten unterbrochen durch den Weltkrieg. Da Berlin unmöglich die Zentrale der Bewegung bleiiben konnte, wurde in Kopenhagen eine provisorische Zentrale geschaffen, die erst von Tschlenow, Sokolow und Motzkin, später von Victor Jacobson geleitet wurde. Hatte das Kopenhagener Büro in erster Reihe die Aufgabe, die Beziehungen zwischen allen Teilen der Organisation aufrecht; zu erhalten, so entstand für die politischen Aufgaben ein neues Zentrum in London, von dem aus Chajim Weiizmann und Sokolow die großen politischen Erfolge errangen, die uns die jüdische Heimstätte in Erez Jisrael der Verwirklichung um soviel näher rückten, Erfolge, die noch bedeutungsvoller gewesen wären, wenn wir in Palästina eine stärkere Position gehabt hätten. tfode ff. Herrenschneiderci Reiche Stoff-Auswahl Ermäßigte Preise V.Braui&Cie., Maschen Neuhauserstr. 154, gegenüber der alten Akademie Sport

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