Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 31 (5.8.1921)
- Date
- 1921-08-05
- Page
- Seite 386 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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386 Das Jüdische Echo Nr. 31 Ordre ist Ordre.“ So führte er denn auch dieses Geschäft und diese Ordre mit der gleichen Pronifdheit und Kulanz aus; die seine Kundschaft an ihm gewohnt ist. Der Umstand, daß Holzbock die Kreuze nicht sofort bezahlte, beunruhigte Feibeles zunächst nicht weiter. Er kannte die Traditionen der Schlappiner in dieser Hinsicht und hatte seinen Preis entsprechend kalkuliert. Als er aber auf die erste briefliche Mahnung nicht einmal eine Antwort mit der üblichen Vertröstung auf den nächsten Monatswechsel erhielt, wurde er unruhig und wandte sich an die Verbindung selbst. Die aber schrieb kühl zurück, s i e habe Hakenkreuze bei ihm weder bestellt noch von ihm geliefert erhalten und müße daher die Bezahlung seiner Rechnung entschieden ablehnen. Die Angelegenheit gehe ausschließlich den stud. phil. Waldemar Holzbock an, der übrigens vor kurzem verschiedener Unregelmäßigkeiten halber c. i. dimittiert worden und seither verschwunden sei. Salomon Feibeles war natürlich wütend und be-* schloß, die Sache sofort einem tüchtigen Rechtsanwalt zu übergeben. Aber wem sollte er sein Vertrauen schenken? Ein Nichtjude würde ja zweifellos bei den Richtern mehr Eindruck machen. Aber wer garantierte, daß der der Versuchung würde widerstehen können, antisemitische Witze zu reißen, wenn die Gelegenheit aufdringlich dazu einlud? Bei einem Juden war man gegen diese Gefahr natürlich gesichert, aber dafür bestand bei ihm wiederum die andere, daß er vielleicht durch taktlose Ausfälle auf den antisemitischen Gegner den ganzen Prozeß verdarb. Fürwahr ein schwieriges Problem! Nach einer schlaflos verbrachten Nacht fand Salomon Feibeles indessen den vortrefflichen Ausweg, die Sache einem jüdischen Anwalt mit gerichtsnotorisch deutschvölkischer Gesinnung zu übertragen. So ist es gekommen, daß der Justizrat Siegfried Chajes, Mitglied der deutschen Volkspartei, das Mandat erhielt, auf das er ohnedies ein natürliches Prioritätsrecht besaß. Er rechtfertigte das von Salomon Feibeles in ihn gesetzte Vertrauen voll und ganz. Er führte die Sache mit solcher Diskretion, daß seine persönlichen Beziehungen zu ihr von niemandem bemerkt worden wären, wenn der Gegenanwalt, obwohl ein Parteifreund Siegfrieds, nicht immer wieder mit deutlicher Spitze darauf hingewiesen hätte. Die vornehme Zurückhaltung, mit welcher der Angegriffene auf diese Anzapfungen reagierte, verfehlte nicht, am Richtertisch den vorzüglichsten Eindruck zu machen. Justizrat Chajes erzielte denn auch den Erfolg, daß das Landgericht seinen lichtvollen Ausführungen folgend das Geschäft den ganzen Umständen nach als im Namen der Schlappinia geschlossen ansah, sodaß Feibeles in erster Instanz glatt gewann. In zweiter verlor er dann allerdings ebenso glatt, weil das Berufungsgericht einen Verstoß gegen die guten Sitten darin erblickte, wenn ein Jude die Anfertigung von Hakenkreuzen übernimmt und demgemäß den ganzen Handel für nichtig erachtete. Gegenwärtig beschäftigt die Sache Feibeles gegen Schlappinia das Reichsgericht. Überflüssig zu sagen, daß man ihrem endgültigen Ausgang allenthalben mit fieberhafter Spannung entgegensieht, besonders aber im bayerischen Staatsministerium der Justiz, wo ein dichterisch begabter Referent den Fall für den Staatskonkurs zu bearbeiten beabsichtigt. Spendenausweis Münchner Spendenausweis. Nationalfonds : Herr und Frau Rothschild und Frau Dahlerbruch gratulieren herzlich zur Vermählung Kleinhaus - Bacharach 20.—, Justin Lichtenauer dankt Herrn Dr. Straus für erteilten Rat 15.—, N. Engelberg u. Frau grat herzl. Dr. med. Bacharach u. Frau zur Vermählung (unlieb verspätet) dies, girat. Herrn J. Kleinhaus 10.—, desgl. Familie Z. Spiielmann 10.—, desgl. Familie öotie 5.—, desgl. Familie Laub 10.—, desgl. Familie Glücklich 10.—. Dora und Michl Mahler, München- Garten : Frau Dora Orljansky auf den Namen v. Jacob Dribinsky s. Ang. 2 B. 50.—. Richard F r ä n k e 1, s. Ang., München: Ludwig u. Lia Theilheimer 2 B. 50.—. Mathilde u. Leo N i c 1 a s , s. Ang., Ulm a. D.: Friedl Freund dankt Herrn Bauchwitz sen. 0.—. Gold. Buch Elisabeth Mahler: Aron Kohn grat. Robert Katz zum Staatsexamen 5.—, Aron Kohn und Frau kondol. herzlich Dr. Elias Straus und grat. herzl. Helene Hanna Cohn 20.—. Jüd. Wanderbund Blau-Weiß München : Hans Machoi gratul. Martin und Erna Eisenhart zur Geburt ihres Sohnes 10.—, derselbe grat. Fritz Wolff zum Diplom-Ingenieur 10.—. Jaffaer Pogrom Opfer: Sammlung bei Sommerfest des K.J.V., München, 200.—. Fanny u. Lazar. Spielmann-Garten: L. Spielmann anläßl. seines 60. Geburtstages als Grundstock 20 Bäume 500.—. K. J. V. e r Hain: Etienne Basch dankt für Lebensrettung 2 Bäume 50.—. Münchne Ölbaum-Garten: N. N. dem sei. Andenken seiner 1. Mutter 40 Bäume 1000.—. L a n d f o n d s : J. Tannenzapf 100.—, M. Lieber 125.—. Nürnberger Spendenausweis. Spenden für den Herzlwald: J. Lipper 1 B. 25.—, Siegfr. und Herri Bein 1 B. 25.—, ges. von Dr. Meinh. Nußbaum für den Herzlwald 12 B. 300.—, Dr. Meinh. Nußbaum 2 B. 50.—, Ernst Gutwilliig-Fürth 30.—, Jul. Friedmann 4 B. 100.—, Dr. Ludw. Meyer-Nürnbg. z. 20. Tammus 1 B. 25.—. Ludw. Davidsohn-Garten: Dr. Ludw. Mayer-Nürnbg. z. 4. August a. dl N. Ludw. Davidsohn 1 B. 25.—, Dir. Mayer a. d. N. Esther Mayer 1 B. 25.—. Büchsenleerungen: Fr. Kommerzienrat Fanny Lauer 200.—, Siegfried Neumetzger 40.—, Jacob Gutmann 20.—, Max Weiß 10.—, Ludwig Reis 10.—, Julius Loewenstein 5.—, Louis Joelsohn 2.30, Abr. Fleischmann 2.—. Die glückliche Geburt eines Sohnes zeigen an CH. LAUB und FRAU München, Görresstrtße 31 ULM a. D. Heimstr. 27 STÄTT HÄRTEN. ROSL WÄGOWSKI SIGFRID KLUGER ftugust 1921 MÜNCHEN innere Wienerstr. 24