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Das jüdische Echo · 1921-05-27 · 21 (27.5.1921) · p. Seite 265

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
21 (27.5.1921)
Date
1921-05-27
Page
Seite 265 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 265 Gebetmantel schon mit einer Tresse von feinem Silber schmücken und er kann dann mit gutem Rechte nach allgemeiner Meinung als Sechster zu Thora aufgerufen werden — eine Ehrung! hm! hm! — und den Titel „Morenu“ beanspruchen — ein Glück, ein größeres und höheres findest du bei Juden nicht. — Nur wenn er daran dachte, daß der Gutsherr den Platz besaß, verging ihm wirklich ganz der Mut, und er ließ die Nase hängen. Und wenn die Gemeinde sprach: Gewalt, Reb Schmelke! Wann wird endlich unser heiliges Plätzchen befreit werden von den Händen der Christen? Dann pflegte Reb Schmelke mit frommen Seufzerchen zu antworten: Wartet, Brüderchen, bis der liebe Gott sich erbarmen und ein Wunder tun wird, und überstürzt es nicht! Ja, Reb Schmelke ist eine Gurke von jener Art, die am Ende des Sommers wächst, wenn auf Gottes Welt der Golus des Winters naht. Gelb ist die Gurke, krumm und verbogen, nicht so, wie eine Gurke sein soll, nein: hart, bitter, vertrocknet bis auf den letzten Tropfen Saft. Und solch eine Gurke war Reb Schmelke! Wenn aber Reb Schmelke eine gelbe, verkrümmte Gurke ist, dann ist Chaikel-Chajim ein neuer frischer palästinensischer Ethrog. — Chaikel- Chajim wohnt in der neuen Stadt. So nämlich heißt jener kleine Teil von Kabzansk, der jenseits des Flüßchens über der Brücke liegt. Ein bißchen freier ist dort schon die Luft und die Einwohner sind schon nibht mehr ... so ... so .. . Dort läßt man auch schon ein bißchen Irdischkeit gelten. Die Alt-Kabzansker rümpfen die Nase über sie. Jene scheinen ihnen etwas gröber zu sein, und mit der Jüdischkeit ist dort auch nicht alles in Ordnung . . . Der Glanz von der neuen Stadt — Neu-Kabzansk, wie mans dort nennt — war Ghaiikel-Chajifm. Dort ward er geboren seinem Vater — er ruhe in Frieden —, der ein rechter Bürgersmann war und ein Verwandter von den Leibeies. Dort war er aufgewachsen, dort hat er geheiratet, und dorten wohnte er bis zu dieser Zeit, und heute mag er 40 Jahre alt sein. Ungefähr. Chaikel-Chajim ist schon ein bißchen moderner, hat alle guten Eigenheiten moderner Bildung (wenn man davon sprechen kann) und weiß alles, was man nur wünscht. Wollt ihr Talmud lernen — er kann lernen, und wie? Mit den feinsten Drehungen, scharfsinnig und tief; heut nennt man das psychologisch, und er dringt mit allen Feinheiten tief in die Geheimnisse hinein. (Fortsetzung folgt.) Gemeinden-u.Vereins-Echo Bar Kochba München. Leichtathletik- Abteilung. In einer für die Klasse B ausgeschriebenen 10X300 m Staffel belegten wir trotz mehrfachen Ersatzes den 3. Platz. Zeit 7 Min. 21 Sek. — Bei den nationalen Wettkämpfen des T.-V. Ingolstadt errangen wir bei starker Konkurrenz in der 4X100 m Staffel für A und B-Vereine den 3. Platz in 47,9 Sek., Brustbreite hinter dem zweiten zurück. Ebenfalls nur einen halben Meter zurück endeten wir in der 1600 m Staffel für A und B-Vereine in 4 Min. 5 Sek. auf dem 2. Platz. Staffellauf Grünwald—München: Die Aufstellung der 2 Hauptmannschaften erfolgt Sonntag, den 29. Mai, nach dem Training. Eventuelle Ausscheidungswettkämpfe finden Montag, den 30. Mai, abends 6 Uhr statt. Die letzten Trainingstage sind: Sonntag vorm. 9.30 Uhr, Montag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils abends ab 6 Uhr auf dem Sportplatz Sendling, Plinganserstr. 84. Alle Läufer werden dringend aufgefordert, die letzte kurze Trainiingsfrist zu benützen, denn nur, wenn jeder einzelne beim Staffellauf seine wirklich beste Leistung erzielt, können wir auf einen Erfolg rechnen. Regelmäßiges Erscheinen bei vorstehenden Trainingstagen ist deshalb Pflicht. Die Sportkleidung muß einheitlich sein: weiße Hose, weißes Tricot mit Mögen David und Turnschuhe. Für die wichtigsten Besprechungen: endgültige Einteilung der Läufer in die Mannschaften und Strecken, zur Entgegennahme der Ordnungsbestimmungen, Startkarten und Startnummern findet Donnerstag abends 8.30 Uhr im Sendlinger Weinbauer eine letzte Versammlung satt, zu der jeder Läufer unbedingt kommen muß. Das Fehlen nur eines Läufers stellt den ganzen Lauf in Frage. Es ist deshalb unerläßlich, unter allen Umständen bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Nur plötzliche Erkrankung gilt als Entschuldigung. An unsere Gesinnungsgenossen und Freunde! Der Zionistische Weltkongreß findet im August des Jahres statt. Sichert Euch das Wahlrecht! Zahlt den Schekel! Schekel muß jeder Jude vom 16. Lebensjahr ab bezahlen, der das Baseler Programm der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina gutheißt. Den Schekel müssen auch alle Nichtorganisierten zahlen, er muß ferner für alle Familienangehörigen entrichtet werden. Von der Zahl der deutschen Schekelzahler hängt unsere Vertretung beim Weltkongreß ab. Es werden in den nächsten Tagen freiwillige Helfer in den jüdischen Häusern Schekel einsammeln. Wir bitten Sie, ihnen die Schekolim für sich und ihre Familienmitglieder zu entrichten. Der Schekel beträgt pro Person 10 Mark jährlich. Zionistische Ortsgruppe. Zionistische Ortsgruppe München. Dienstag, den 31. Mai, abends 8 Uhr, findet in den Räumen des K.J.V., Bayerstraße 67/69, eine außerordentliche General-Versammlung statt. Thema: Bericht unserer Delegierten über den Delegiertentag. Blau-Weiß München. 2. Zug: Treffpunkt 8 Uhr Freimann. (Es wird nicht abgekocht.) — Bibliothekstunde Donnerstag 5 Uhr. — Turnen für Ältere Dienstag 7 Uhr Universitätsturnhalle, für Jüngere Mittwoch 6 Uhr Klenzestraße. Allen unseren Freunden und Gönnern erlauben wir uns für ihre Mitarbeit bei der Vorbereitung für die Aufnahme der durchreisenden Chaluzim aufrichtigen Dank auszusprechen. Insbesondere sei hier jenen gedankt, die durch ihre reichen Spenden Aussicht auf befriedigenden Erfolg ermöglichten. Leider konnten diesmal die Spenden nicht ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden, da die Ankunft der Chaluzim noch in letzter Stunde abgesagt wurde. Wir glaubten im Sinne der Spender zu handeln, wenn wir deshalb die verderblichen Waren teils zu Geld machten (zu Gunsten des Chaluzürn-Fonds), teils sozialen Instituten wie Jüd. Kindergarten. Lippschütz’sche Versorgungsanstalt, Volksküche und anderen Bedürftigen zuwiesen, die übrigen Dauerwaren jedoch für die nächste Ankunft der

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