Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 17 (29.4.1921)
- Date
- 1921-04-29
- Page
- Seite 218 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Das Jüdische Echo Nr. 17 „Und was wird mit meinen sechzig Rubeln geschehen? Befehlen Sie dem Soldaten, er möge sic mir zurückgeben,“ Der General begann zu lachen: „Verfluchter Jud, ich schenke dir das Leben und du bittest noch um Geld!“ Das Lachen des Generals gab dem Juden anscheinend Mut. „Herr General“ — fuhr er fort — „ich bin doch in Ihrer Gewalt. Wenn ich lüge, so lassen Sie mich erschießen! Der Soldat soll seinen rechten Stiefel ausziehen, dort liegen meine sechzig Rubel: Zwei Zehnrubelscheine, vier Dreirubelscheine und der Rest Einrubelscheine. Und ich will Ihnen noch ein Zeichen sagen. Das Geld muß nach Benzin riechen, denn ich habe es vom Krämer Abraham bekommen, welcher mit Benzin handelt. Sein Geld riecht immer nach Benzin. Lassen Sie ihn aus der Stadt kommen, er kann bezeugen, daß er mir, bevor ich ins Dorf gegangen bin, zwei 25 Rubelscheine gewechselt hat, damit ich den Bauern die Lebensmittel bezahlen kann, die ich kaufe. Er wird sich gewiß noch erinnern, was für Scheine er mir gegeben hat.“ „Du hast ihm Geld weggenommen?“ — schrie der General den Soldaten an. „Jawohl, Exzellenz!“ antwortete der Soldat. „Her damit!“ sagte der General. Der Soldat griff in seinen Stiefelschaft und zog Geld heraus. „Zählen!“ befahl der General. Der Soldat zählte bis vierzig. „Er soll den Stiefel abziehen, dort müssen noch zwei Zehnrubelscheine sein,“ sagte der Jude. ’ Der Soldat zog den Stiefel aus und aus dem Schaft fielen zwei rote Scheine. Die Rechnung stimmte. „Doktor, riechen Sie zu dem Geld!“ sagte der General. Wirklich, das Geld roch nach Benzin. Der General roch auch dazu, spukte aus und gab es dem Juden. „Geh nach Hause, du bist unschuldig.“ Er klingelte. Der Posten, welcher an der Türe Wache stand, kam herein. „Laßt dem Juden einen Passierschein in die Stadt geben und daß ihn keiner auf dem Wege anrührt! Den da“ — er wies auf den Soldaten — „bring mit geladenem Gewehr zum Wachtmeister. Er soll ihm tüchtig den Kopf waschen, damit er sich ein zweitesmal nicht mit Raub abgibt.“ Wäre nicht zufällig der jüdische Arzt anwesend gewesen, dem es gelang, dem General einen Weg zur Wahrheit zu zeigen, der unschuldige Jude wäre aufgehängt worden und in Nikolaj Nikolajewicz Stab wäre noch ein Rapport aus kompetenter Quelle, von einem Artilleriegeneral, über jüdischen Verrat eingelangt. Gemeinden-u.Vereins-Echo Die Lewandowski-Gedächtnisfeier des „Jüdischen Gesangvereins“ sah eine große Zahl erwartungsvoller Gäste im Odeon, dessen großer Saal nebst Galerie ziemlich ausverkauft war. Das von Herrn R. Osenbrunner meisterhaft gespielte Orgelpräludium von Lewandowski schuf eine weihevolle Stimmung. Der 1. Kantor Herr Kirschner zeichnete ein Lebensbild des Gefeierten, worin er ausgehend von dessen Jugend seine Begabung und Entwicklung schilderte. Sein Ringen um die Existenz, sein künstlerisches Fortschreiten befähigten ihn, den Kampf aufzunehmen gegen üble Gewohnheiten im jüdischen Gottesdienst. In erster Linie gegen das Kantorenunwesen, dann gegen die Art der „Gemeindesteuer“. Er legte den Grundi zu einem weihevollen Gottesdienst, eine künstlerische Durchsetzung der Kantorengesänge und damit einer andachtsvollen Stimmung für die, die sie finden wollen. Ein warmer Apell zur Mitwirkung bei dem „Jüdischen Gesangverein“ schloß die von Herzen kommenden Worte des Referenten! Die Rede wurde umrahmt von Gesängen des Vereins alter Kompositionen von Lewandowski. Die weihevolle Neumondverkündigung, der Socharti- Loch als Männerchor mit Solo von Herrn Kantor Rotter, der 24. u. 150. Psalm, erster er mit Altsolo von Frau Richard, erweckten lebhaftesten Beifall der Zuhörer. Herr Kapellmeister J. Ziegler hat es verstanden, in der kurzen Zeit den Chor auf eine beträchtliche Höhe der Leistung zu bringen, wozu die dankenswerte begeisterte Hingabe aller Mitwirkenden wesentlich beitrug. Der Verein und seine Leitung kann auf den Abend stolz sein, dem der Sohn des Gefeierten, Herr Professor Dr. Lewandowski aus Berlin, und Frau Geheimrat Hermann Cohen als Tochter die Ehre ihrer Anwesenheit erwiesen. Beide sprachen sich höchst anerkennend aus. Der Verein zeigte das erfreuliche Bild, daß Juden aller Richtungen sich auf dem Boden der Kunst einigten; die Gemeinde München zählt aber noch eine große Reihe Kräfte, die mitwirken können und sollen. Der III. Lit. Abend der Ewer-Buchhandlung München findet am Mittwoch, den 4. Mai, abends 7.30 Uhr im Musiksaal Schmid, Residenzstraße 7, statt. Es wird Arnold Zweig über Laudauers Shakespeare Buch sprechen. Referent und Thema verbürgen einen höchst interessanten Abend. Blau-Weiß Nürnberg. Fahrten am 1. Mai 1921. I. Zug: 7.30 Uhr Luitpolddenkmal, Fahrt nach Erlangen, Nudeln, Fett, Zucker. 2. Zug: 7.15 Uhr Plärrer, Ludwigsbahn. Fahrt nach Heilsbronn. 3. Zug : 6.10 Uhr Luitpolddenkmal. Kosten ungefähr 8 Mk., 2 Tage in die fränk. Schweiz. Für Jüngere siehe 1. Zug. Heimnachmittag für Ältere Mittwoch 4 Uhr bei Bernhard, bei gutem Wetter Dutzendteich, für Jüngere Samstag 4 Uhr. Bibliothek: Mittwoch 2—3 Uhr bei Gutmanns. Bireschith Samstag 5 Uhr bei Gutmanns, Schwimmen Montag 4.45 Uhr Volksbad. Turnen Mittwoch 5 Uhr für Jüngere, 8 Uhr für Ältere. Halle des Männerturnvereins. Blau-Weiß München. Samstag 4 Uhr Heimnachmittag des 2. und 4. Zuges (Jüngere). Fahrt des 4. Zuges wird dort bekannt gegeben. Dienstag 6 Uhr Heimabend für Mittlere 2. und 4. Zug. Donnerstag 5—6 Uhr Bibliothekstunde. 2. Zug Sonntag, 1. Mai, Treffpunkt 8 Uhr Harlaching (Griinwalderplatz, Linie 25). Beim Stöbern unseres . Schrankes fanden wir einige Schmuckgegenstände, die wahrscheinlich irgend einem ehemaligen Blau-Weißen gehören. Näheres zu erfahren bei Karola Silber, Tel. 20169. Spendenausweis Münchener Spendenausweis. Nationalfonds. Rosa Pumpian anläßlich des Todestages ihres Vaters sei. Ang. 10.—; Farn. J. Scheinmann grat. z. Vermählung Zellerkraut- Landmann 10.—; S. Neumann u. Frau desgl. 20.—. Gold. Buch Ester Rieser, München. Der Sedergebende für den Avikomon 10.—. Gold. Buch Meta Moch, München: Theo Harburger zur Eröffnung auf den Namen