Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 14 (8.4.1921)
- Date
- 1921-04-08
- Page
- Seite 178 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9103024-9144824--04015-9076840- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
178 Das Jüdische Echo Nr. 14 Gemeinden-u. Vereins-Echo Aufruf. Die außerordentlich große Wohnungsnot unter den jüdischen Studenten und Studentinnen Münchens, die sich bei Beginn dieses Semesters wieder besonders fühlbar macht, zwingt uns, an alle jüdischen Familien die dringende Bitte zu richten, durch Bereitstellung von Zimmern, die vom städtischen Wohnungsamt nicht beschlagnahmt sind, dieser Not möglichst bald abzuhelfen. Das akademische Wohnungsamt, welches für die Studenten Wohnungen vermittelt, ist nicht in der Lage, den Bedürfnissen auch nur annähernd Rechnung zu tragen, da es selbst nur über sehr wenige Wohnungen verfügt und von diesen wenigen werden sehr viel nicht an Juden vermietet. In dieser Notlage wenden wir uns an die Hilfsbereitschaft und an das Gemeinschaftsgefühl aller, die in der Lage sind, uns vor den Folgen dieser antisemitischen Betätigungen zu bewahren, mit der Bitte, für die jüdischen Studenten und Studentinnen Zimmer zu beschaffen. Gefällige Meldungen werden erbeten an: Ltienne Basch, Königinstr. 10/11. Komposjtions- und Liederabend von H. Schallt unter Mitwirkung von Julius Gieß (Nationaltheater). Ein erlesener Kunstgenuß steht uns für Samstag, den 16. April, im „Bayerischen Hof“ (8 Uhr) bevor. Der Pianist und Komponist Heinrich Schalit hat sich dem Jüdischen Jugend- Verein in dankenswerter Weise bereit erklärt, einen Kompositions- und Liederabend zu geben. Den gesanglichen Teil übernahm in liebenswürdigster Weise Herr Julius Gieß vom Münchener Nationaltheater. Der Komponist spielt und begleitet selbst am Flügel. Klavier werke Schalits, die „Hafis“-Lieder Bernhard Sekles, Liebeslieder Schalits, sowie vor allem auch die „Seelenlieder“ (nach den Texten Jehuda Halevis), die erst jüngst in Köln durch Julius Gieß großen Erfolg erzielten und seinerzeit in München (von Paul Bender gesungen) begeisterte Aufnahme fanden: all dies dürfte den Besuch des Abends lohnend gestalten. Wir lassen am besten einige Pressestimmen sprechen: Die Berliner „Musikalischen Signale“ vom 27. X. 20 sagen von den „Seelenliedern“: „Sie sind nach Stimmung und Kolorit ein Meisterstück .... alles fließt durchaus natürlich dahin, jedes der klingenden Bilder ist ein kleines in sich abgeschlossenes Kunstwerk.“ Die „B. Z. am Mittag“ schireibt: „Gibt es echte neue Lyrik? Paul Bender, von dem poetischen Michael Raucheisen begleitet, band einen Strauß davon zusammen: Seelenlieder Heinrich Schalits, hoch modern, frei von leerem Pathos und doch voll innerer Weihe und verhaltener Glut“ Und die „Kölner Zeitung“ berichtet über den Lieder-Abend, den Julius Gieß am 22. III. 21 dort gab: „Mit differenziertestem Stimmenklang und gedanklich tiefer Ausdeutung setzte sich darauf der begnadete Sänger für die dichterisch wie musikalisch reifen Seelenlieder des Spaniers Jehuda Halevi in der Komposition von Heinrich Schalit ein und erzielte damit einen großen Erfolg.“ Der Jüdische Jugend-Verein ladet zu diesem Abend alle jüdischen Kreise Münchens herzlichst ein. Alles Nähere siehe Inserat. Lewandowsky-Gedenkfeler in München. Am 3. April 1821 ist in Wreschen Louis Lewandowsky geboren worden, der auf die musikalische Ausgestaltung des modernen jüdischen Gottesdienstes von großem, nachhaltigen Einfluß werden sollte. Aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages veranstaltet der hiesige neubegründete jüdische Gesangverein am 13. April 8 Uhr abends im großen Odeonsaale eine Gedenkfeier, bei der dieser junge Verein innerhalb eines Vortrages über Leben und Wirken des zu Feiernden Kompositionen dieses Meisters zum Vortrag bringen wird. Eintrittskarten im Gemäldesalon von Bodenheimer, Karlsplatz 8. Blau-Weiß München. 2. Zug: Heimabende für Jüngere Samstag 3 Uhr, für Ältere Dienstag 6 Uhr. Sonntag Treffpunkt 8 Uhr Waldfriedhof. Bibliothekstunde Donnerstag 5.30—6.30 Uhr. Bar-Kochba München. Mädchen-Abteilung. Sonntag, den 10. April, Fahrt ins Isartal. Treffpunkt 8.30 Uhr Isartalbahnhof. Rückkunft zwischen 6—7 Uhr. Jüd. Kulturverein München. Samstag abends 8 Uhr in unserem neuen Lokal. Hans Sachstr. 8, Cafe Müllerbad, Referat des Hm. Satonowa über: „Hapoel Hazair und die Chaluzzbew e g u n g.“ Mitglieder zahlreich erscheinen. Gäste willkommen. Bar Kochba Nürnberg. Für den Staffellauf Fürth-Nürnberg am 10. Juli 1921 haben wir eine Vollmannschaft gemeldet. Es ist Pflicht aller Leichtathletik treibenden Mitglieder, bestimmt und regelmäßig zum Training zu kommen (bis auf weiteres Mittwoch abends 7—8 Uhr Turnhof oder Turnhalle, Landgrabenstr. 140). Da für alle Teilnehmer Startkarten notwendig sind, ist es unbedingt erforderlich, daß sich die Teilnehmer sofort am kommenden Mittwoch Abend beim Hauptsport wart, Herrn Limrner, anmelden. Meldungen, die bis zum 20. April 1921 nicht erfolgt sind, finden keine Berücksichtigung mehr. Die Leichtathletik-Abteilung. Spendenausweis Münchener Spendenausweis. Nationalfondsspenden. Ludwig Heß verlorene Wette an Fritz Bloch 5.—, T. H. 200.--, L. F. freut sich über den schönen Aufenthalt in Reichenhall 5.—. N. N. 7.75, B. Orloff durch Stern 200.—, Walter Michaelis 5.—, Dr. Elias Straus und Frau grat. Fridel und Siegfried Freund zur Vermählung 5.—. dieselben grat. Alice Mansbach und Hans Riesenfeld zur Verlobung 5.—, Familie Iram girat. Farn. Monheit zur Vermählung ihrer Schwester 5.—. S. Harburger-Weilheim anl. der Barmizwahfeier seines Sohnes 50.—. Gold. Buch Hanna Deborah Feuer. Adele Hohenberger grat. ihrer lieb. Mirjam zum Geburtstag und Jacob Teitel u. Frau zum Sohne 5.—, Hanna Debotrah u. Papa grat. i. lb. Mutti zum Geburtstag 10.—, Farn. David Horn grat. Frau Mirjam Feuer z. Geburtstag 10.—, dieselben grat. z. Hochzeit Spielmann 5.—, dieselben grat. z. Hochzeit Barber-Bla&balg 5.—, Isaak Sturm a. d. Namen der Familie Norbert Sturm 25.—, Fam. Löwy grat. herzl. z. Verlobung Bier-Buch 5.—, Familie Tennenbaum desgleichen 5.—. Gold. Buch Leo u. Mathilde Nlclas sei. Ahg., Ulm a. D.: Erna u. Raphael Straus grat. z. Vermählung Freund-NiClas 5.—.