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Das jüdische Echo · 1921-02-18 · 7 (18.2.1921) · p. Seite 90

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
7 (18.2.1921)
Date
1921-02-18
Page
Seite 90 (sequence 8)
Language
German
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90 Das Jüdische Echo Nr. 7 kennen! Vielleicht hat der eine odeT andere von diesen Herren bei einem Blick in Ihr „Spiegelein“ zum ersten Male die Züge des Verfalles erkannt und sein Herz klopfen gefühlt in dieser Erkenntnis. Einern solchen aber wollen wir ohne Spott und Ironie helfen, den Weg zu finden zum lebendigen Judentum, aus der Liquidation zum Aufbau! Mit vorzüglicher Hochachtung .... Anmerkung der Redaktion: Wir wollen mit dem Verfasser des vorstehenden Briefes nicht rechten über die Frage des Verschuldens der bisherigen Gemeindeväter. Möge jeder der in Betracht kommenden Herren in den Spiegel schauen, den wir ihm vorgehalten haben und dann — sich freisprechen, wenn er es vermag. Worauf es uns ankommt, ist: daß alle — Wähler und zu Wählende — den Vorsatz fassen, für die Zukunft ein Ende zu machen mit der Liquidation des Judentums, als welche sich leider die bisherige Gemeindeverwaltungstätigkeit — wenn nicht der Absicht nach, so doch jedenfalls ihrer Wirkung nach — darstellt. Wer die schädliche Wirkung einer Politik des Tuns bezw. des Nichttuns kennt und setzt dennoch diese Politik fort, den allerdings sprechen wir schuldig schwersten Amtsmißbrauchs. Nicht den Liberalismus bekämpfen wir, sondern den „Liberalismus“, dessen Programm irgendwelche positive jüdische Inhalte nicht erkennen läßt, und der zum Lebensgesetz der jüdischen Gemeindebürgerschaft die rein negativen Instinkte der indifferenten Masse machen will: Angst vor dem Urteil der Nichtjuden und Angst vor Erhöhung der Gemeindesteuern. Derartige Maximen müssen zur Auflösung führen. Die Zahl kann und darf es nicht machen. Besteht wirklich die Majorität der Gemeimdebürger aus solch reinen Instinktmenschen, so hat die Verwaltung einer Kulturgemeinschaft die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, sie aus ihren dunklen Trieben heraus- und heraufzureissen zu positiv jüdischem Willen. Nenne man solche Anschauungen, wie wir sie vertreten, national, religiös oder liberal — auf den Namen kommt es uns nicht an, es ist — jüdische Politik, die einzige, die es für anständige Juden geben kann. Die Redaktion. Personalia München. Nach öjähriger Tätigkeit an der Isr. Religionsgesellschaft „Ohel Jakob“ schied Herr Lehrer M. Antmann aus seiner Stellung, um einem Rufe an die Kultusgemeinde Zürich zu folgen. In ihm verliert die Vereinigung einen ausgezeichneten Lehrer, welcher besonders große Kenntnisse im Talmud besitzt und diese Wissenschaft in vorzüglicher Weise seinen Schülern beizubringen verstand. Wie sehr die Gemeinde ihn schätzte, bewies die kleine Abschiedsfeier, wobei dem Scheidenden ein schönes Erinnerungsgeschenk gewidmet wurde. — Gemeindenu. Vereins-Echo Bar-Kochba München. Die am 10. Februar 1921 stattgefundene Generalversammlung wurde wegen Eintritt der Polizeistunde bei Punkt IV (Neuwahlen) unterbrochen. Fortsetzung erfolgte am 17. II und kommt ausführlicher Bericht über die Beschlüsse der Generalversammlung im nächsten Echo. Leichtathletik-Abteilung des Bar- Kochba München. Die Leichtathletik-Abteilung veranstaltet am 6. März 1921 in der Turnhalle des Turn- und Sportvereins Sendling, Plinganserstraße 84 Interne Hallen-Wettkämpfe. Als Wettkämpfe wurden bestimmt: I. D r e i k a m p f für Damen; u. Herren, bestehend aus: Kugelstoßen, Weitsprung, Hochsprung vom Stand. II. Fünfkampf für Damen und Herren, bestehend aus: Kugelstoßen, Hochsprung vom Stand, Weitsprung vom Stand, Weithochsprung, Steinstoßen. Am 13. März 1921 findet ein Interner Waldlauf (etwa 7—8 km) vom Sendlinger Weinbauer, Plinganserstraße, statt. Sämtliche aktive Mitglieder des T. u. Sp.-Vereins sind zur Teilnahme an den beiden Veranstaltungen höfl. eingeladen. Meldungen nimmt Herr Josef Orljansky, Neuhauserstraße 29, schriftlich entgegen. Wir beteiligten uns an den vom südbayerischen Landesverband für L. - A. ausgeschriebenen Handballwettspielen, Von den 3 auszutragenden Wettspielen verloren wir gegen die A-Vereine „Jahn“ und „Sendling“, während wir gegen den B-Verein „Turn'erbund“ am vergangenen Sonntag gewinnen konnten. Unsere Jugendmannschaft hat erst mit den Wettspielen begonnen und werden wir über den Ausgang derselben noch berichten. Leider hat der Besuch unserer Abende in der letzten Zeit so nachgelassen, daß wir uns gezwungen sehen, den gefaßten Beschluß genauestem durchzuführen. Demnach werden aktive Mitglieder, die wiederholt die Veranstaltungen der L.-A. unentschuldigt versäumen, in die Reihen der passiven Mitglieder versetzt und sind von jeder sportlichen Veranstaltung ausgeschlossen. Wir fordern unsere Aktiven hiermit zum letztenmal auf, nachstehende Veranstaltungen der L.-A. pünktlich und regelmäßig zu besuchen: Montag abends 7.45 Uhr Waldlauf, anschließend Heimabend (Sendlinger Weinbauer, Plinganserstraße); Donnerstag abends 6—8 Uhr Hallentraining (Turnhalle d. T. u. Sp.-V. Sendling, Plinganserstraße 84). (Am Donnerstag, den 24. Februar, fällt das Hallentraining wegen anderweitiger Besetzung der Halle aus.) Der Sportwart. Eine Versammlung der Gemeindeliberalen. Wie wir hören, hatte der liberale Wahlausschuß auf Mittwoch, den 16. d. M., eine Wahlversammlung einberufen. Da nach dem Inhalt des Einladungsrundschreibens nur Liberale Zutritt hatten und Orthodoxe und Zionisten vom Besuch ausgeschlossen waren, sind wi;r leider nicht in der Lage, über den Verlauf dieser Versammlung zu berichten. Wir waren allerdings einigermaßen erstaunt, daß die in jüngster Zeit entgegen allem früheren Gebrauch von einer bekannten neuerlich aufgetauchten Münchener Partei beliebte Form der Veranstaltungen öffentlicher Versammlungen gerade seitens der jüdischen Gemeindeliiberalen Nachahmung findet. Blau-Weiß München. 4. Zug: Treffpunkt der Fahrt wird am Heimnachmittag bekanntgegeben. Heimnachmittag Samstag 3.30 Uhr im Stadtheim, Wagmiillerstr. 19. Jüdischer Kulturverein München. Am kommenden Samstag abends punkt 8 Uhr setzt Nathan Stolberg seine bereits begonnene Vortragsreihe über die altjüdische Geschichte fort. Fortführung von da alle 14 Tage. Lokal: Talmud Thora, Klenzestraße 34. Mitglieder zahlreich erscheinen. Gäste willkommen. Bar-Kochba Nürnberg. Neuregelung. Es turnen sämtliche Abteilungen in der Turnhalle des

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