Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 5 (4.2.1921)
- Date
- 1921-02-04
- Page
- Seite 61 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 61 wenn alle Parteien diesem Beispiele folgen, kann der Zusammenschluß erfolgen. Wenn die deutsche Judenheit einen Unterschied zwischen deutschen und nichtdeutschen Juden macht, liefert sie nur dem Antisemitismus die Waffen. Rabbiner Dr. de Haas erklärt, daß die Gesetzestreuen unter keinen Umständen eine Unterscheidung zwischen Ausländern und Inländern zulassen würden. Der Antrag der sächsischen Gemeinden wird abgelehnt. Einem Anträge des Justizrats Dr. Blau-Frankfurt a. Main folgend, erhält der § 10 folgende Fassung: „Wahlberechtigt und wählbar zum Bundestag sind alle volljährigen, in Deutschland wohnhaften Juden, die mindestens ein Jahr vor Auslegung der Wählerliste in einer Bundesgemeinde gewohnt haben.“ Die Zusammensetzung des Rates. Es folgte eine Debatte der Orthodoxen über das Frauenwahlrecht. Eine Reihe von Abänderungsanträgen liegt zum § 20 vor, welcher die Zusam- , mensetzung des „Rates“ regelt. Es wird beschlossen, außer den drei Rabbinern auch zwei von dem Lehrerverband zu wählenden Lehrern Sitz und Stimme im Rat zu geben. Die Gesamtorganisation beschlossen ln feierlicher Stimmung leitet Professor Dr. Kalischer die Abstimmung über di)e Frage, ob der D.-I. G.-B. zur Gesamtorganisation der deutschen Juden umgewandelt werden soll, ein. Unter jubelndem Beifall und andauerndem Händeklatschen fällt die Entscheidung: Der Gemeindebund wird Träger der neuen Gesamtorganisation des deutschen Judentums. — Professor Dr. Kallscher dankt den Teilnehmern im Namen des Judentums für ihre Entscheidung. Der heutige Tag wird mit ehernen Griffeln eingeschrieben werden in die Geschichte des Judentums. Nach den nunmehr erfolgenden Ausschußwahlen (aus Süddeutschland wurden die Herren Justizrat Held-Nürnberg, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumayer-München, Dr. Lappmann-Stuttgart und Jakob Straus-Karlsruhe in den Ausschuß gewählt) weist Dr. Klee in einer kurzen Ansprache auf die geschichtliche Bedeutung des Augenblicks hin. Er hofft, daß dieser Moment reiche Früchte tragen wird, nicht nur für das deutsche Judentum, sondern für die Judenheit der gesamten Welt. In der ganzen Welt gibt es keinen Gemeindebund, der so wie der heute geborene, aus dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht hervorgegangen ist. Diese Tatsache ist das Werk Professor Kalischers, dem hierfür der Dank der Judenheit gebührt. Herzlichen Dank hat sich auch Herr Dr. Freund, der Verfasser des Entwurfs, verdient. Der heutige Tag hat das Lebenswerk Professor Kalischers gekrönt, dem das Judentum der ganzen Welt in dieser Stunde danken muß — in einer Stunde, die seinen Namen der jüdischen Geschichte einverleibt. (Brausender Beifall.) täemeindenu.Vereins*iciio Jüdische Berufsberatungsstelle Nürnberg. In Nürnberg hat sich eine Berufsberatungsstelle für Chaluzim gebildet. Dieselbe will gleichzeitig Lehr- und Praktikantenstellen, sowie sonstige Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für reichsdeutsche Chaluzim vermitteln. Wir bitten daher dringend, alle für derartige Zwecke in Betracht kommenden Stellen in Gewerbe, Industrie, Landwirtschaft und Gartenbau (Bau- und verwandte Gewerbe; Maschinenindustrie und Hilfsgewerbe, Gewerbe des täglichen Bedarfs, wie Schreinerei, Zimmerei, Schlosserei, Schmiede usw.) an untenstehende Adresse mitzuteilen. Dabei wird gebeten, die Ausstellungs- und Arbeitsbedingungen gleichzeitig bekanntzugeben. Speziell sind augenblicklich erwünscht: Eine Praktikantenstelle in einem größeren Sägewerk, sowie mehrere Stellen in der Landwirtschaft, an denen bereits erfahrene Landwirte tätig sein können. Ferner wird noch Wert gelegt auf Ausbildungsmöglichkeit in Milchwirtschaft und Obstbau. Adresse: Dipl.-Ing. Martin Goldschmidt, Nürnberg, Köhnstraße 54/III. München. Die Verwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde erließ für Dienstag, den -1. Februar, eine Einladung an alle Gemeindemitglieder zu einer Versammlung, in welcher Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer über die V e r f a s - 9 Habe eine Zahnprajris eröffnet I 1 München; Baaderplatz 1/i I B Eingang Kohlstra3se fl I H. ULLMRNM; DEMTIST I fl früher Nürnberg / Spez. Laboratorium für feine Zahntechnik I fl_fachmännische, individuelle persönliche Behandlung fl PORZELL4N-10E»ERIi46E MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 23 gegenüber der FeldkermhalU