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Das jüdische Echo · 1920-12-03 · 49 (3.12.1920) · p. Seite 462

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
49 (3.12.1920)
Date
1920-12-03
Page
Seite 462 (sequence 6)
Language
German
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462 Das Jüdische Echo Nr. 49 besonders Major Watts, der die Verhandlungen durch seine vorurteilslose und menschenfreundliche Haltung besonders erleichtert hat. 52 Grundsätze für die Danieliten* Kolonien in Palästina. Von Nathan-Benzion Chavkin. Wie uns mitgeteilt wird, begibt sich eine Anzahl Anhänger des Daniel-Bundes, darunter auch der Verfasser dieses Aufsatzes, nach Palästina, um dort eine Danieliten-Kolonie auf ethisch-religiöser Grundlage zu errichten. Dieser Kolonie, die im Sinne des Verfassers der Schrift „Neuessäertum“, Herrn Leopold Schwarz in Brünn (Zionist. Jahrbuch „Stimme der Wahrheit“, Würzburg 1905), an das Leben der Essener vor ungefähr 2000 Jahren erinnern soll, können sich edelgesinnte Menschen aller Nationen und Religionen anschliessen. Der Aufsatz stammt aus der Mainummer der „Lebenskunst“ und ist vom Verfasser für unser Blatt etwas umgeändert worden. Wir geben ihm Raum, ohne uns im Einzelnen mit den Ausführungen zu identifizieren. Die Redaktion. 1. Die in Palästina zu schaffenden Gartenstädte sind in der Art und dem Umfange, wie sie von den Danieliten geplant, noch nirgends in der Welt vorhanden. Ihre Durchführbarkeit ist von ganz bestimmten Lebensbedingungen der Kolonisten abhängig, nämlich von einer fast ausschließlichen Pflanzenkost, gegenüber der bisher üblichen sogenannten gemischten Ernährung. 2. Es ist klar, daß die Gartenstadt-Siedler, sofern sie die in Eiropa beliebte Fleischr. .d Mi’ckkost auch in Palästina bevorzugen werden, die Selbsterzeugung dieser Produkte nicht aufgeben könnten, da die animalischen Nahrungsmittel, besonders im heißen Klima Palästinas, frisch genossen werden müssen und daher nicht gut von entfernten Gegenden importiert werden können. 3. Für den Anbau von Futtermitteln für Viehzucht benötigt der Landwirt Bodenflächen, die um ein beträchtliches das Bodenausmaß für Obst- und Gemüsezucht übersteigen. Nach dem Gutachten erfahrenster Fachleute, wie S. E. Soskin, Leberecht Migge u. a., benötigt eine intensiven Gartenbau treibende Familie von 5—7 Personen höchstens einen halben Hektar Boden, während ein gewöhnlicher Landwirt für den Lebensunterhalt seiner Familie durchschnittlich 5—10 Hektar Boden braucht. Demnach könnten in Palästina mindestens zehnmal soviel Leute als in der gewöhnlichen Landwirtschaft angesiedelt werden. 4. Man könnte einwenden, die Kolonisten sollten Futtermittel von Auswärts beziehen, wie es z. B. England und zum Teil Deutschland längere Zeit vor dem Kriege getan haben. Darauf ist zu erwidern, daß eben dieses System während des Krieges zu einer argen Verschlechterung der Volksernährung geführt hat, da man öfters gezwungen war, die für menschliche Ernährung geeigneten Produkte an das Vieh zu verfüttern. 5. Man behauptet, man brauche Dünger und man habe in der Gärtnerei und in der Küche soviel Abfälle, daß sie ohne Viehzucht nicht gut ausgenutzt werden könnten. Darauf ist zu entgegnen, daß es keine Pflanzen- und Speiseabfälle gibt, die — richtig behandelt — nicht für Dünger Verwendung finden könnten. Es stehen dem Menschen noch zahlreiche andere natürliche und künstliche, organische und anorganische Düngemittel, die vielfach nutzlos vergeudet werden, zur Verfügung. Schon allein die Ausscheidungsstoffe eines Menschen während eines Jahres genügen, um etwa 75 qm Land gut zu düngen. Übrigens ist Geflügel- und Kleintierzucht für die Erzeugung von Eiern und etwas Milch auch vom ethischen Standpunkt aus nicht unbedingt verwerflich. (Über die Wichtigkeit der Mineraldünger siehe u. a. .1. Hensel „Das Leben“.) 6. Die technische Nahrungsmittel-Industrie erzeugt Pflanzenbutter, Milch (Mandelmilch) und andere den tierischen Produkten entsprechende Nährstoffe, die sehr gut bekömmlich und dabei viel reiner und bakterienfreier sind, als die tierischen Nährmittel. Ebenso kann auch für Leder, Wolle usw. Ersatz geschaffen werden. 7. Auch der Anbau von Getreide könnte in Palästina wesentlich verringert werden, wenn man haltbares Fruchtbrot anfertigen würde. Wir wissen aus der Bibel, d ß zur Zeit Davids die Israeliten ebensoviel Fru-htbrot als Getreidcbrci für ihre Nahrung verwendet hatten. (Siehe: „Die Volksnahrung des biblischen Judentums“, 1. Flugblatt des Daniel-Bundes.) Selbst für Mehlbereitung können gewisse Früchte verwendet werden, wie man in den früheren Zeiten aus getrockneten Eicheln, Beeren u. dgl. Mehl für menschliche Nahrung herstellte. Das Getreidebrot wirkt durch seinen zu reichen Gehalt an Phosphor stark entzündend auf die menschliche Phantasie und fördert überspannte Empfindsamkeit. Manche Getreidesorten sollen in Palästina nach chinesischer Art in Beetkulturen gezüchtet werden. (Siehe Soskins Aufsatz im 4. Heft der Zeitschrift „Erez .Israel“.) (Fortsetzung folgt.) Aus der jüdischen Welt Palästina. Kleine Nachrichten. (J. P. Z.) Die allgemeine Konferenz der jüdischen Arbeiterparteien Palä- FRITZ SEIDL Residenzsfnaße 3, Ecke Hauptpost Gesellschaftsanzüge nach Maß in feinster Ffusführung aus allerbesten Stoffen zu mäßigen genau berechneten Preisen.

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