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Das jüdische Echo · 1920-11-05 · 44/45 (5.11.1920) · p. Seite 427

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
44/45 (5.11.1920)
Date
1920-11-05
Page
Seite 427 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 44/45 Das Jüdische Echo 427 Boden erwerben darf nur, wer 1. palästinensischer Bürger ist, 2. nicht mehr als für 3000 Pfund kauft, und 3. nachweisen kann, daß er den Boden selbst bebaut. Dadurch wird die Latifundienbildung sowie der Ankauf durch Ausländer verhindert. Eine Weiterveräußerung des gekauften Bodens im selben Jahre bedarf einer besonderen Erlaubnis, die nur im Todesfälle des Besitzers usw. erteilt wird. Gesellschaften und Vereine können größere Ländereien erwerben, wenn sie sie sofort ausnutzen (für Fabriken, Häuser usw.). Eine besondere Kommission ist mit der Ausarbeitung einer Verordnung über Kredit- und Hypothekbanken betraut, die den Bodenverkehr erleichtern würde. Bei jeder Grundbuch-Eintragung wird eine Abgabe von 1 bis 3 Prozent erhoben. Bei Vererbung erreicht die Abgabe bis 5 Prozent — je nach dem Verwandtschaftsgrade. Das Judentum in der Musik. 1. Der König mit der Harfen. Richard Wagner führt die von ihm behauptete musikalische Unfähigkeit der Juden auf die „Eigentümlichkeiten der semitischen Aussprechweise“ zurück, die sich selbst „durch zweitausendjährigen Verkehr mit europäischen Nationen“ nicht verloren hat. In seinen „Meistersingern“ läßt aber derselbe Wagner einen in Nürnberg stadtfremden Musikrevolutionär über die bodenständigen Borniertheiten der Zunft triumphieren, „geschmückt mit König Davids Bild“. Ob wohl „der König mit der Harfen“ die „Eigentümlichkeiten der semitischen Aussprechweise“ in geringerem Maße an sich gehabt hat, als seine im Golus lebenden Nachkommen? Oder sang auch e r „so schlecht, so fehlervoll, daß nichts zum Meister ihm helfen soll?“ — 2. Leipziger Messestil. Felix Mendelssohn und Hektor Berlioz trafen sich eines Tages in Leipzig bei einem Musikfest. Berlioz schlug Mendelssohn den Austausch ihrer Taktstöcke vor. Mendelssohn ging auf den bizarren Vorschlag ein und übersandte Berlioz ein zierliches, mit weißem Leder überzogenes Fischbeinstöckchen. Berlioz antwortete mit einem dicken, noch in der Rinde steckenden Lindenknüppel. — Gegenüber der jüdischen Konkurrenz werden in Klein-Paris selbst Groß-Pariser ungeschlacht. 3. Ehrt Eure deutschen Meister! Leute, die keine Ahnung von der Schopenhauerschen Philosophie haben, loben ihren Schöpfer wegen einiger unfreundlicher Äußerungen über das Judentum. Andere große Deutsche teilen das gleiche Schicksal. Die deutschen Meister ehrt man aber nicht dadurch, daß man ihre Menschlichkeiten vergöttert. Auch der deutsche Meister zeigt sich nicht in der Übertreibung. Aber freilich: schon Luther hat gesagt: „stercora mea adorabuntur“. Was auf jüdisch bedeutet: „Meinen D i n e f werden sie anbeten.“ 4. Wahn, überall Wahn! Unter' den Kunstgewogenen, die in den vierziger Jahren des verflossenen Jahrhunderts sich an einer von Heinrich Laube in Leipzig veranstalteten Sammlung für Richard Wagner beteiligten, befand sich auch ein Ostjude aus Brody. Nach den gehässigen Angriffen Wagners auf das Judentum sagte dieser semitische Wagnerianer zu Heinrich Laube: „Darum also Mörder und Räuber! Darum hat Dir der Jude aus Brody einen Beitrag in die Hand gedrückt für den hoffnungsvollen Künstler, um von dem älteren Wahnfried geächtet zu werden.“ Andere Juden, wie Levy und Porges, haben der Kunst Richard Wagners ihr Leben gewidmet. Die ganze Zukunftsmusik hätte vielleicht noch in der Gegenwart um ihre Anerkennung zu ringen, hätten nicht zahlreiche Juden in der Vergangenheit uneigennützig für sie gearbeitet. Aber freilich — auch große deutsche Künstler waren zuweilen kleine Menschen. Selbst Heinrich Laube schrieb, als Meyerbeer die Aufführung seines „Stuensee“ zugunsten des gleichnamigen Stückes seines Bruders in Berlin hintertrieben hatte, in einem gehässigen Erguß über jüdisches Künstlertum: „Entweder wir müssen Barbaren sein und die Juden bis auf den letzten Mann austreiben oder wir müssen sie uns einverleiben.“ — 5. Musikliebe und Judenhaß. Shylock ist unmusikalisch. Lorenzo hingegen ist ein Musiknarr: Furioso, ma non troppo. Er entführt dem „falschen Juden“, den er unter einem Vorwand von seinem Hause weggelockt hat, nicht nur seine Tochter, sondern auch seine Dukaten. Dann geht er hin und deklamiert bei Mondschein: „Der Mann, der nicht Musik hat in sich selbst, Den nicht die Eintracht süßer Töne rührt, Taugt zu Verrat, zu Räuberei und Tücken, Sein Sinn ist finster wie der Erebus — Trau keinem solchen! Horch auf die Musik!“ — PORZELrL.AN-NIEDEiItl.ACii: MÜNCHEN THE ATTNE ESTEASSE 33 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSST« AUSWAHL IN GEBRAIICHSPOBZELIAI TÄTLICHE LAGRRRRGÄNZUNG

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