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Das jüdische Echo · 1920-09-24 · 38/39 (24.9.1920) · p. Seite 390

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
38/39 (24.9.1920)
Date
1920-09-24
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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390 Das Jüdische Echo Nr. 38/39 der Staat überwiegende Gründe hat, Leute wie meine Nation nur in gewisser Anzahl aufzunehmen, welches Vorrecht kann ich vor meinen Mitbrüdern haben, eine Ausnahme zu verlangen?“ Aber schließlich gab er doch nach und verfaßte die Bittschrift. Der französische Encyklopädist Marquis d’Argens, der sie dem großen Friedrich persönlich überreichte, schrieb dazu das Motto: „Ein schlechter katholischer bittet bei einem schlechten protestantischen für einen schlechten jüdischen Philosophen.“ — Wie Sebastian Hensel, der Urenkel Mendelssohns, erzählt, hat es häufiger Ermahnungen seiner Freunde bedurft, bevor Moses sich überzeugen ließ, daß er müsse. Immerhin: Der kluge Mann ließ sich überzeugen. Nathan der Weise hätte mit einer großen Geste gesagt: „Man muß nicht müssen“ und sich eher mit Weib und Kind von Haus und Herd jagen lassen. Oder nicht? — 4. Rabbi Saul. In der Familie Moses Mendelssohns geht die Sage, daß einer seiner Vorfahren, Rabbi Saul, während einer der häufigen Streitereien um die polnische Thronfolge von den edlen Schlachzizen zum König gemacht worden ist. Aber nur für eine einzige Nacht. „Abends“ — so erzählt Sebastian Hensel die Geschichte — „wählten sie ihn gegen eine anständige Erkenntlichkeit in barem Gelde und anderen morgens beeilten sie sich, ihn totzuschlagen“ — ein echt polnischer Sommernachtstraum, an dem nur das eine auffällt, daß ein Jude darin den Mann mit dem Eselskopf gespielt haben soll. Sonst war das doch Sache stellenloser Prinzen aus Mitteleuropa. 5. Mendelssohn & Cie. Wenn Karl V. und Franz I. mit einander Krieg führen wollten, machten sich die Fugger von Augsburg ein Vergnügen daraus, allen beiden das dazu benötigte Kleingeld gegen große Verzinsung vorzuschießen. Die Maxime „Gewinn ist Segen, wenn man ihn nicht stiehlt“, stand auch im Katechismus dieser christlichen Geldverleiher, und als ein guter Freund dem alten Jacob Fugger eines Tages seine Absicht kundtat, sich vom Geschäft zurückzuziehen, da er sich genug verdient habe, erwiderte Jacob: „er habe viel einen anderen Sinn, wolle verdienen, dieweil er könnte.“ Diese Fugger aber waren von unantastbarer deutschvölkischer Abstammung und gut getauft. — Auch die Nachkommen Moses Mendelssohns, die selbst in der Zeit der blutigsten Pogrome „den Juden“ des Zaren machten, lebten und starben als C h r i s t e n. 6. Felix. Die Familie Mendelssohn hat in der Person Felix Mendelssohn-Bartholdys einen Musiker von großer Begabung hervorgebracht. Schon als Kind getauft und in christlich-deutschem Geiste erzogen, erfreute er als Knabe mit seiner Kunst das Herz des alten Dichterkönigs zu Weimar und schrieb als Mann eine noch heute viel gehörte und bewunderte Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“. Dennoch urteilte das größte Musikgenie des 19. Jahrhunderts nach seinem frühzeitigen Tod über ihn, er sei nur ein jüdischer Affe Sebastian Bachs gewesen. — Unglücklicher Felix, der du in dem deutschen Homer den Verkünder deiner Untugend gefunden hast! Du warst ein schlechter Jude und ein guter Musikant. Allein was nützt dir Taufe und alles? Richard Wagner hat einmal gesagt, du seiest ein guter Jude und ein schlechter Musikant gewesen. Das genügt, daß seine Affen es ihm in Jahrtausenden nachplappern werden! — Gemeindenu. Vereins-Echo Bar Kochba München. Fußballabteilung. Gegen einen der stärksten Vereine der B-Klasse, Turnerbund, gelang es uns, ein ganz knappes Resultat von 2:3 Toren zu erzielen, wobei wir bis Halbzeit sogar noch mit 2:0 Toren in der Führung waren. Unsere Mannschaft spielte gut und besonders aufopfernd, so daß sie der gegnerischen Mannschaft ein ebenbürtiges Spiel liefern konnte. In diesem Sinn brachten auch die Tageszeitungen über das Spiel einen für uns sehr günstigen Bericht. Unser nächstes Wettspiel tragen wir gegen die F.-A. Unitas der Kolpingsturnerschaft aus und zwar am Sonntag, den 26. ds., nachmittags halb 4 Uhr an der Plinganserstraße (Neuhofen). Es steht ein sehr spannender scharfer Kampf bevor, der die Zuschauer sicherlich sehr interessieren wird. Leichtathletik-Abteilung. Bei den leichtathletischen Wettkämpfen am Sonntag, den 19. September, gelang es uns, auch in der B- Klasse einen überlegenen Sieg zu erringen. Mit ungefähr 70 m Vorsprung gelang es unserer I. 3X1000 m Staffel (Heumann I und II, Djubkowitsch) den Sieg zu erringen, während unsere II. Mannschaft (Grünspan, Jakowitz, Wolf) 200 m vor den übrigen II. Mannschaften Brustbreite hinter dem 3 Schwabing I als 4. einlief. In der 5X100 m Damenstaffel kamen wir, ebenfalls in Klasse B laufend, auf den 3. Platz. Für unser Sportfest am 10. Oktober, welches auf dem Sportolatz an der Plinganserstraße (Sendling) stattfindet, benötigen wir eine große Anzahl von Kampfrichtern. Wir fordern unsere am Sportfest nicht aktiv beteiligten Mitglieder auf, sich bei Albert Heumann, Andraestraße 2, schriftlich zu melden. Meldungen für die Wettkämpfe sind ebenfalls an obengenannte Adresse zu richten. Zur Unterbringung unserer auswärtigen Gäste (vom Hakoah, Wien sind bereits 7 Turnbrüder ILLUSTRIERTE WOCHENSCHRIFT FÜR KUNST UND LEBEN MÜNCHNER lMK-80 VER LAC* OER# J U G EN Dtf*i 0nchEN;

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