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Das jüdische Echo · 1920-07-30 · 30/31 (30.7.1920) · p. Seite 339

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
30/31 (30.7.1920)
Date
1920-07-30
Page
Seite 339 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 30/31 Das Jüdische Echo 339 karim oder man steigt den Ölberg hinan, die breite Straße, die nach Sichern führt, oder zum Wäldchen, auf der Straße, auf der man mitunter glaubt, stracks in den Mond hineinzuschreiten, der dann, wenn man die Höhe erreicht hat, hart und groß die Fläche des Jam hamelach in die Moabiterberge glänzen läßt. Oder man geht hinunter das Tal Silloa'h oder Josaphat zu den Gräbern der Propheten. Von irgendwoher kommt ein arabisches Hirtenlied zu einer Flöte, beim Goldenen Tor (das vermauert wurde, um dem Meschiach den Eintritt zu verwehren) zieht eine schweigende Karawane, majestätische Kamele, denen groteske Mondschatten voranschwanken und weiß gekleidete Beduinen mit langen Flinten und schlanke, dunkelgekleidete Frauen, von denen manche von hinreißender Schönheit sind. Die Sterne sind wie flammende Augen eines millionenäugigen Tieres, das sich um die Erde windet. Breit und weiß zieht die Milchstraße von dort, wo der Himmel aus der Erde wächst, quer über ihn hinüber, und Sternschnuppe auf Sternschnuppe sinkt langsam sprühend irgendwohin in den Raum. Stern bei Stern und auf der Stadtmauer liegt der Mond, erst blutend, dann immer reiner und reiner, bis er durchsichtig erscheint in seiner fernen, kalten und unnahbaren Keuschheit. Wenn man auf Ratisbone steht oder auf dem Dache des Bezalel, sieht man unten die Stadt, wie eine Geisterstadt: Kuppeln, Dächer, Türme und rundherum die Zacken der Mauer und dann und wann eine gespenstische weiße Gestalt und große schwere Schatten. Auf dem Steinfelde vor dem Bezalel sitzen Menschen auf Steinblöcken und singen ein arabisches Lied und in der Mondflut in der Mitte der Straße tanzen zwei kleine Kinder einen sonderbaren Tanz und singen ein hebräisches Kinderlied dazu. Hinter der Mauer von Ratisbone weinen im Kreise die Schakale. Langsam gehe ich die Stadt hinunter. Steinig führt die Straße von Ratisbone zum arabischen Friedhof, in dessen Mauer eine Bresche gebrochen ist, weil man hier den Weg abkürzen kann. Neben den im Mondlichte beinweißen beturbanten Grabsteinen, vorbei an einem einsamen Heiligengrab, langsam gehe ich den steil gefällten Gräberberg hinunter zur Birket mamila, der größten Zisterne, die schon da war. als die Könige in Juda herrschten. Rings um sie stehen, verstreut zwischen den Gräbern, meterhohe, schlanke, weiße Blumen, deren Namen ich nie erfahren konnte, die ich nur auf arabischen Friedhöfen sah. Wenn ich mich neben ein Grab lege und schief hinaufblicke, stechen diese einsamen, sonderbar abweisenden Blütenstangen in den Mond, und manchmal scheint es mir, als säße der Tod. einen gelben Tarbüsch auf dem Kopfe, stumpf und müde seiner Ewigkeit, am Rande der Birket mamila, und bade, Zwiebel kauend, seine Füße in dem grünen Wasser, das starke Reflexe spielt. Es ist aber nicht der Tod, sondern der Hüter des Hauses des Lebens. Lässig streckt er mir die Hand entgegen: „Sigarra fi?“, und mit einem ,,ma’ am nun“ auf den Lippen starrt er weiter in das breite Wasserbecken, in dem der Mond badet. Ich trete auf die Jaffastraße hinaus. An schweigenden türkischen Soldatenwachen, die, fröstelnd ineinander gekauert, die Gewehre umklammern, vorbei, an einem einsam beleuchteten Hause vorbei, aus dem bekannte Stimmen kommen, vorbei an schlafenden Häusern komme ich zum Jaffator und betrete die innere Stadt, das wirkliche Jerusalem. Unendlich ferne den sinnlosen Bewegnissen des Lebens lauert sie wie ein mystisches dunkles Tier, dessen Seele der Urgrund aller Tiefen ist, still, uralt, am Anfänge und am Ende der Menschheit, um jedes Geräusch in ihre tausendjährige Ruhe zu saugen. (Schluß folgt.) Gemeindenu. Vereins-Echo Bar Kochba München L.-A.-Abteilung. Am 18. Juli 1920 errang unsere 4X100 m-Staffel (Dsjubkewitsch, Rosenbaum, Orljansky, Heumann I) in der Klasse C die südbayerische Meisterschaft in 48,1 Sekunden. In der 4X100 m-Staffel B für Damen belegten wir den 3. Platz. Mittwoch, 4. August 1920 1/l>8 Uhr Monatsversammlung im Cafe Feiner, Hans Sachsstr. 2. Die Sportleitung. Bar Kochba Nürnberg. Sonntag, den 31. Juli, Wanderung nach dem Moritzberg, Treffpunkt 7 Uhr morgens Endhaltestelle Linie 8 Mögeldorf. Pünktliches Erscheinen unbedingt erforderlich.— Gesellschaftsspiele.— Der Wanderwart. Spendenausweis Münchner Spenden-Ausweis. Nationalfonds: Elisab. Mahler sagt Arnold Zweig u. Frau herzlich maseltof zum bechor s t Gartenbaugeschäft Gebr. Kriegeisteiner & Birkner München-Forstenried Telephon Nr. 6897 Entwürfe und Bepflanzungspläne für Parkanlagen, Villen-, Zier-, Haus-, Obst- und Gemüsegärten Umgestaltung bereits bestehender Anlagen. — Übernahme der gesamten Ausführung einschliesslich der Pflanzenlieferung. — Übernahme aller mit dem Garten zusammenhängenden Architekturen. — Auf Wunsch Lieferung von Arbeitszeichnungen zur selbsttätigen Ausführung der Anlagen. — Persönliche unverbindliche Auskunftserteilung und Beratung. Rrlegelstelner & Birkner, Gartenarchitekten ^rT \

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