Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 27 (2.7.1920)
- Date
- 1920-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nummer 27 2. Juli 1920 7. Jahrgang NACHRUF Dienstag nacht ist der Seniorchef unseres Verlages HERR BENNO HELLER BUCHDRUCKEREIBESITZER seinem schweren Leiden erlegen. Wir verlieren in dem Verblichenen einen warmherzigen und jederzeit hillsbereiten Freund und Gönner unseres Blattes und werden ihn als ein Vorbild unbedingtester Zuverlässigkeit, innigster Hingabe und schrankenlosester Oplerwilligkeit stets in verehrender Erinnerung behalten. MÜNCHEN —NÜRNBERG, 30. Juni 1920 Verlag und Redaktion des Jüdischen Echo Der Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der beginnende Aufbau Palästinas, der in eine Zeit der politischen Krisen im Orient und einer ungeheuerlichen Wirtschaftskrisis in den meisten Ländern jüdischer Massensiedlung fällt, stellt die zionistische Weltorganisation vor beinahe unlösbare Aufgaben. Die finanzielle Vorbereitung des großen Werkes, die menschliche und berufsmäßige Erziehung der Einwanderer für Palästina wird alle Kräfte für Jahre aufs höchste in Anspruch nehmen. Die Judenheit wird wirkliche Opfer bringen müssen, die über jedes bisher gekannte Maß hinausgehen werden. Man wird von der jüdischen älteren Generation immer wieder das zum Aufbau des Landes erforderliche Geld verlangen; die Jugend wird in immer stärkerem Maße die Kräfte stellen, die für die Arbeit im Lande und in der Diaspora zur Verfügung stehen müssen, wenn das Werk glücken soll. Der diesjährige Delegierten tag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland bedeutete die Einordnung der zionistischen Jugend in die zionistische Organisation und die praktische Arbeit. Das ging naturgemäß nicht ohne Erschütterungen. Manchmal schien es, als sollte die Einheit der Organisation unter den heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Vertretern einer jedem Kompromiß abgeneigten aber auch zu jedem Opfer bereiten Jugend und denen einer mehr gemäßigten älteren Generation leiden. Aber es zeigte sich, daß das Verantwortungsgefühl auf beiden Seiten gleich groß war und die Erwählung zweier Vorsitzender als Vertreter beider Anschauungen gab dem Einheits- und Arbeitswillen aller zionistischen Gruppen deutlichen Ausdruck.