Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 25 (18.6.1920)
- Date
- 1920-06-18
- Page
- Seite 290 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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29@ Das Jüdische Echo Nr. 25 „Du Tölpel! Nicht nur Du wirst frei, auch Deine Frau und Deine Kinder. Willst Du?“ „Ich geh nicht fort. Ich liebe meinen Herrn. Wie ich ihn liebe! Daß er mich anspukt und mich schlägt, ist mir Bedürfnis. Ich trenne mich nicht von ihm. Nein! Ich kann mich nicht von ihm trennen! Was brauche ich die Freiheit? Wer gibt mir was dafür, was soll ich damit anfangen? Ach. mein Glück liegt in der Sklaverei! Wie soll ich anders leben? Ich geh nicht fort! Ich will nicht frei sein!“ Der Sklave heulte wie ein Hund. Da sprach der Hohepriester: „Genug! Was nützt da reden? Wie das Gesetz befiehlt, trifft ihn das Urteil Gottes.“ Schon drängten Massen Volks heran. „Nehmt eine Ahle,“ befahl der Hohepriester. „Legt sie ins Feuer, bis sie glüht. Und nun zwei Zeugen!“ Zwei Männer aus dem Volke traten vor. Der Priester hob die Augen: Elzofan ben Usiel, Dein Sklave hat Dir Jahre lang gedient. Im siebenten willst Du ihn frei lassen. Frei sollte er sein, ein Mensch, wie Gott ihn will, der Schöpfung Höhepunkt und bestes Werk, Verstand — Vernunft — begabt und fähig, frei und unabhängig leben und schaffen zu können. Ein Bürger wäre er in Israel geworden uns allen gleich. Das hast Du ihm gesagt und klar gelegt, das Volk hat es gehört und diese Zeugen können es bekunden. Jedoch Dein Sklave wollte nicht begreifen. Du tatest, was Du schuldig warst. Tu Deine Pflicht zu Ende. Nimm die glühheiße Ahle und hefte mit ihr das Ohr des Knechtes an die Pfosten Deines Zeltes. Da stehe er drei Tage und drei Nächte, von jedem angespien, der vorbeigeht. Am vierten Tage löse ihn vom Pfahl — als Deinen Leibknecht für immer.“ Dann wandte er sich an den Schreiber: „Schreib es wohl auf zum ewigen Gedächtnis an dieses Mannes Schmach. — Ihr Zeugen unterschreibt. — Elzofan, hier die Ahle.“ Elzofan ben Usiel durchbohrte das rechte Ohr des Sklaven und spie ihm ins Gesicht. Nach, ihm die anderen. Dem Knecht war das eben recht. Gestern, glaube ich, begegnete ich dem Sklaven, erkannte ihn trotz anderen Namens, anderer Kleider wieder. Nach dreitausend Jahren. Er sagte noch wie damals: „Ich liebe meinen Herrn und will nicht frei sein.“ Man spuckt ihm ins Gesicht, jagt ihn hinaus, tritt ihn wie einen Hund, will weder seine Treue noch seine Liebe. Man sagt’s ihm sieben Mal am Tage. Doch er? „Ich will nicht frei sein.“ Ja, was denkt sich dieser Tropf? Will er zum zweiten Male warten, bis man ihm mit der glühenden Ahle kommt? Die Zeiten sind ärger geworden. Man durchbohrt heute nicht bloß das Ohr, man legt ihm den Strick um den Hals. . . . Will er noch warten? Aus dem Hebräischen des D. Frischmann, frei übertragen von N. Goldstein. Gemeindenu. Vereins-Echo Jüdischer Turn- und Sport-Verein Bar Kochba Nürnberg, Turn- und Sporttafel. Herrenabteilung: Donnerstag abend 7.30—9.30 Uhr Turnhalle des Männer-Turnvereins. Landgrabenstr. 140. Leichtathletikabteilung: Dienstag abend 6.30 Uhr Sportplatz des Männerturnvereins Muggenhof. Schlagballmannschaft: Dienstag abend 8—9 Uhr Sportplatz des Männerturnvereins Muggenhof. Fußballabteilung: Mittwoch abend 6.30—8.30 Uhr Fußballplatz Schweinau. (Auskunft und Anmeldungen an Albert Bach, Birkenstraße 1.) Wanderung am 27. Juni. Treffpunkt 8.15 Uhr Endhaltestelle der Linie 21 (Nordostbahnhof). Karten nach Eschenau losen. Wanderung durch die Kirschengegend nach Erlangen. Am Montag, 28. Juni, abends halb 8 Uhr findet im kleinen Saal des Männerturnverein, Landgrabenstraße 140/1, eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Satzungsänderung, 2. Beitragserhöhung, 3. Verschiedenes. Infolge der außerordentlichen Wichtigkeit dieser Versammlung werden die Mitglieder ersucht, möglichst zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Vorstandschaft. Haschachar München. Nächster Kurs 22. Juni 8 Uhr Adelheidstr. 34. — Sonntag, 27. Juni Ausflug, Treffpunkt Ostfriedhof 8 Uhir. Zion. Föderation Misrachi. Ortsgruppe München. Der für Dienstag, 22. Juni, vorgesehene Kurs wird auf Samstag, 26. Juni, nachmittags 6 Uhr verlegt. Thema: Hababuk, Dozent Dr. Eugen Fränkel, Thierschstraße 19. Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“ München. Sonntag, 20. Juni: Buben: 1. Zug Treffpunkt 7.30 Uhr Ostfriedhof (Billet nach Grünwald); 2. Zug Treffpunkt 7 Uhr Ostbahnhof, 5 Mark, Heimnachmittag Samstag 4 Uhr; 3. Zug Treffpunkt 7.30 Uhr PORZELL4N-NIEDEKL1CE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE »3 gegenüber der Feldherrnhalle «KÜSSTE ATS WAKE IN «EBKATCHSPORZELLAN TÄGLICHE LA«ERER«ÄNZTN6