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Das jüdische Echo · 1920-05-28 · 22 (28.5.1920) · p. Seite 251

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
22 (28.5.1920)
Date
1920-05-28
Page
Seite 251 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 251 publif. 2(n ber Haltung eines @d?wad?en gegen ben @d?wä<heren erfennt man untrüglich feine geizige @truftur: ob er ber ©erechtigfeit felber fähig fei, bie er beffänbig anrufen muh, fyuv entfd?eibet es fich. 0' er bie innere SBanblung wirflid? erlebt $atf bic er von fid> bezeugt, hieru« erfennt man es, unb man richtet fich im Vertrauen unb SQfifjtrauen barnach ein mit vollem Red?t. Nichts fyat bem neuen pol* nifchen @taate mehr gefchabet, als bie ^ubenmehe* leien, mit benen er feine Freiheit einleitete unb be* flecfte: bie Probe an bem @d?wäd?eren iff untrüg* lieh. 3. SDfeine Jperren, ich ha^ nur materialiffifd? zu 3hucn &u reben. Die beutfehe 5Birtf<haft wirb früher als @ie meinen mit bem Offen nüeber in ^luStaufch fommen müffen. (Es wirb von füurei* chenber Bebeutung fein, in ben öfflichen Eänbern Kontrahenten zu finben, bie mit uns arbeiten mol* len. ^Bollen: auf ben ÖBillen fommt es an; erregt man burch feine pure politifche Sugehörigfeit 3lnti* X>at^kf fo iff an Beziehungen nicht zu benfen. ‘Die (Spmpathie ber öfflid?en ©ebiete gehörte vor bem griebenSfd?luh ber Entente; je^t ffeljen bie ©hancen nicht mehr ganz fo ungleich, aber an fid? unfehein* bare ©ntfchlüffe, etwa folche, bie fich auf bie in Deutfd?lanb lebenben Offfuben beziehen, fönnen uns empfinblich unb auf langehin fchaben. (Es ffeht zu erwarten, bah bie enbgüftige Regelung ber paläffi* nifd?*zioniffifd?en Pläne (EnglanbS bie offjubifche 2luswanberung nach bem neuen )ubifd?*arabifd?en ©emeinwefen lenfen wirb unb was bie offjübifd? rabifalen @ozialiffen anlangt, fo befenne ich, bah man mir wenigffenS mit bem Botfd?ewiffenalp feine Bange machen fann, benn ich weih, bah ber beutfehe Arbeiter von SDfethobe Demofrat iff, auch wenn er bas Rätefpffem als feinen Parlamentarismus an* ffreben follte. 5öaS aber bie wirtfchaftlid?e Un* moral angel?t, bie man ben Offfuben nachfagt, fo weih ich/ bah man uns Deutfd?en einen fd?lcd?ten Dienff tut, wenn man baburch unfere klugen von ber eigenen Brefffjaftigfeit fortlocfen möchte; unb baS will man bamit ganz offenbar. Rur inbem mir uns bie eigene Kranfheit eingeffehen, vermö* gen mir ihr beizufommen unb nicht, inbem mir a i* bere ©efamtheiten als ihre Präger benunzieren; bas iff unpatriotifch im echten @inne beS 38orteS unb unmoralifd? auherbem. Den wenigen Offfuben, benen mir @d?iebertum unb Diebffafü an unferer ^öirtfehaft nad?reben fönnen, flehen, felbff von ben in Deutfchlanb lebenben, immer fünfzig rebliche unb nüplid? TCrbeitenbe gegenüber, unb mir werben uns nicht zu befchmeren hüben, wenn unfere eigenen 2(uS> manberer in ber leibigen grembe mit bem EDfahe gemeffen werben, bas mir felbff an (Einmanberer legen, wenn mir fte fummarifch mit Jpemmungen aller Htt belegen. 2öir bebürfen beS (Entgegen* fommenS, felbff ber Offfuben, meine Herren, bie 2ßage hat fi<h ein wenig zu unferen ©unffen gehoben; unb ich wenigffenS lehne bie Beantwortung ab, für fo bumme ©ingriffe ins 2öerben neuer Eebens* beziehungen unferer franfen empfinblichen $Öirt* Waft. 4. 3öürbe man einen politifer anhören, ber fo fpräche: SBürbe man ihm beipflichten unb glan* ben? 3ch weih es nicht. 3ch aber, ber id? bie Off* fuben fenne, fage zum@chluffe: abgezogen hierin* betung ber ©emalt, bie unter ihnen vereinzelter ift, als anbersmo unb ganz ueu finb es SOfenfchen wie anbere, uns bewährter, unverfälfd?ter, zu allem ©Uten füureifjbar unb verführbar zu weniger @d?led?tem als bie SD?enfd?en im ffßeffen. 2öas mau gegen fie auch unternehme, man miffe nur, bah mir es gegen uns getan fühlen unb bah mir, nicht nur als 3uben, fonbern als Deutfd?e vor allem, uns ba* gegen nad? Kräften wahren werben. Die Eiebe zunt beutfehen 2ßefen unb ©eiffe, von ber am Anfänge bie Rebe mar, Imt viele von biefc;: fungen unb alten Offfuben noch heute nicht verlaffen, unb wenn bie beutfehe Politif fid? nicht ben beffen @citen ober ben burchfd?nittlichen irgenb eines Bolfstums an* paht, fonbern in böswilliger unb gehäffiger 3(ns* beutung augenblicflicher beutfeher Rotlage (Univer* fitäten finb vorangegangen!) ben fd?led?ten unb ver* urteilenSmerten ^uffinften berer folgt, bie fid?, um feneS BolfStum zu fennzeichnen, an ben nieb* rigffen ^ppuS halten ben es aufmeiff, fo fchabet fie zwar im 2(ugenblitf einigen taufenb Offfuben, aber auf bie Dauer unb ganz lief vor allem bem beutfehen 2öefen. Politif geht nach 3been; ©erechtigfeit unb 2lnffanb finb auf bie Dauer ffärfere Realitäten als Rohffoffe unb Jpunger, unb barum wehe bemBolfe, bas fich, ohne bie grohe Dichtung vor fich felbff, bie man @elbffbel?errfchung nennt, unter bem @d?eiu einer fachlichen ^Ofahregel von ber 2öut unb Bet* ad?tung hinreihen liehe, bie man ihm einem @d?wä* cheren unb im übrigen Unbefannten gegenüber ein* geflöht h«t- @o wirb immer an bem EDfafjftab gc* meffen werben, ben man felbff anlegt unb all bie hohen ^ugenben beS beutfehen 3ßefenS, bie mir hinter einer fwhlid?en anard?ifd?en Oberfläche um* bilbenb am $Berfe miffen, werben ihm nichts 1?^ fen. Der grernbe urteilt nach ben ^aten, bie er fieht unb bie ihm baS Unfid?tbare verbeefen — ber grernbe, ber h^ute für Deutfd?lanb ©uropa he^t. unb ber Jperr ber Politif iff. Die Polttif aber ift baS @d?icffal. Überfrembung Die graphifche @ammlung in München z^9l gegenwärtig baS gefamte graphifche 2ßerf Tllbrecht Dürers, beS beutfeheffen £DfeifferS feiner Seit, viel* leid?t aller 3^il^u. 3ßir empfehlen bem ^)errn polizeipräfibenten Pöhner unb feinen fremben* frefferifchen @d?üi$lingen angelegentlid?ff bie Eef* türe ber biographifchon ©inleitung zu ber für bie ^lusffcllung gefd?riebenen ©inführung. £ier heih< es nämlid?, bah Dürers Bater ein aus Ungarn zu*

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