Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 21 (21.5.1920)
- Date
- 1920-05-21
- Page
- Seite 240 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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240 Das Jüdische Echo Nr. 21 Gemeindenu. Vereins-Echo Zum 20iährigen Stiftungsfest der Verbindung Jüdischer Studenten „Jorcfcmla“ im Kartell Jüdischer Verbindungen München. Für Samstag, den 16. Mai 1920 hatte die V.J.St „Jordania“ im K.J.V. anläßlich ihres 20jährigen Bestehens die Vertreter aller jüdischen Organisationen Münchens zu einem Festakte eingeladen. Es waren außer den Beauftragten des Kartellpräsidiitms und der auswärtigen Kartellverbindungen erschienen die Vertreter der Zionistischen Ortsgruppe, der Talmud Thora-Schule, des Jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß“, des National-Jüdischen Jugend-Ausschusses, des Jüdischen Studentinnen-Verein „Kadimah“, des Gesamt-Ausschusses der Ostjuden, des Bundes Zionistischer Korpora1tionen „Betharia“, des „Ohel Jaakow“, des Jüdischen Jugend-Verein u. a. Die große Zahl der Erschienenen und die Menge der Glückwünsche bewiesen, in wie starkem Maße gerade die Idee der zionistischen Verbindungen, der Glaube an das jüdische Volk und seine Zukunft, sich bereits durchgesetzt hat Die Feier wurde eingeleitet durch musikalische Vorträge und eine kurze Begrüßungsansprache. Dann erhielt Herr Dr. Iss erlin das Wort zur Festrede. Er führte aus, daß sich in München schon kurz nach dem 1. Baseler Zionisten-Kongreß einige junge jüdische Studenten, begeistert von der gewaltigen Idee des Herzischen Zionismus, zusammengeschlossen hätten, um in der von ihnen als richtig erkannten Weise für ihr jüdisches Volk zu wirken. Inmitten des zersetzenden Assimilations- Prozesses im Judentum Willien und Kraft der jüdischen Volksrenaissance widmen zu wollen, bedeutete damals allein schon eine Tat Jene junge Menschen erfuhren es an sich selbst wie schwer es war, aus den assimilierten Gedankengängen westjüdischer Akademiker den wahren Wert der eigenen Kultur zu erkennen. Zeigt doch die ganze Kartellgeschichte auf ihren Tagungen immer wieder da's ewige Ringen des nach eigener Wirklichkeit strebenden Menschen. „Die Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judenland“, so nennt es Herzl, Intensivierungsarbeit nennt es das K.J.V. Der Wille zur Verwirklichung dieses Zieles läßt den K.J.V.er sich mit jüdischer Literatur beschäftigen und hebräisch lernen. Man lernt im K.J.V. hebräisch, nicht nur, weil man es als selbstverständlich betrachtet, daß in Palästina Hebräisch Umgangssprache ist und es daher von jedem, der hinübergehen will, gelernt werden muß, sondern man lernt es, weil man weiß, da'ß nur im Urtext, nur in der hebräischen Sprache allein dlas wahrhaft Ausdrucksvolle der jüdischen Kultur, die wirkliche jüdische Volksseele enthalten ist. Diese Tendenzen zeigen sowohl Entwicklung wie Erziehung innerhalb der Verbindung, und je größer die Kämpfe, umso stärker die Intensität des Wollens, zu dem Vplljuden heranzureifen, in dessen Typ wir die Ideale jüdischen Empfindens vereinigt sehen. In diesem Sine mußte auch der Glückwunsch des Herrn Isserlin aufgefaßt werden, der seiner Verbindung beim Eintritt in i'hlr drittes Lebensjahrzehnt zurief: Blteiib dir selbst treu! Ja, treu dem Willen, dem jüdischen Volk zu dienen, treu dem Bewußtsein, das eigene Iph zum eignen Wert führen zu wollen und treu dem Gefühl, das letzte Ziel bis zum letzten erreichen zu müssen. — Es sprachen dann noch die Vertreter der übrigen jüdischen Organisationen, die in überaus herzlicher Weise der Verbindung ihren Dank für geleistete Arbeit und ihren Glückwunsch darbrachten. Der Gesang der Hatikwah beschloß die überaus würdige und eindrucksvolle Feier. F. W. Niederlassung. Wir machen die Leser des Jüd. Echo darauf aufmerksam, daß sich unser Gesinnungsgenosse Herr Dr. Benedikt Nußbaum, Sonnenstraße 10 (Tel. 53390, Sprechstunde täglich 9—11 und 3—4 Uhr) als praktischer Arzt in München niedergelassen hat. Bar Kochba, München: S p o r t a b t e i 1 u n g : Unsere erste Fußballmannschaft gewann ihr erstes Wettspiel gdgen Turnerbund II mit dem hohen Ergebnis von 6 :1 (Halbzeit 3 :0). Am Sonntag, den 16. Mai, errangen unsere Leichtathleten folgende Siege: 5X100 m Staffel (Dsjubkewitsch, Fränkel, Rosenbaum, Orljansky, Heumann I) I. Preis. 3X200 Meter Staffel (Dsjubkewitsch, Heumann I, Orljansky) II. Preis. Dreikampf für Erstlinge Fränkel II. Preis. 100 Meter Lauf für Anfänger Orljansky II. Preis. Am 6. Juni 1920 finden große Jugendwettkämpfe mit Staffelläufen statt. Sämtliche Jugendangehörigen der Jahrgänge 1903, 04, 05, 06 und 07, die sich beteiligen wollen, sammeln sich Dienstag, den 25. Mai, abends punkt 7 Uhr im Cafe Goetheburg, Goethestr. 54. Alles bestimmt kommen! Leitung: Dsjubkewitsch. Sämtliche Aktive fordern wir nochmals auf, für den Staffellauf Grünwald-München eifrig zu trainieren. Training: Mittwoch und Samstag von 6—8 Uhr für Herren, Montag und Donnerstag von 6 bis 8 Uhr für Jugend. Die Sportleitung. PORmiiM-BflEDERLAGE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUSWAHL IN 6EBBAUCHSPOBZELLAN TÄGLICHE LAGEBEB GAN ZLNG