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Das jüdische Echo · 1920-05-14 · 20 (14.5.1920) · p. Seite 229

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
20 (14.5.1920)
Date
1920-05-14
Page
Seite 229 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 20 Das Jüdische Echo 229 zog sich ein heller blauer Himmel hin. Was taugte ihm der Himmel? So hoch erhebt das Kartoffelkind mit dem angelaufenen Köpflein die wässerigen Augen nicht. Im Berglein vor der Küche grub es herum und brauchte sehr oft nicht einmal die Hände, sondern es schlang gleich mit dem hungrigen Munde in sich hinein. - Später, später, inmitten des Sommers erhob es erst den Kopf, als es sich beinahe schon sattgegessen hatte, als sich auch die Füßlefn ein wenig stärkten und ausglichen. aber auch damals nicht zum Himmel, sondern nur zu den Fenstern des Palastes, der sich über der Küche befand. da erblickte es — weiße Vorhänge. Doch einmal rückten die Vorhänge auseinander und zwischen ihnen zeigte sich etwas — ein kleines, rosiges Kind — mit großen, großen Augen und einem weißen, mit Sternlein besäten Kleidchen . Zitternd blieb das Kartoffelkind oder Mistkind stehen. und ließ lange, lange kein Auge vom Fenster, konnte das Auge nicht davon lassen! Der Vorhang fiel zurück, aber es schaute und schaute. in den wässerigen Augen begann ein heller Strahl zu glänzen. in der Nacht kamen ihm wunderliche, unverstandene Träume. Das kleine Mädel (es war nämlich ein kleines Mädel) war verschwunden, doch das Kartoffelkind nahm die süße Gestalt mit in sein armes Herzlein. Es vergißt sie nicht mehr! Es verschließt sie in sich, es sieht sie bei Tag, es träumte von ihr bei Nacht. .Ein heiliges Geheimnis schloß es in sich ein; jetzt pflegte es nicht mehr dem Kalk zuliebe, nicht einmal den Abfällen und dem Miste zuliebe aus der Höhle hervorzurutschen, sondern dem Fenster mit den weißen Vorhängen zuliebe, zwischen denen es mit einem Male das Beste und Schönste sah. Und es hofft und hört nicht auf zu hoffen, es noch einmal zu sehen. Und es sah es noch einmal. Das aber war schon ganz, ganz am Ende vom Sommer. und war auch nicht gut für es. Man zog aus dem Palaste.in die Stadt zurück. Man nahm die Vorhänge ab, öffnete das Fenster und plötzlich schleuderte eine Hand das kleine, erhoffte und erträumte Mädel in den Mist vor das Kartoffelkind. Und das kleine, erhoffte und erträumte Mädel schlug mit einem Beine auf, das kleine, erhoffte und erträumte Porzellanmädel platzte — und hervor kamen — ein paar Sägespähne!.. Und die Lehre daraus? Erstens: Greift tiefer! Zweitens: Blickt auf das Fundament! Und wisset drittens, daß porzellanene Ideale, die man aus der Höhe vor Kartoffelkindern hinwirft, mit Sägespähnen gefüllt sind. Aus dem Jiddischen. Dr. Karl Rothschild. Gemeindenu. Vereins-Echo Gesamtausschuß der National-iüdischen .Tugend Münchens. Am Mittwoch, den 26. Mai veranstaltet Frl. D. C. Mayer aus Jerusalem eine Vorführung hebräischer Kinderlieder und Spiele. Die einzelnen Nummern, ausgeführt von den Zöglingen des Bar-Kochba München, stellen das Leben der palästinensischen Jugend im Spiele dar. sie bringen den Alltag sowie auch unsere Feste und Feiertage in Erez-Israel von der kindlichen Perspektive aus zur Anschauung. Unsere Freunde und Gesinnungsgenossen werden gebeten, sich für diesen interessanten Abend freizuha'iten. Fürsorgestelle der iüdischen Organisationen Münchens. Ab Montag. 17. Mai Sprechstunde täglich 9—10 Uhr Herzog Maxstr. 7 parterre rechts, Verwaltungsgebäude der Kultusgemeinde. Jüdischer Wanderbund Blau-Weiß. München. Sonntag. 16. Mai. 1. Zug: Treffp. 7.30 Uhr Sendlingertorplatz (nach Grünwald). 2. Zug: Treffp. Samstag 9.30 Uhr Ostfriedhof (nach Grünwald) Nachtfahrt ins Heim. Für Nachzügler Sonntag 8 UhJr Giesinger Bhf. 3. Zug: Treffp. 8 Uhr Ostfriedhof (nach Grünwald). 1. Gruppe: Treffp. 8 Uhr Bogenhauser Brücke. 2. Gruppe: Treffp. 7 Uhr Ostfriedhof (nach Grünwald). 3. Gruppe: Treffp. 2 Uhr Isartalbahn (Spielen). Bibliothekstunde Mittwoch 5.30—6.30 Uhr Bayerstr. 67/69. Jüdischer Turn- und Sport-Verein Bar Kochba, Nürnberg. Unsere Herrenriege turnt jeden Donnerstag Abend 7.30—9.30 Uhr in der Männerturnhalle. Landgrabenstr. 140. unsere Damenriege jeden Mittwoch Abend 7.30—9 Uhr im Maxtorschulhaus am Webersplatz, unsere Zöglingsabteilung für Knaben Montag Abend 6—7.30 Uhr im Maxtorschulhaus am Webersplatz, unsere Zöglingsabtei- "RbuThallmaier München ThoaänerfarAÖ. (Msgi~ 'Obr^ilanß.

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