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Das jüdische Echo · 1920-04-30 · 18 (30.4.1920) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
18 (30.4.1920)
Date
1920-04-30
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 18 30. Htpril 1920 7. Jahrgang Palästina als Judenland Privattelegramm des „Jüdischen Echo“. Berlin, 26. Äpril: Oer Oberste Rat in San Remo beschloß die Deklaration Balfours über Palästina dem Friedensvertrag mit der Türkei einzuverleiben, Großbritannien das Mandat über Palästina zu übertragen und die Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina in das Völkerbundstatut aufzunehmen. Diese lange erwartete und erstrebte Entschhessung beseitigt endlich alle Zweifel, die in den letzten Monaten der Ungewißheit entstanden sind. Die erlangte Klarheit wird das beste Mittel sein, auch in Palästina Ruhe zu schaffen, indem sie keinen Zweifel darüber läßt, daß es zwecklos ist, mit Putschen und Pogromen den Juden das Recht auf ihre alte Heimat streitig zu machen. Die Erkenntnis, daß das Judenproblem keine andere Lösung finden kann, als die Sicherung Palästinas als jüdisches Gemeinwesen ist heute so sehr in der politischen Welt durchgedrungen, daß alle von kleinen arabischen Gruppen aus egoistischen und nicht immer lauteren Motiven herrührenden Bemühungen, den Juden Schwierigkeiten zu machen, nichts an der Tatsache des werdenden jüdischen Palästinas ändern können. Es ist bis zu diesem Augenblick nicht klar, wieso die Meinung entstehen konnte, daß England sein Wort brechen und Palästina den Arabern überlassen würde. War diese Nachricht ein Fühler der daran interessierten Kreise, so wurden dieselben durch den einmütigen Protest aus aller Welt, der besonders in den großen englischen und amerikanischen Zeitungen scharf zutage getreten ist, mit aller wünschenswerten Klarheit darüber belehrt, daß eine solche Möglichkeit für England Die englische politische Welt für die Robert Cecil an der Spitze eines parlamentarischen Komitees. London, 24. April. Die Vorgänge in Jerusalem und ihre Begleitumstände sowie die zweideutige Haltung der britischen Verwaltungsbeamten in Palästina haben in sämtlichen politischen Kreisen die tiefste Erregung hervorgerufen. Allgemein ist die Ansicht, daß das Prestige Englands auf dem Spiele steht, wenn es nicht in Palästina unverzüglich Ordnung schafft und seinem den Zionisten gegebenen feierlichen Versprechen mit allem Nachdruck Geltung verschafft. Dieser Auffassung entspricht die Resolution, welche in einer vom Exekutivkomitee und den Mitgliedern der parlamentarischen Gruppe der Arbeiterpartei und der Trade Unions abgehaltenen Konferenz beschlossen wurde und in welcher an die Regierung die Forderung gestellt wird, die Festlegung der Zukunft Palästinas und die Übertragung des Mandats an Großbritannien zu beschleunigen, damit die Wiederherstellung Palästinas als nationaljüdische Heimstätte ohne Verzug durchgeführt werden könne. Am 22. April fand auch eine Versammlung statt, an welcher zahlreiche Mitglieder der beiden Häu* nicht besteht, wie sie durch den Beschluß von San Remo darüber belehrt wurden, daß sie mit der Tatsache, daß Palästina für das Jüdische Volk bestimmt ist, endgiltig zu rechnen haben. Für uns ist aber diese hocherfreuliche Nachricht unmittelbar nach den trüben Tagen der letzten Wochen eine Mahnung. Der Völkerbund gibt uns die Möglichkeit, aber die Resultate, die das jüdische Volk braucht, können nur durch eigene Arbeit und durch eigene Opfer erzielt werden. Es bedarf der allergrößten Anstrengungen aller Juden, die am werdenden Judenlande interessiert sind, — und welcher Jude ist das schließlich nicht — um die zweifellos großen Schwierigkeiten des Unternehmens zu überwinden. Es soll bei dieser Gelegenheit nicht ungesagt bleiben, daß nur diejenigen ein Recht der Kritik haben, die es sich durch eigene Mitwirkung erwarben, und daß es wenig Wert hat, bei jedem Hemmnis, an denen es gewiß auch künftighin nicht fehlen wird, den Mut zu verlieren. Hoffentlich folgt dieser Nachricht sehr bald die ebenso nötige, daß alle für den Aufbau geeigneten Elemente raschest frei nach Palästina einwandern können, damit endlich die Arbeit dort beginnt, die selbst die beste Bürgschaft für den Erfolg und die sicherste Anregung für die Juden in der Diaspora sein wird. zionistischen Forderungen in Palästina ser teilnahmen, um zu den Ereignissen in Palästina Stellung zu nehmen und die von England nunmehr einzuschlagende Politik zu besprechen. Es wurden dringliche Maßnahmen beschlossen, mit deren Herbeiführung ein aus Mitgliedern aller Parteien bestehendes Komitee betraut wurde. Zum Präsidenten dieses Komitees wurde einstimmig Lord Robert Cecil gewählt. In einem „Zionismus und San Remo“ betitelten Leitartikel des „Daily Herald“ legt John Langdon D a v i e s das Interesse dar, welches gerade die Arbeiterparteien an der Ordnung der Dinge in Palästina im zionistischen Sinne haben, da das zionistische Ideal den Aufbau eines sozialen Werkes von hervorragender Bedeutung darstelle. Der Artikel schließt mit der Erklärung, daß die Arbeiterparteien mit San Remo klare, unzweideutige Worte reden und fordern müssen, daß die gemachten Zusicherungen eingehalten werden, daß eine so wichtige Angelegenheit des Fortschritts nicht durch die Zwiespältigkeiten in der äußeren Politik erschüttert werde. Die Arbeiterpartei dürfe aber auch nicht zugeben, daß etwa die englische Regierung selbst oder ihre Beamten einem solchen Versuch hinderlich seien.

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