Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 16 (16.4.1920)
- Date
- 1920-04-16
- Page
- Seite 181 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 181 Siedlec und vieler Hunderter anderer Pogrome. Gedenkt des Beilisprozesses und der Arbeit der barbarischen Regierung, zu verbreiten die schreckliche Lüge vom Blutgebrauch bei den Juden. So hat die Regierung ihr seinerzeit gegebenes Wort gehalten. Euere heilige Pflicht ist es jetzt, zusammenzunehmen alle Kräfte und mitzuarbeiten bei der Befreiung. Wir erwarten, daß Ihr nach Möglichkeit mithelft. Bringt den Kommandanten unseres Militärs das größte Vertrauen entgegen in den Orten, die Euch am nächsten sind. Bahnt den Weg, zu bezwingen im ganzen den Feind und zu bringen den Sieg der Freiheit und Gerechtigkeit. Die oberste Leitung von den verbündeten deutschen und österreichischen Armeen. (Die Übersetzung lehnt sich eng an das jüdische Original an.) Universifätsktirse für nichtimmatrikulierte Äusländer in Berlin Es ist den Bemühungen von Herrn Professor Dr. Einstein und Geheimrat Professor Dr. Landau gelungen, den ausländischen Studenten, die infolge der bestehenden Bestimmungen an den Hochschulen nicht immatrikuliert werden konnten, einen Ersatz für die verliorengegangene Studiengelegenheit zu schaffen. Auf die Eingabe der beiden Gelehrten hat der Minister folgendermaßen geantwortet: Der Minister für Wissenschaft, Berlin W. 8, Kunst u. Volksbildung. 10. März 1920. Auf das von Ihnen in Gemeinschaft mit Herrn Professor Dr. Einstein eingereichte Gesuch vom 19. Februar d. J. erwidere ich; ergebenst, daß ich mich aus humanitären Gründen der Anerkennung der Notlage der zum Studium nicht zugelassenen Ausländer nicht verschließen kann. Ich erkläre daher mein Einverständnis dazu, daß die nach den näheren Angaben des Gesuchs in Aussicht genommenen Lehrgänge als „Staatlich zugelassene Lehrgänge Berliner Universitätslehrer“ bezeichnet werden. Jedoch betone ich ausdrücklich, da‘ß dieses Einverständnis dem Inhalt der Eingabe entsprechend sich nur auf die zur Zeit hier weilenden Ausländer bezieht, und nicht den Anlaß zu einer dauernden Einrichtung bieten soll. Über den Beginn und den Besuch der Vorlesungen bitte ich mir demnächst berichten zu wollen. An den Geheimen Medizinalrat gez. Haenisch. Herrn Prof. Dr. Landau, Hier. Man kann hoffen, daß die Zeugnisse über die Teilnahme an den Kursen und Vorlesungen von den ausländischen Regierungen anerkannt werden. Hervorragende Universitätslehrer aller Fakultäten, die an der Abhaltung dieser Kurse aktiv interessiert sind, wollen für die Anerkennung der Zeugnisse im Auslande Sorge tragen. Alle Interessenten, gleichviel welcher Fakultät, sollen sich unter Angabe der Semesterzahl, kurzer Darstellung ihres Studienganges, event. mit Vorlegung der Zeugnisse aus Seminaren und Übungen und der Exmatrikel melden. Sollten derartige Papiere nicht vorhanden sein, so müssen für das bisherige Studium glaubwürdige Nachweise erbracht werden. Die „Lehrgänge“ beginnen am 1. Mai. Nähere Mitteilungen später. Alle Zuschriften und Meldungen, versehen mit der Aufschrift betrifft „Lehrgänge“, sind zu richten an das „Kulturdezernat der B. Z. V.“ (Dr. Max Schwabe), Berlin, Seydelstraße 3. Stuttgarter Brief Seit einigen Wochen hat Stuttgart eine Vereinigung der Ostjuden. Ihre Notwendigkeit stand fest; wie notwendig sie sein würde, konnte niemand voraussehen. Jetzt ist auf scheinbare Ruhe Sturm gefolgt. Haussuchungen bei den Ostjuden, oft ganz unbegründete Ausweisungen, Schikanen jeder Art sind an der Tagesordnung. Beschwerden der Betroffenen helfen nichts, blieiben ohne Antwort oder werden mit Grobheiten erwidert. Die Ostjuden stehen diesem stillen Pogrom, der den Schuldigen mit dem Unschuldigen trifft, ziemlich fassungslos gegenüber. Sie waren bereit zu positiver Arbeit: ein Arbeitsamt sollte gegründet werden, man wollte energisch an die Berufsumschichtung der Jugend, an ihre Überführung in produktive Berufe gehen. Eine Art Selbsthilfe sollte unsaubere Elemente unterdrücken. Das brutale Auftreten der Behörden vernichtet alles, was geplant, was teilweise schon vorbereitet war. Die Ostjuden in Stuttgart können augenblicklich nichts tun. als das traurige Los ihrer am "RauThallmaier München ‘TheaünßdCr. lö. r/omjs. O^g&IlnnQ.