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Das jüdische Echo · 1920-04-09 · 15 (9.4.1920) · p. Seite 169

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
15 (9.4.1920)
Date
1920-04-09
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 15 Das Jüdische Echo 169 Blätter ist die Rede von „Fremdistämmigen, die nur die Gewinnsucht ins Land führte und die die Träger bolschewistischer Ideen sind!“ — die, abgesehen von der unerhörten Aufreizung, die in dieser Art liegt keinerlei Berechtigung in der Zahl der in Frage kommenden Ostjuden hat, die nach unseren Informationen in München eine ganz verschwindend kleine ist. Die unmittelbar von dem Erlaß betroffennen in München anwesenden Ostjuden dürften die Zahl von 20 kaum überschreiten. Wir werden diese Angelegenheit, die von außerordentlicher Wichtigkeit ist, mit Aufmerksamkeit verfolgen und hoffen in allernächster Zeit unseren Lesern Abschließendes berichten zu können. Deutsche Kommilitonen Die „Münchener Post“ vom 6. April veröffentlicht eine Zuschrift eines Studenten aus Prag, welchem die Münchener Universität die Aufnahme verweigerte, trotzdem er sich als Deutscher bezeichnete und die Universität in den von ihr verschickten Drucksachen erklärt, daß sie alle deutschen Kommilitonen gleichviel welcher Staatsangehörigkeit willkommen heißt. Es wurde ihm erklärt, daß er als Jude eben nicht Deutscher wäre. Nach dieser Handhabe dürften wohl nur Juden mit Sicherheit als Nichtdeutsche behandelt werden. Wenn ein Student aus Prag, der dort ■der heftigste Deutschenhetzer war, sich in München als Deutscher zu bezeichnen beliebt, dann wird er wohl ohne weiteres als deutscher Kommilitone willkommen geheißen. Denn das Unterscheidungsmal der jüdischen Konfession ist ja nicht vorhanden. Wie lange dauert es da wohl noch, bis die jüdischen Angehörigen des Deutschen Reiches ebenfalls nicht mehr als deutsche Kommilitonen behandelt werden? Wir selbst treten durchaus für eine Klarstellung der nationalen Begriffe ein, müssen es aber als einen unerhörten Mißstand bezeichnen, wenn die Universität diesen Begriff so anwendet Sie ist eine Anstalt des deutschen Staates, nicht der deutschen Nationalität, und wenn sie den Begriff „deutsch“ für die Zwecke der Aufnahme weiter faßt als die deutschen Reichsgrenzen, so kann es nicht angehen, daß sie eine andere als die der deutschen Sprachgemeinschaft zur Grundlage nimmt und jeden als Deutschen behandelt, der sich derselben zugehörig fühlt. Bei der gegenwärtigen Handhabung seitens der Universitätsbehörde wird, wie im gegenwärtigen Fall, der antisemitische Beamte willkürlich seiner Judenfeindschaft fröhnen können. Noch sind wir nicht so weit, daß die antisemitische Gesinnung oberstes Gesetz in Deutschland ist. Reaktionäre Absichten Die „Münchener Post“ veröffentlicht in ihrer Nr. 80 vom 6. April „Dokumente der Konterrevolution“, die einen auch heute noch überraschend wirkenden Einblick in die Organisation und Absichten der Reaktionäre gestatten. Wir empfehlen unseren Lesern dringend, sich die Veröffentlichung der „Münchner Post“ zu beschaffen. Hier wollen wir als besonders interessant eine Briefstelle abdrucken: Aus dem Brief des Leutnants Meyerl vom 11.2.: „Hoffentlich vergißt der kommende Diktator nicht, die Juden für vogelfrei zu erklären — eine Nacht genügt —, um diese Hunde auszurotten. Ich habe hier schon eine schwarze Liste angelegt, damit auch die „Richtigen“ totgeschlagen werden, denn es verdienens auch manche Nichtjuden reichlich!“ Immerhin freundlich vom Herrn Leutnant, daß er nichit nur die Juden umzubringen gedenkt. — Es öffnet sich hier ein Abgrund, dessen Furchtbarkeit wohl den schwärzesten Pessimismus übertrifft. Was sagen die Militärbehörden zu solchen „Ordnungsmännern“? Wir behalten uns vor, unter Veröffentlichung weiteren Materials auf diese Angelegenheit ausführlich zurückzukommen. — Gemeindenu. Vereins-Echo In eigener Sache. Infolge technischen Versehens, unterblieb in unserer letzten Nummer die Nennung der Autoren des Feuilletons „Der Zauberkünstler“ (J. L. Perez) und des Gedichtes „Seder im Ghetto“ (Hugo Zuckermann). Bar Kochba München. Fußballabteilung: Das Training für die Seniorenabteilung ist auf Sonntag ab V2IO Uhr vormittags auf dem Sportplatz an der Grünwalderstraße (gegenüber dem Krüppelheim Linie 25) festgesetzt. Sportabteilung : Dienstag, den 13. April, abends V28 Uhr Monatsversammlung im Kaffee Goetheburg, Goethestraße 51, nur für Mitglieder über 16 bezw. über 17 Jahre. Tagesordnung: Bericht über die Fußballabteilung, Trainingsplan der Leichtathletikabteilung, Einteilung in Staffelmannschaften. die Sportfeste im Jahre 1920 in München, \OM7t PORZEIiL.4N-NVEDKBL.AGi: MÜNCHEN TH E ATI N ERSTRAS SB 33 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUSWAHL IX HEBRAUCH9PORZELLAI TÄGLICHE LAttERERGÄXZUXG

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