Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 9 (27.2.1920)
- Date
- 1920-02-27
- Page
- Seite 105 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 105 die leiseste Anfachung der Volksleidenschaften könnte verhängnisvolle Folgen zeitigen. Die Umgehung dieser gefährlichen Reibungsflächen ist nur möglich, wenn sich die Juden als „Jüdische Partei“ organisieren. Hiedurch wären sie vom Wahlkampfe der anderen Staatsbürger ganz ausgeschaltet und vor allen unliebsamen Eventualitäten geschützt. Minister Srobar hat in seiner denkwürdigen Kosciser Rede die Juden zu eigenen Parteibildung in loyalster Weise aufgefordert.“ Gemeindenu. Vereins-Echo Würzburg. Am Donnerstag, den 5. Februar, sprach Herr Redakteur Karl Glaser über das Thema „Das jüdische Palästina“. Der Redner schilderte eingehend die politischen, geographischen, wirtschaftlichen, kulturellen Verhältnisse und Möglichkeiten. Er zeigte, daß Palästina Rettung und Aufgabe der bedrohten Diaspora bedeute und verlangte eifrige Mitarbeit auch der deutschen Juden. Eine Diskussion kam leider nicht zustande. Die Sammlungen für den Palästina-Aufbaufonds, die' bereits einige Tausend Mark ergeben haben, werden weiter fortgesetzt werden, Am Samstag, den 7. Februar hatte der Jüdische Wanderbund „Blau-Weiß“ eine Jugendversammlung einberufen, auf der Karl Glaser über „Die Aufgaben der jüdischen Jugend“ sprach. Alle Würzburger jüdischen Jugendorganisationen waren vollständig erschienen, Liberale, Neutrale, Orthodoxe. Karl Glaser erklärte, er wollte zur Jugend von der Jugend sprechen. Er verlangte, daß die jungen Menschen aller Richtungen über die Köpfe der Parteileute hinweg sich in jugendlichem Leben und in ethischer Aussprache treffen sollten. Er wies schließlich nach, daß der nationale Gedanke das eigentliche Bewegen der jüdischen Jugend sei, daß in ihm die revolutionierenden Elemente lägen, die geeignet seien das jammervolle Leben der heutigen Judenheit umzugestalten. — Die Diskussion war recht lebhaft und wandte sich mehrmals scharf gegen anwesende „ältere“ Herren, die aus leicht erkennbaren Gründen sich an der Jugendbewegung beteiligten, in der sie nichts zu suchen hätten. Das Ergebnis des Abends war die Gründung eines Sprechsaals, der der jüdischen Jugend aller Richtungen die Möglichkeit freier Aussprache geben soll. Man hofft sich die „Konjunkturpolitiker“ der älteren Generation vom Leibe halten zu können. Nach dem Vortrag waren junge Juden aller Organisationen noch lange im Heim des jüdischen Jugendbundes in freundschaftlicher Weise zusammen. Salzburg. Auf Einladung des Jugendbundes Matikwah (Salzburg) hatten sich zu einer Versammlung am 11. Februar mehrere Gäste aus München eingefunden. Der Leiter, Herr Rabbiner Dr. Altmann begrüßte die Erschienenen mit einigen warmen Worten, worauf Herr cand. med. dent. Heinrich Feuchtwanger (München) ein Referat über „Zionismus und seine Forderungen an die Jugend“ hielt. In klaren Ausführungen begründete er an Hand der jüdischen Geschichte die Entwicklung des Zionismus und ging des weiteren auf die Pflichten der jüdischen Jugend ein. Er betonte die Wichtigkeit der Orientierung nach einem jüdischen Palästina, wies auf die Art und Bedeutung der Vorbereitung hiezu hin auf moralischem, geistigem und körperlichem Gebiet. Auf das anregende, etwa einstiindige Referat folgte eine Diskussion, in der die Grundziige einer national - jüdischen' Jugenderziehung fcstgelegt wurden. — Besonders betont wurde auch der Wunsch, mit den Münchner Gesinnungsgenossen innigere Beziehungen anzuknüpfen, Man konnte ein recht erfreuliches Bild von dieser jüdischen Jugend mitnehmen, die trotz vieler Schwierigkeiten an unserer Sache begeistert teilnimmt. Ausschuß der nationaljüdischen Jugend Münchens. Samstag, den 28. Februar abends 8 Ulm im K.J.V. Vortragsabend über die „Drei Reden“ von Buber. Dienstag, den 9. März abends 7.30 Uhr im Hansa-Haus, Thierschstr., Purimfeier. Jüdische Lehrkurse. Hebräisch-Anfängerkurs: Dienstag 7.30 Uhr, Sabelsche Handelsschule. Palästinakurs: Dienstag 8.30 Uhr Sabelsche Handelsschule. Geschichtskurs fällt wegen Purim aus. Jüdischer Wanderburid „Blau-Weiß“ München. Sonntag, den 29. Febr. 1. Zug: nach Vereinbar. 2. Zug: 9 Uhr Milbertshofen (Endl.) M. 1.50. 3. Zug: 8.30 Uhr Stachus (Billet n. Nymphenburg), 5. Zug: 8.30 Uhr Giesinger Bahnhof n. Deisenhofen. 1. Gruppe: 8 Uhr Ostfriedhof, Marsch n. Starnberg. M. 1.50—2.—. 2. Gr.: 9 Uhr Waldfriedhof M. 1.50. 3. Gr. Endp. d. L. 26, Thalkirchen, I.—; 4. Gr.: 1.30 Uhr Ostfriedhof (Billet nach Griinwald) —.90. Beschäftigungsabende für junge Jüdinnen werden in München vom Jüdischen Studentinnen- Vercj^j „Kadimah“ eingerichtet werden. Es soll möglichst schon schulentlassenen Mädchen regel- PORZEIiL4N-NIE»£KLAeE 31ÜNCII THEATINERSTRASSE 33 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSST« AUSWAHL IN OmtllAI CHSPOBZELLAS TÄ« LI C1I K LA (i K K K K U Ä X X 1 »