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Das jüdische Echo · 1920-02-20 · 8 (20.2.1920) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
8 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 8 20. Februar 1920 7. Jahrgang Umschau Eugen Fuchs tritt vom Vorsitz im Zentralverein zurück. Diese Nachricht wird auch außerhalb des Zentralvereins lebhaftes Bedauern erwecken. Auch in zionistischen Kreisen genoß die Persönlichkeit des Hrn. Geheimrats Eugen Fuchs hohe Achtung. Man schätzte in ihm einen der verständnisvollsten Gegner, dessen echtjüdisches Gefühl ihn die Einheit,des Judentums stärker empfinden ließ, als das Gegensätzliche in den jüdischen^ Parteianschauungen, einen Politiker, der über den deutschen Horizont hinaus blickte, und die Notwendigkeit der praktischen Zusammenarbeit mit Zionisten und Orthodoxen in den Angelegenheiten des Gesamtjudentums erkannte. Wenn er jetzt auf dringenden ärztlichen Rat zurücktritt, „um sich den Aufregungen seines Amtes zu entziehen“, so meint er damit wohl auch die Aufregungen, die aus dem Gegensatz zwischen ihm und den ausgesprochen zionistenfeindlichen Elementen im Zentralverein bei seinem längeren Verweilen im Amt erwachsen wären. — Man darf gespannt sein, ob den Platz eines Fuchs ein Mann nach dem Herzen dieser radikalen Richtung einnehmen wird. Die zionistische Vereinigung teilt mit dem Zentralverein das Schicksal, den Vorsitzenden, Herrn Dr. Hantke, zu verlieren. Sie hat aber bereits in Herrn Dr. Alfred Klee, einem der ersten und bewährtesten Vorkämpfer der zionistischen Idee in Deutschland, einen Nachfolger gefunden, der sich, besonders in Berlin, großer Volkstümlichkeit erfreut. Herr Dr. Hantke aber ist nach London übergesiedelt, um dort im Engeren Aktionskomitee, der Leitung der zionistischen Weltorganisation, bei der Erfüllung größerer Aufgaben mitzuwirken. Seine unermüdliche Arbeitskraft wird dort ein weites Feld der Betätigung finden, denn der nunmehr beginnende Aufbau Palästinas fordert von der zionistischen Leitung ganz Außerordentliches. Inzwischen hat in London die Sitzung des Großen Aktionskomitees der Zionistischen Weltorganisation begonnen, die zum ersten Male seit Kriegsanfang die Vertreter beinahe aller Landsmannschaften vereinigt und so endlich den demokratischen Charakter der Bewegung wieder herstellt. Die A. C.-Tagung kann wider Erwarten nicht zu abschließenden Tatsachen in der Frage der nationalen Heimstätte in Palästina Stellung nehmen. Der Rücktritt Clemenceaus scheint eine Verzögerung in den Mandatsverhandlungen mit sich gebracht zu haben. Auch die verworrenen Verhältnisse in der Türkei, die zu Kämpfen in fast allen Provinzen des ehemaligen osmanischen Reiches führten, sind nicht gerade geeignet, die Regelung der vorderasiatischen Angelegenheiten zu beschleunigen. Immerhin hat gerade die letzte Zeit mehre\e Beweise dafür gebracht, daß es England mit seinem am 2. Novemb. 1919 wiederholten Palästinaversprechen ernst ist. Wir erinnern an die energische Anweisung an die englischen Okkupationsbehörden, die jüdischen Bestrebungen zu fördern, anstatt ihnen kleinliche Schwierigkeiten zu machen. Wir erinnern an die zumindestens praktische Anerkennung der hebräischen Sprache 'als Landessprache neben dem Englischen und Arabischen und weisen vor allem auf die Ernennung Sir Herbert Samuels, des früheren englischen Ministers, zum „adviser“ des englischen Oberstkommandierenden in Palästina, Lord Allenby, hin. Sir Heroert Samuel, ein Vorkämpfer für die Zionistischen Palästinabestrebungen, erhält damit einen maßgebenden Einfluß auf die Verwaltung und den Aufbau von Erez Jisroel. Auf Grund dieser immerhin recht günstigen Lage wird das Aktions-Comitee seine Beschlüsse zu fassen haben. „Eine genaue Tagesordnung der Sitzung des Aktions-Comitees“, schreibt die Jüdische Rundschau, „ist bisher nicht veröffentlicht worden. Aber auch ohnedies zeichnen sich die Probleme klar ab, die in London einer Lösung nähergebracht werden müssen. Immer stärker macht sich der Wunsch nach einem klar ausgearbeiteten Programm für die Aufbauarbeit in Palästina geltend. Die Finanzierung ebensowohl des Aufbauwerks wie der Organisation als solcher, werden ernstester Beratungen bedürfen. Einen wichtigen Teil der Tagesordnung wird sicherlich die Kulturfrage ausmachen. Unser verhältnismäßig großes Schulwerk in Palästina bedarf weiteren Aufbaues, und gerade die Amsterdamer Miisrachi-Konferenz hat gezeigt, wie akut heute diejenigen Fragen sind, die die Erziehung der heranwachsenden Generation des Jischub betreffen. Auch die Anpassung der zionistischen Organisation an die veränderten umfangreicheren Verhältnisse, der Ausbau der Organisation zur Verfassung, wird ohne Zweifel die Tagesordnung beschäftigen. Man sieht, daß das Programm reichhaltig genug sein wird und man könnte es um ein Bedeutendes erweitern, wenn man zum Beispiel des ganzen Komplexes der Galutharbeit gedenkt. Emigration, Hilfswerk, nationale Autonomie, kulturelle Arbeit im Galuth, Schutz vor Progromen und Boykotts: das alles sind Gebiete, die heute in den Bereich zionistischer Tätigkeit gehören.“ Neben der Sitzung des Aktions-Comitees fand besonders die Amsterdamer Konferenz der zionistischen Federation Misrachi das Interesse der jüdischen, vor allem der gesetzestreuen Öffentlichkeit. Diese Konferenz legt, wie der antimisrachistische „Israelit“ schreibt, „unleugbar Zeugnis ab von der numerischen und materiellen Erstarkung der Fraktion, die insbesondere in Amerika, dank der Energie und dem Geschick R. Meir Berlins, eine reichlich sprudelnde Quelle finanzieller Mittel und politischen Einflusses gefunden hat.“ Zeigen die auf der. Konferenz gefaßten Resolutionen, deren Wortlaut wir bereits in unserer letzten Nummer mitgeteilt haben, wie lebhaft die Anteilnahme ehrlich gesetzestreuer Kreise an dem zionistischen Palästinawerke und wie unberechtigt der Vorwurf der Agudas Jisroel ist, der Zionismus wolle in Erez Jisroel in „engstirniger Parteipolitik“ die Orthodoxie von der Mitarbeit

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