Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7 (13.2.1920)
- Date
- 1920-02-13
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Das Jüdische Echo Nr. 7 Übersetzung des umfangreichen Werkes hin. das nicht von einem Einzelnen, sondern nur von einer ganzen Organisation wissenschaftlicher Fachleute als Lebensaufgabe geleistet werden könne. Er selber sei mit einer Übersetzung eines Teils, der sogenannten Tosepbta, beschäftigt. Als zweiter Redner besprach Herr Rabbiner Dr. Klein über den „Talmud und das Gesetzliche im Talmud“. Er führte aus. der Talmud sei kein Gesetzbuch im gewöhnlichen Sinn, sondern ein Ouellenbuch, aus dem das bindende Gesetz erst nach genauem Studium und Vergleich der_einzelnen Quellen und aus der Erkenntnis der nachtalmudischen Gesetzesliteratur festgestelt werden könne. Alsdann erörterte er die Haltung des Talmuds und der jüdischen Religion zur nichtjiidiscben Welt und zeigte, daß schon in der alten Welt ein Unterschied zwischen Heiden und den Noachiden — allen Menschen. die die einfachsten Sittengebote befolgten — gemacht worden sei. Nacli der Ansicht der religiösen Bücher gehören die heutigen Völker nicht zu den Heiden, sondern zu den sogenannten Noachiden. demgegenüber alle Gebote des Rechts und der Sittlichkeit wie gegen Juden aufs Strengste zu beobachten sind. Das gleiche gilt für die Juden dem Staat gegenüber zumal nach dem Gebote: Staatsgesetz ist Religionsgesetz. Als dritter Redner sprach Herr Dr. Freudenthal über „Sittenlehre des Talmuds“, die sich aus der sogenannten Hagada des Talmuds ergibt. Er wies darauf hin, daß hier nur bindend sei, was sich als Fortführung und Entwicklung der biblischen Sittenlehre darstelle und zeigte anhand einer großen Anzahl von Sittenaussprüchen des Talmuds, die auch in den jüdischen Gebetbüchern zu finden seien, daß die Sittenlehre des Talmuds in der Tat eine Vertiefung und Fortbildung der biblischen Sittenlehre wäre. Da eine Diskussion von niemand gewünscht wurde, schloß Herr Dr. Freudenthal die Versammlung. Stuttgart. Samstag, den 24. Januar 1920 fand in der hiesigen Synagoge die Einführung des neuen Rabbiners, Herrn Dr. Rosenzweig, der an die Stelle des unlängst verstorbenen Bezirksrabbiners Herrn Dr. Stößel trat, durch Herrn Oberkirchenrat Dr. Kroner statt. Herr Dr. Kroner nahm zum Leit-Motiv seiner Aussprache das Pesach-Opfer. Wie das Pesach-Lamm nur in einem Hause verzehrt werden durfte, wie es unzerteilt bereitet werden mußte, so sollte auch dc{r neue Rabbiner die Einheit der Gemeinde wahren und sie gegen Teilung und Zerrissenheit schützen. Herr Rabbiner Dr.- Rosenzweig sagte in seiner Predigt, er wolle dafür sorgen, daß Licht- und Wissen in das jüdische Haus einziehe und besonders der Jugend ein Lehrer sein. Wiir hoffen, daß mit dem Einzug des neuen Rabbiners auch neues Leben in die Gemeinde einziehen wird. L—r. Jüdische Lehrkurse. Dr. Israel Taubes ist für längere Zeit von München abwesend, weshalb seine im Ziklus „Die Juden in Staat und Gesellschaft“ vorgesehenen Vorträge über die „Ostjuden“ bisauf weiteres ausfallen müssen. Die Hebräischen Kurse und der Palästina-Kurs des Herrn Avigdor fallen in dieser Woche ebenfalls noch aus. Ferner unterbleibt am Donnerstag, den 19. ds., infolge der Generalversammlung der Zionistischen Ortsgruppe der Geschichtskurs des Herrn Dr. R. Straus. Zionistische Ortsgruppe München. Donnerstag, den 19. Febr. abends 8 Uhr, im Lokal der V. J. St. „Jordania“, Bayerstr. 67/69 Rg. 1. St. Generalversammlung. — Tagesordnung: Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes, Entlastung, Abänderung der Satzungen, Neuwahl, Anträge. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Bar-Kochba München. Herrenturnen Montag 8 bis 10Uhr Universitätsturnhalle, LudWigstr. 14 Rg.; Damenturnen Montag halb 8 bis halb 10 Uhr Turnerbund, Pilgersheimerstraße; Knabenturnen Mittwoch 6 bis 8 Uhr Realgymnasium Klenzestraße; Mädchentumen 5 bis 12 Jahre Mittwoch 5 bis halb 8 Uhr Klenzeschule, 12 bis 16 Jahre Montag 6 bis halb 8 Uhr Turnerbund. Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“, München. Sonntag, den 15. Februar. 1. Zug: 8.30 Uhr Giesinger Bahnhof. M. 1.50. 2. Zug: 8.30 Uhr Stachus (Billet nach Pasing). M. 1.—. 3. Zug: 8.30 Uhr. Stachus (Billet nach Pasing). M. —.50. 5. Zug: 8 Uhr Stachus (Billet nach Pasing). 1. Gruppe: 10 Uhr Milbertshofen (Endstat. Linie 8).‘ M. —.60. 2. Gruppe 8.15 Uhr Stachus (Billet nach Pasing). 3. Grunoe 8.30 Uhr Ostfriedhof (Billet nach Grünwald) M. 1.50. 4. Gruppe9.30 Uhr Endstat. L. 26, Thalkirchen M. —.50 (Es wird abgekocht). Haschachar München. Sonntag, 15. Febr. 1920 Ausflug, Treffpunkt 9xh Uhr vorm. Ostfriedhof. Spendenausweis Münchener Spendenausweis. Nationalfonds. Siegfr. Freund grat. herzl. Preuß u. Knoch 5.—: Camilla Hohenberger grat. Elisabeth Feuchtwanger herzl. z. Verlobung 3.—; Etienne Basch trauert um die schföne Rieser’sche PORZELLiN-NIEDEBLACIE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSST»; AUSWAHL IX GEIIRAUCHSPORZEUAN TÄGLICHE LAGEltEKGÄMZUKG