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Das jüdische Echo · 1920-02-13 · 7 (13.2.1920) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
7 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 7 13. Februar 1920 7. Jahrgang Sir Herbert Samuel Sir Herbert Samuel, der bekanntlich von der englischen Regierung zum „adviser“ des T)berkommandierenden in Palästina Lord Allenby ernannt wurde, hat am 11. Januar seine Reise angetreten. Damit haben anscheinend die offiziellen Vorbereitungen für die Errichtung des „national home“ in Erez Jsroel begonnen. — Der „Jüdischen Rundschau“ entnehmen wir über die Persönlichkeit Herbert Samuels folgende Daten: .... In der Tat hätte die Wahl kaum eine glücklichere sein können. Herbert Samuel ist einer der führenden Köpfe der englischen liberalen Partei. Er war zweimal Minister, erst Postminister» dann Minister des Innern und im Kriegskabinett Asquith Blockade-Minister. Während seiner politischen Tätigkeit ist er besonders energisch gegen das Rüstungsprogramm und gegen den Militarismus aufgetreten, in der irischen Frage setzte er sich für weitgehende Homerule ein, in der Wirtschaftspolitik vertritt er jenen Liberalismus, der die menschliche und wirtschaftliche Bedeutung moderner staatlicher Sozialpolitik wohl zu schätzen weiß. Seit Kriegsbeginn hat er sein Interesse auch den Fragen der auswärtigen Politik zugewandt, insbesondere beschäftigte er sich mit den Problemen der Türkei und des Orients. Sein scharfer politischer Blick, sein Gerechtigkeitssinn und sein warmes jüdisches Herz, verstanden sofort die Größe der zionistischen Idee. Er wurde ein tatkräftiger Verfechter des Zionismus und ist, wie er selbst sagte, beinahe drei Jahre lang mit seinem ganzen Einfluß innerhalb und außerhalb des Kabinetts dafür eingetreten. Ihm gebührt ein großer Teil des Verdienstes um das Zustandekommen der Balfour-Deklaration. Als praktischer Staatsmann erkannte Samuel, daß die Juden das einzige Bevölkerungselement sind, das das verödete, dünn bevölkerte Palästina in eine blühende Provinz verwandeln könnte. Daher laufen die Interessen der Juden mit denen Großbritanniens parallel, das in der Nachbarschaft Ägyptens ein kulturell hochstehendes Volk haben muß, um nicht in der Flanke bedroht zu sein. Es ist Samuel im Verein mit Weizmann gelungen, führende englische Politiker von der Richtigkeit dieser Anschauungen zu überzeugen, und den englischen Staatsmännern, deren Horizont nicht mit der in Deutschland üblichen Elle gemessen werden darf, auch die Erkentnis des tiefen idealen Sinnes des Zionismus zu vermitteln. Als Vorsitzender des „Advisory Comittee for Palestine“, des Komitees, das der Zionistischen Organisation helfend und ratend in ihrer Arbeit zur Seite stand, wurde er von der englischen Regierung wiederholt offiziell herangezogen. Wenn er nunmehr die Rolle eines „Advisers“ des Lord Allenby zugeteilt erhält, so bekommt er die Autorisation und Möglichkeit, nun auch praktisch für die von ihm mit solchem Enthusiasmus und wahrhafter Hingabe vertretene Sache tätig zu sein. Ihm fällt die Aufgabe der Mittelsperson zwischen den englischen Behörden und den Instanzen des jüdischen Volkes zu. — ♦ * *' Herbert Samuel bei den jüdischen Delegationen. Herbert Samuel, der sich auf einer Reise nach Palästina befindet, wurde in Paris im Komitee der jüdischen Delegationen von dessen zionistischen Mitgliedern, sowie von einigen Repräsentanten der französischen Zionisten, begrüßt. Herbert Samuel gab die Versicherung ab, daß er bemüht sein werde, die großen jüdischen Kolonisationsprojekte der englischen Regierung nahezulegen. Es sei ihm bekannt, daß die englische Regierung den festen Vorsatz habe, ein modernes Wirtschaftsleben -im Lande »auszubauen. Es sei nicht Absicht der englischen Regierung, die Kolonisation auf groß-kapitalistischer Grundlage mit den Möglichkeiten von Latifundienwirtschaften auszubilden, sondern es werde sich darum handeln, in erster Reihe die Interessen der kleinen Kolonisten und der Arbeitermassen mit dem Interesse der Entwicklung des Landes in Einklang zu bringen. Die Ausführungen Samuels weckten großen Beifall. Ein Erfolg zionistischer Politik im englischen Judentum In der am 25. Januar abgehaltenen Sitzung des Board of Deputies wurde seitens des zionistischen Delegierten Marks ein Antrag eingebracht, daß die Delegierten des Joint Committee (das Joint Committee besteht bekanntlich aus dem Board of Deputies und der Anglo Jewish Association) als Teil des Comite des Delegations Juives bei der Pariser Friedenskonferenz an dessen Arbeiten teilnehmen sollten. Dieser Antrag wurde mit 86 gegen 33 Stimmen angenommen, obwohl Lucien Wolf und andere' an die Versammlung appelliert hatten, dagegen zu stimmen. Das Ergebnis ist als ein großer nationaljüdischer Sieg aufzufassen. Dazu bemerkt die „Jüdische Rundschau“ u. a.: Diese Meldung ist außerordentlich erfreulich und von großer Tragweite. Der Board of Deputies und die Anglo Jewish Association umfassen den größten Teil des nichtzionistischen englischen Judentums. Der mit beträchtlicher Majorität gefaßte Beschluß bedeutet, daß die Körperschaften des englischen Judentums die Grundlagen einer nationalen Galuthpolitik, wie sie das Comite der Delegationen in Paris treibt, billigen und daß sie gewillt sind, in diesem Sinne mitzuarbeiten und sich dem Comite der Delegationen auch organisatorisch einzufügen. Wie erinnerlich, besteht da§ Comite der Delegationen, dessen Arbeit die Bestimmungen über den Nationalitätenschutz im polnischen und rumänischen Friedensvertrag zu danken sind, aus Vertretern der Zionistischen Organisation, der jüdischen Natiönalräte und des amerikanisch-jüdischen Kongresses. Der Beitritt der Repräsentanten des englischen Judentums verstärkt die Basis des Comites und verleiht seinen Unternehmungen eine stärkere Wirkungskraft. Das britische Judentum kann sich auch in seinen ausgesprochen nichtzionistischen Teilen

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