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Das jüdische Echo · 1920-01-02 · 1 (2.1.1920) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
1 (2.1.1920)
Date
1920-01-02
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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s Das Jüdische Echo Nr. 1 Landtag für die absolute Zwangsruhe am Sonntag, ohne jede Ausnahme für die am Sabbath ruhende jüdische Bevölkerung. Sowietrußland. Zionisten Verfolgungen in Moskau. Wie „Das jüdische Volk“ in Warschau mitteilt, ist der jüdische Gemeinderat in Moskau von der Regierung aufgelöst worden. Die zionistischen Führer Salkind und Tscherikower sind verhaftet. Es sollen noch manche andere Zionisten verhaftet sein, darunter Mitglieder der Leitung des „Hechaluz“. Ukraine. Zur Lage in Südrußland. Dizengoff, der Bürgermeister von Tel-Awiw, ist von einer Reise durch Südrußland nach London zurückgekehrt und hat dem dortigen Jüdischen Korrespondenzbüro über seine Eindrücke berichtet. Er weist daraui hin, daß bei Denikin und den ihm nahestehenden Kreise die Überzeugung von dem Bolschewismus der Juden feste Wurzeln habe. Denikin erklärte, er sei gegen die Pogrome, aber ihre Verhinderung könnte durch die Juden selbst sehr erleichtert werden, wenn diese ihre politische Richtung änderten. Dizengoff betonte, daß die Pogrome überall Formen angenommen hätten, die früher unerhört gewesen seien. Wenn einige jüdische Häuser geplündert und einige Juden blutig geschlagen werden, nehmen selbst die jüdischen Zeitungen davon keine Notiz mehr. Man spricht nur noch davon, wenn Hunderte von Toten das Opfer eines Pogroms waren. In zahlreichen Städten haben viele Pogrome hintereinander stattgefunden, so in Balta sechzehn. Am schlimmsten war der Pogrom in Fastow. Als der Pogrom seinen Höhepunkt erreicht hatte, brach ein Feuer aus, das 200 Häuser einäscherte. Da begab sich der Geistliche zum Kommandanten und erklärte: „Jetzt muß ein Ende gemacht werden, man muß das Feuer löschen, denn es versteht nicht zwischen den Nationalitäten zu unterscheiden.“ Literarisches Echo M. J. bin Gorion (Berdyczewski) Vor dem Sturm. Ostjüdische Geschichten. R. Löwit Verlag, Wien und Berlin 1919. 97 S. Kart. M. 3.50. Der rührige Verlag, der seine Tätigkeit als Mittler ostjüdischer Kulturwerte sehr ernsthaft auffaßt, hat den bekannten Bearbeiter alten Sagengutes unseres Stammes veranlaßt, auch aus dem lebenden Borne seiner eigenen Zeit zu schöpfen. So entstand in schlichter, eben dadurch lebensvoller Schilderung eine Reihe kleinerer Darstellungen aus der jüdischen Welt des Ostens. Die jüngst erschienene Sammlung „Vor dem Sturm“ umfaßt eine Auswahl anspruchsloser Geschichten, die in lebenswahrer und deshalb packender Weise das enge, aber nicht beengte Leben des Juden wiedergeben. Obzwar kaum ein Erleben den Bannkreis des von Tradition und der Schwere der Lebensmiihsal bestimmten Erdentages sprengt, sprechen diese Bilder voll tiefen Schauens zu uns. Die Masse unserers Volkes lebt es, tief erschütternd dringt die Kunde zu uns und zieht uns zu ihr. Echtes Gefühl leiht der ergreifenden Tragik die Flügel, die bis zur Ewfgkeit tragen. Wir wünschen dem Büchlein, dem wir eine Probe entnehmen, viele, aufmerksame Leser —, möge die Verbundenheit daraus hervorwachsen, die allein unsere Dauer verbürgt! München. Theo Harburger. Gemeindenu.Vereins-Echo Die Chanukahfeier des „Gesamtausschusses“. Die Kultursektion des „Gesamtausschusses der Ostjuden in München“ veranstaltete am 22. Dezember im Mozartsaal des „Bayer. Hof“ einen Chanukahabend, der eine großartige Kundgebung der jüdischen Kulturarbeit in München war. Die Feier wurde mit einer eindrucksvollen Festrede — gehalten von Herrn Dr. Taubes — in jüdischer Sprache eingeleitet, der in einem allegorischen Bilde den Kampf des Judentums mit der Assimilation schilderte. Der Kampf wird in und außerhalb der jüdischen Höhle, die von Hawdalah- und Chanukahlichtern beleuchtet wird, ausgekämpft. Und wenn wir heute — ohne die Bedeutung der idyllischen Legende vom Ölkrüglein zu verkennen, das kraftvolle Geschlecht der Hasmonäer in den Mittelpunkt unseres Festes stellen, so dürfen wir doch nicht vergessen, daß wir heute nicht nur Makkabäerfeste feiern, sondern Makkabäerkämpfe mitmachen. Aber Mathatjahu und sein Haus bluteten nicht umsonst, ihr Geist lebt in uns. Die künstlerischen Ausführungen standen auf der Höhe. Herr Alexander Granach, Mitglied des hiesigen Schauspielhauses* der über ein großes Organ und reiche Vortragskunst verfügt, las Perez, Schalom-alejchem und Rosenfeld und wurde stürmisch gerufen. Der Violinvirtuose Herr Krzyzaniak, wußte durch sein bestrickendes Spiel und die gründliche Fundierung seiner Kunst das Publikum zu fesseln. Herr Siegfried Kluger ließ am Klavier durch sein eminentes Stilgefühl intimere Blicke in die Werkstatt seiner künstlerischen Leistungen tun. Er wußte durch Technik und Gefühl die Achtung aller Kenner sich zu erzwingen. Die junge, anmutige Sängerin Frl. Sophie Fleischer, die das Publikum mit ihren weichen, jüdischen Melodien in Atem hielt, konnte ihre Stimmfülle mit schönem Ton entfalten. Das volle Haus zollte ihr begeisterten Beifall. — Der Chanukahabend des „Gesamtausschusses“, der den Stempel einer JJtüncfjner Jlcucfte Jlacfjridhen ©röpte, t ägl. 2mat erfdjeinenbe 3eitung ©üb* unb 2?iitfetf)eut,'dj* lanb$. ^auffräftiger Leferfreid unb über£>eutfd)lanb$ (Trensen hinaus* gehenbe Verbreitung. ©roper lauf* männ. u. getoerbl. ©tellenmarft Ü f> e r V, älnerfannt fefyr erfolgreich für feigen aller 21rt. Slnjeigen* preis unb 3tad)tap nad) $arif.;Se$ugSpreiS monatl. V?f. 4.— bei allen beutfd)en poffanffalten 271 itf i o n £ e f e r

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