Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 49 (5.12.1919)
- Date
- 1919-12-05
- Page
- Seite 597 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilungen des Dämel-Bandes (Gesellschaft für ethische Erneuerung des Judentums e.V.) manchen, 5. Dez. 1919 Kr. 1 ———. B'nn ’froD y Jüdische Kleingärten"Hnlage München Aut die im September und Oktober d. J. vom Daniel-Bund erlassenen Aufrufe zur Gründung Jüdischer Kleingärten in München haben sich folgende 35 Familien zusammengefunden, die in der neu zu gründenden städtischen Mietgärten-Anlajre an der Mussinanstraße (beim Sendlinger Weinbauer) 6700 Quadratmeter Gartenfläche pachteten, um mit deren Bewirtschaftung im Frühjahr zu beginnen. Privatier Berthold Haymann, Schwanthalerstr. 93. Hofrat Dr. med. A. Theilhaber, Pettenkoferstr. 25. Dr. medi. Julius Adler. Schubertstr. 6. Augenarzt Dr. S. Koschland, Sonnenstr. 9. Rechtsanw. Dr. Sigb. Feuchtwanger, Residenzstr. 27. Rechtsanwalt Dr. Gustav Böhm. Schubertstr. 2. Rechtsanwalt Dr. S. Dreyfuß (Geschwister). Mozartstraße 10. Dipl.-Ing. Leo Pindrik, Goethestr. 3. Dipl.-Ing. Architekt Max Fried. Färbergraben 4. Stud, ehern. Isaak Postowskv. Augustenstr. 79. Chemigraph Nathan Chavkin, Bergmannstr. 7. Lithograph L. Minikes, Landwehrstr. 23. Schneidermeist. Leoö. Sternberg, Lindwurmstr. 145. Fabrikant Bernhard Aß, Tumblingerstr. 32. Fabrikant David Mayer, Goetheplatz 2. Direktor Sigmund Meier. Leopoldstr. 108. Kaffeehausbesitzer M. Friediger, Baverstr. 25. Kaffeehausbesitzer Ernst Klein, Bayerstr. 25. Kaufmann Jakob Reich. Ohmstr. 20. Willy Kohn. Landwehrstr. 15. „ Friedrich Silbermann, Schubertstr. 6. „ Julius Mayer, Kobellstr. 2. „ Jakob Guggenheim, Güllstr. 4. „ Albert Mechlowitz. Lindwurmstr. 42. Paul Grünbaum. Rottmundstr. 6. „ Simon Penzak, Lindwurmstr. 24. „ Julius Eisen. Schwanthalerstr. 97. „ Max Fleischer St. Paulstr. 9. „ Benno Lewin, Kaufingerstr. 34. Theodor Mendle, Prinz Ludwigstr. 14. „ Leopold Schwager, Ledererstr. 11. Walter Lustig, Isabellastr. 27. Viktor Löwenstein. Giselastr. 25. Jehuda Saposehnik, Lindwurmstr. 129. Joseph Schachno. Theklastr. la. Um weiteren Kreisen der jüdischen Bevölkerung Gelegenheit zu bieten, womöglichst in der Nähe ihrer Wohnungen Kleingärten zu bewirtschaften, ist die Errichtung einer Jüdischen Auskunftsstelle für Kleingartenpacht vorgesehen. Die Adressen freier Gartenplätze in den verschiedenen Stadtvierteln Münchens werden bis auf weiteres in diesen Blättern ausgeschrieben. Interessenten erhalten auf Wunsch näheren Aufschluß vom Ausschuß jüdischer Kleingarten-Pächter: Dr. med. Julius Adler, Schubertstr. 6, R.-Nr. 52669. Priv. B. Haymann, Schwanthalerstr. 93, R.-N. 50649. Hufruf zur Gründung einer jüdischen Lehrfarm für Kleingartenbau in München In Würdigung der Bedeutung des städtischen Kleingartenbaues für die Juden hat der Daniel-Bund seinerzeit einen Jüdischen Kleingärtenfonds gegründet und eine umfangreiche Werbetätigkeit für die Errichtung jüdischer Kleingärten in München entfaltet. Die Entstehung einer jüdischen Kleingärtenkolonie von 35 Familien war das erfreuliche Ergebnis der Bemühungen. Die von verschiedenen jüdischen Wohlfahrts- Einrichtungen, Berufsberatungsstellen u. dgl. angestrebte Zuführung der jüdischen Jugend zu produktiven Berufen scheiterte bisher hauptsächlich daran, daß es an vorbildlicher produktiver Leistung in jüdischen Familien mangelt, die auf die heranwachsende Jugend erzieherisch wirken könnten. Damit bei der Jugend Lust und Liebe zu physischer Betätigung und zu Handfertigkeiten geweckt werde, müßten die erwachsenen Juden zunächst selbst ihre Hand anlegen und einen Teil ihrer berufsfreien Zeit nützlichen manuellen Arbeiten widmen. Hierzu bietet u. a. die besonders in den Großstädten stark ausgebreitete Heim- oder Kleingärtenbewegung die beste Gelegenheit. Allein viele Juden lassen sich von der Pacht eines Kleingartens dadurch zurückhalten, daß sie über keinerlei Erfahrungen im Gartenbau verfügen und den Mißerfolg eines Unternehmens auf diesem Gebiet befürchten. In der Tat stellt das gegenwärtige System der Selbstbewirtschaftung der Kleingärten durch einzelne Pächter ohne beständige, Mithilfe eines Fachgärtners gewisse Anforderungen an die Kleingärtenbauer, denen nicht jeder gerecht werden kann. Wir wollen daher an die Gründung einer jüdischen Lehrfarm, vornehmlich für Kleingartenbau. nach Vorbild des staatlichen Mustergartens in Holzapfelskreut herangehen und verweisen auf die in diesen und in folgenden Blättern des Daniel- Bundes erscheinenden diesbezüglichen Ausführungen unseres Schriftführers N. Chavkin, der als Kleingartenpächter hinreichende Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt hat und offene Augen für die Vorzüge und Gebrechen des gegenwärtigen Kleingartenwesens besitzt. Ein etwa 3 Hektar Boden großes Terrain für diese Lehrfarm würde uns die Stadtverwaltung in der Nähe der Plinganserstraße in Pacht übergeben. Wir bitten diejenigen, die Lust haben, sich an diesem Unternehmen zu beteiligen oder die Sache finanziell zu unterstützen, die auf Seite 3 dieses Blattes angefügte Liste entsprechend auszufüllen und an unseren Kassen Verwalter Herrn Dr. Sigbert Feuchtwanger, Residenzstraße 27, einzusenden. Die Vorstandschaft des Daniel-Bundes. Vorsitzender: Hofrat Dr. med. Ad. Theilhaber.