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Das jüdische Echo · 1919-11-14 · 46 (14.11.1919) · p. Seite 355

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
46 (14.11.1919)
Date
1919-11-14
Page
Seite 355 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 46 Das Jüdische Echo 555 nalen Heimstätte in Palästina keine Veränderung eingetreten ist.“ Lord Robert Cecil schrieb folgendes: „Ich wünsche dem Meeting einen guten Erfolg. Die Verzögerung in der Ordnung der internationalen Fragen legt allen Völkern große Kraftanwendungen auf. Aber die von der britischen Regierung gegebene und von den anderen alliierten Nationen angenommene Deklaration ist ein Wesentliches Element für den Weltfrieden. Ich zweifle nicht daran, daß das jüdische Volk in relativ kurzer Zeit die Aufgabe der Errichtung seiner nationalen Heimstätte in Palästina tätig aufnehmen werde. Die Verzögerung des Friedens mit der Türkei bedeute für die Verwirklichung der britischen Deklaration nur eine Verzögerung, könne sie aber nicht verhindern.“ Der Oberst Amery vom Kolonialamt richtete folgenden Brief an die Tagung: „Die Deklaration der britischen Regierung, die von weitblickender Staatsklugheit zeugte, wird für die Juden, für Großbritannien und die ganze Welt, speziell auch für den nahen Osten große moralische und materielle Werte bringen.“ Weitere Begrüßungsschreiben gingen ein von Lord1 Bryce und den Arbeiterführern Arthur Henderson und Clynes. Lord Rothschild gab dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Verzögerung des Friedensschlusses mit der Türkei die vorbereitenden Arbeiten in Palästina verhinderten. „Dennoch Waren“, fuhr er fort, „die zionistischen Führer in der Zwischenzeit nicht untätig. Der Erfolg ist sicher, weil der überwältigende Wille des jüdischen Volkes ihn will.“ Nach Schluß seiner Rede schilug er folgende Resolution vor, die mit Begeisterung angenommen wurde: „Das Meeting versichert von Neuem den unerschütterlichen Willen des jüdischen Volkes, in Palästina seine nationale Heimstätte zu errichten. Es drückt den alliierten und assoziierten Mächten, die die Erklärung der britischen Regierung zu Gunsten der nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina als ein wesentliches Element der Friedensordnung angenommen haben, ihre Dankbarkeit aus und führt der Friedenskonferenz dringend die Notwendigkeit vor Augen, diese Deklaration schnellmöglichst zu verwirklichen.“ Ferner wurde beschlossen, an Weizmann nach Palästina ein Telegramm des Inhaltes zu senden, daß das Meeting seiner dankbar gedenke, ihm für seine Arbeit vollen Erfolg wünscht und ihm jede mögliche Unterstützung zusichert. Herbert Samuel erklärte dann, er wisse, daß die britische Regierung fest entschlossen sei. ihre Politik betreffs des Zionismus voll auszuführen. Balfours Werk werde in der jüdischen Geschichte ewig berühmt bleiben. Nach einer Unterredung mit dem Emir Faisul sei er fest überzeugt, daß dessen Bemerkungen in einem kürzlich veröffentlichten Interview auf Mißverständnissen beruhte. Es bestehe kein Grund, wegen der jüdisch-arabischen Beziehungen ängstlich zu sein: die Beziehungen würden gut bleiben. Er sei froh, daß die in Palästina aufgetauchten Vorurteile gegen den Zionismus beseitigt seien. Schritte zur Vorbereitung der Palästinaarbeit seien bereits unternommen. Die Grenzen Palästinas müßten so gezogen werden, daß sie die Bewässerung des Landes durch Ausnutzung aller Wasserkräfte ermöglichen. #Im Geiste sehe er in Palästina die Entstehung einer neuen Welt, basiert auf der Grundlage der sozialen Gerechtigkeit, die das Übel des Großgrundbesitzes verwerfe. Eine große Sensation war dann die Rede von James de Rothschild, der in hebräischer Sprache betonte, daß es Zeit zu Taten und1 nicht zu Worten sei. Dann sprach Nahum Sokolow, der aus Paris eingetroffen war. Er teilte mit, daß er von dem amerikanischen Vertreter bei der Friedenskonferenz Polk. vom französischen Außenminister Pichon und vom Vertreter Italiens bei der Friedenskonferenz Zrialoja die Versicherungen erhalten habe, daß sie die Unterstützung der zionistischen Wünsche fortsetzen würden. Der Oberrabbiner Herz gab seinem unerschütterlichen Glauben an die Verwirklichung von Englands Versprechen Ausdruck. Boris Goldberg beschrieb in hebräischer Rede den Eindruck, den die Balfoursche Deklaration in Rußland gemacht habe. Nach ihm sprachen Cowen, Shire und Sacher. Dann drückte der armenische Vertreter Malkolm die Hoffnung aus. daß die Wünsche der Armenier ebenso sicher erfüllt werden mögen, wie die der Zionisten, und begrüßte die zionistischen Erfolge mit herzlichen Worten. Nachdem die oben mitgeteilte Resolution unter großem Enthusiasmus angenommen war, schloß das Meeting mit dem Gesang der Hatikwah. Gemeindenu. Vereins-Echo Bar Kochba München. Einen recht erfreulichen Erfolg brachten unserer Leichtathletik-Abteilung noch die Jugendwettkämpfe des M.T.V. am 12. Oktober ds. Jrs. Fränkel errang mit der schönen Leistung von 1.50 m im Hochsprung den 3. Preis. Dazu ist zu bemerken, daß der erste und zweite es nicht über diese Leistung brachten und die Preise durch Stichkampf festgesetzt werden mußten. Landmann II errang im Fünfkampf den ersten, Saposchnik II in derselben Konkurrenz den dritten Preis. Bei einer Teilnahme der größten Münchner Vereine wie „1860“, M.T.V., Jahn, Turngemeinde errang unsere Mannschaft in der 10X80 m Stafette den dritten Preis. Ein sehr guter Abschluß unserer Leichtathletik-Abteilung in der heurigen Saison! — Das Wintertraining hat bereits begonnen und trainieren die Herren- und Jugendäbteilung Dienstag von 7—9 Uhr abends und Sonntag von 10—12 Uhr vormittags; die Damenabteilung Sonntag vormittags von 10—12 Uhr in der großen Jahnturnhalle an der Wiedenmayerstraße. — Auch unsere Turnabteilungen haben einen schönen Aufschwung genommen. Unter Leitung der Turnlehrerin Frl. Deibele turnt unsere Damenabteil'ung Montag von V28 bis 9 Uhr im Damenturnsaal des T.V. Jahn. Unsere Herrenabteilung turnt vorläufig unter Leitung unseres I. Turnwarts. Herrn Dr. Benjamin. Samstag von 8—10 Uhr in der Jahnturnhalle. Doch versuchen wir für die Herren eine passendere Turnzeit zu finden und werden wir dieselbe noch bekannt geben. Herr Turnlehrer Prof. Tyroff hat die Leitung unserer Knabenabteilung wieder übernommen und turnt dieselbe nun regelmäßig Mittwoch von 6—3/48 Uhr im Neuen Realgymnasium an der Klenzestraße. Unter Leitung von Frau Hennv Reich turnt unsere Mädchenabteilung Mittwoch von 5 bis 7 Uhr in der Klenzeschule. Neuanmeldungen nimmt der betreffende Abteilungsvorstand entgegen. Die Vorstandschaft des Bar Kochba München. Haschachar. Hebräische Stunde 1. und 2. Kurs Donnerstag um 7 Uhr. Sonntag, den 23. November gemeinsamer Ausflug. Treffpunkt Wird am Donnerstag bekannt gegeben.

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