Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 44 (31.10.1919)
- Date
- 1919-10-31
- Page
- Seite 533 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 Das Jüdische Echo 533 gewesen war und jetzt als Christ seine jüdische Seele haßt und1 martert, indem er seine jüdischen Brüder martert und verfolgt. Aber das Blut in ihm schläft nicht, seine jüdischen Ahnen stehen in ihm auf und gewinnen als ihren Vorkämpfer den Baal Schern selbst. In erschütternden Szenen spielt sich der schwere innere Kampf des Bischofs, sein nächtliches Ringen mit dem gewaltigen Widersacher, der sich Verbündete in des Bischofs eigenem Herzen sucht, seine endliche Niederlage und damit seine Erlösung ab. Es ist die Tragödie des „Abtrünnigen“, des Assimilanten überhaupt, die Arnold Zweig darstellt: es ist zu hoffen, daß die zum Herzen des deutschen Judentums spreche. — Die Gedichte, die Arnold Zweig im Anschluß an das Drama las, bedeuteten eine zweifelllose Abschwächung. — Der Dichter verstand es, seine Werke gut zu Gehör zu bringen. Der jüdiscihe Volksliederabend am Samstag, den 25., versetzte vor allem infolge, der stimmlichen Fähigkeiten des Vortragenden, des Kammersängers Herrn Spiwak vom Stadttheater in Nürnberg das Publikum in helle Begeisterung. Die Auswahl der Lieder hätte vielfach eine andere sein und mehr Volkstümliches bringen können. Auch hatte man hier und da den Eindruck, daß jüdische Volkslieder doch' anders, schlichter, weniger konzertmäßig hätten vorgetragen werden müssen. Herr Kapellmeister Siegfried Fat vom Stadttheater in Nürnberg gefiel durch die verständnisvolle, unaufdringliche Art seiner Begleitung. Über die finanziellen. Ergebnisse der Palästinawoche. die nach den bisherigen Resultaten befriedigend zu sein scheinen, wird nach Abschluß der Sammlungen berichtet werden. Aus der Jüdischen Welt Errichtung jüdischer Schulen in der Ukraine. Der Ukrainische Pressedienst meldet: Das Departement für Volksbildung beim Ministerium für jüdische Angelegenheiten hat ein Projekt betreffend die Errichtung von jüdischen Schulen auf dem Territorium der ukrainischen Volksrepublik ausgearbeitet. Das Projekt umfaßt Pensionate, Kinderhorte, niedere und höhere Anfangsschulen, Institute und Kurse. In den Unterrichtsplan ist das Studium der ukrainischen Literatur, Geschichte und Geographie obligatorisch aufgenommen. Gemeindenu. Vereins-Echo (Untere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnaohrlohten, die In diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höfliohst eingeladen.) Bar Kochba München. Bei dem am Sonntag, den 12. Oktober stattgefundenen III. Großen Stafettenlauf Grünwald-München belegten wir bei Konkurrenz von 24 Vereinen mit folgender Mannschaft den 8. Platz: Finkei, Grünspann II, Heumann I, Kluger I, Heumann II, Landmann II, Levite, Dsjubkewitsch, Saposchnik I, Saposchnik II, Grünzeug, Grünspann I, Misch, Kluger II, Kupfer, Fränkel, Wolff, Marx, Anysch, Orljansky. Das Resultat ist um so erfreulicher, als in der Mannschaft 9 Jugendangehörige liefen. Das Training für sämtliche Leichtathletik-Abteilungen beginnt Dienstag ab 8 Uhr in der Jahnturnhalle. Neuanmeldungen werden dortselbst entgegengenommen. Die Mädchenturnstunde findet von jetzt ab Montag von 7*8 Uhr, die Damenturnstunde Montag von 8—ValO Uhr statt. Dia Turn- und Sportleitung. Zionistische Ortsgruppe München, Verein Ahawath Zion. Herr DipL-Ing. Avisrdor wird am Dienstag, 4. November, abends 81/» Uhr im Saal des K. J, V. (Bayerstr. 67/69) über „Einführung in die Palästinakunde“ sprechen. Gleichzeitig können Anmeldungen zu den hebräischen Kursen angenommen werden. Würzburg. Am 29. v. M. fand die Generalversammlung der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe statt. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Herrn Reallehrer David Tachauer, 1. Vorsitzender; Dr. Nürnberg, 2. Vorsitzender; Frl. Rosenblatt, Nationalfondskomm.; Frl. Sonnenberg, Schriftführerin; Herr Emil Grünfeld, Kassier und Herr Nathan Grünfeld. Die Arbeit soll im nächsten Winter mehr intensiv als extensiv betrieben werden. Alle 14 Tage ist ein Geschichtsvortrag, daran anschließend wird ein Thema aus der Entwicklungsgeschichte des Zionismus besprochen. Die dazwischen liegenden Abende sind als Diskussionsabende gedacht mit Referenten und Besprechungen neuerer und auch älterer Schriften zur Judenfrage. Die Ortsgruppenabende finden jeden Mittwoch im Vereinslokal, Mergentheimerstraße 8 p. statt. Bad Kissingen. Herr Emil Jeidel, Inhaber des Hotels Ehrenreich, kaufte das ehemalige Dr. v. Sohlernsche Sanatorium, Theresienstr., um dasselbe zu einem Hotel ersten Ranges einzurichten. Damit wird einem vielfach gehegten Wunsche des Kurpublikums Rechnung getragen und einem wirklich bestehenden Bedürfnisse abgeholfen. Stuttgart. Vor kurzem hielt der Verein der hebräischen Sprachschule Talmud-Thora Stuttgart seine Generalversammlung ab. Die Vorstandschaft gab Rechenschaft über das erste Schuljahr und konnte über sehr befriedigende Kenntnisse der Schüler berichten. In den neu gewonnenen Lokalitäten lernen gegenwärtig alltäglich über 70 Schüler und Schülerinnen; außerdem findet ein Sprachkurs für Erwachsene (Anfänger) statt. Dem früheren Leiter der Schule, Herrn M. Broser, der aus persönlichen Gründen aus seinem Amte geschieden ist, wurde Dank für seine aufopfernde Tätigkeit ausgesprochen. Herr Fabrikant J. Pilnik wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Schule zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. In den Ausschuß wurden gewählt die Herren: Pilnik, J. Katz, Rimpel, Nowytarger, Schreiber und Friedrich. Am 11. Oktober sprach hier in einer ostjüdischen Versammlung Herr Jakob Reich aus München über Ostjüdische Organisationsfragen. Der Redner forderte nach dem Vorbilde anderer Städte den Zusammenschluß der Ostjuden in Stuttgart, und erläuterte die Aufgaben eines solchen Zusammenschlusses auf inner-kulturellem und äußer-politischem Gebiet. Insbesondere hob er den jetzt wieder so stark hervortretenden Antisemitismus hervor, der in so starkem Maße besonders die Ostjuden treffe, wofür er Begebenheiten aus anderen deutschen Orten anführte. In der Diskussion sprachen verschiedene Herren, die sich alle über die Notwendigkeit des Zusammenschlusses im Klaren waren. Es wurde beschlossen, die vorbereitenden Schritte sogleich zu unternehmen. Spendenausweis Daniel-Bund (Gesellschaft für ethische Erneuerung des Judentums E.V.). 8. Ausweis für