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Das jüdische Echo · 1919-10-21 · Sondernummer (21.10.1919) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
Sondernummer (21.10.1919)
Date
1919-10-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Sondernummer 21. Oktober 1919 Äufruf! Palästina, die historische Heimat des jüdischen Volkes, soll nach den feierlichen Erklärungen der Großmächte auf der Friedenskonferenz wieder zu einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk werden. Damit erwachsen der jüdischen Gesamtheit Aufgaben gewaltigster Größe. Palästina ist ein Land, das kulturell noch entwickelt werden muß. Kolonisationsarbeiten, Häfen-, Straßen- und Bahnbauten, soziale und kulturelle Einrichtungen mannigfachster Art müssen errichtet und ausgebaut werden, soll das Land imstande sein, einen beträchtlichen Teil der jüdischen Einwanderer aufzunehmen, die dorthin strömen werden. Dazu kommt, daß in Palästina der Krieg die Ergebnisse jahrzehntelanger Arbeit der jüdischen Kolonien außerordentlich geschädigt, vielfach ganz zerstört hat. Die Arbeit muß rasch aufgenommen und energisch durchgeiührt werden. Kein Aufschub ist mö^ lieh. Große Massen im Osten sind verelendet und ihrer Heimat beraubt und warten sehnsüchtig aai den Augenblick, in dem sie sich in Palästina niederlassen können. Jeder Jude muß wissen, daß das Schicksal der neuen jüdischen Siedlung in Palästina auch für ihn von Bedeutung werden wird. Das Urteil der Welt über die jüdischen Leistungen im jüdischen Lande wird entscheidend sein auch für die Beurteilung der Juden in allen anderen Ländern. Die Mittel, die für die Vorbereitungsarbeiten erforderlich sind, sind außerordentlich große. Sie betragen nach sorgfältiger Schätzung für das erste Jahr 30 Millionen Mark. Die deutschen Juden müssen Wert darauf legen, an diesem Werke der Gesamt]udenheit beteiligt zu sein. Der Aufbau des jüdischen Palästina ist keineswegs nur Sache der zionistischen Partei; wie es denn auch keine Partei im positiven Judentum gibt, die den Palästina-Aufbauplänen ablehnend gegenüb erstünde. Jeder Jude, gleichviel welcher Richtung und Stellung, hat die Pflicht an dem Werke mitzuarbeiten. Naturgemäß sind große Geldmittel eines der Haupterfordernisse. Wir bitten deshalb unsere jüdischen Mitbürger durch Geldspenden an der großen Aufgabe mitzuwirken. Durch freiwillige Hilfskräfte werden wir Ihnen eine Zeichnungsliste vorlegen lassen und bitten Sie, Ihren Beitrag in dieselbe einzutragen. Spenden werden im „Jüdischen Echo“ ausgewiesen. Deutsches Komitee für den Palästina-Äufbaufonds Ortsausschuß München. Dr. Julius Adler, Julius Basch, Privatdozent Dr. Erich Benjamin, Professor Arthur Cohen, Dr. Alexander Eliasberg, Dr. Sigbert Feuchtwanger, Privatdozent Dr. Adolf Fränkel, Justizrat Dr. Emil Fränkel, Jakob Fränkel, Rechtsanwalt Alfred Perlmutter, Dr. Benno Perlmutter, Amtsrichter Dr. Schäler, Dr. Julius Siegel, Dr. Elias Straus, Dr. Berthold Weiß, Arnold Zweig. Gebt für den Palästina-Aufbaufonds! Jeder nach seinen Kräften!

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