Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 40 (3.10.1919)
- Date
- 1919-10-03
- Page
- Seite 480 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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480 Das Jüdische Echo Nr. 40 Verknüpfung: von gottheiligender Pracht und armseligem Tagwerkdasein, die Inkongruenz von Enge und Unendlichkeit, ist hier von einem Meister erschaut und in köstlichen Einzelfiguren lebendig geworden. Siegfried Schmitz hat die deutsche Übertragung mit künstlerischem Verständnis besorgt. Inhalt und Form haben sich hier zu einem vollkommenen Produkt bester Buchkunst vereinigt. * ♦ * „Esra“. Monatsschrift des jüdischen Akademikers. herausgegeben vom jüdischen Hochschulausschuß Wien. (Zu haben bei A. Wertheimer, München, Westenriederstraße.) Wir weisen alle jüdisch interessierten Kreise, besonders aber unsere Akademiker mit Nachdruck auf diese neue ausgezeichnete Zeitschrift hin. Es liegen bis jetzt vier Hefte vor, die folgenden Inhalt haben: Heft 1: Der notwendige Weg. — Eugen Hoeflich: Paris. Arabien und Jerusalem. — Dr. Oskar Rosenfeld: Das Problem einer jüdischen Kunst. — Max Brod: Naivität im Judentum. — Albert Ehrenstein: Dezembergang. — Weitere Beiträge von: Posi, Felix Weltsch, Siegfried Schmitz und Ernst Müller. Heft 2: Hugo Bergmann: Ansprache. — Eugen Hoeflich: Bolschewismus. Judentum und die Zukunft. — Oskar Karbach: Der asiatische Kurs. — Elijahu Rappeport: Jeschualegenden. — Weitere Beiträge von: Robert Weltsch, Adolf Böhm und Friedrich Thieberger. Heft 3: Doz. Dr. H. Torczyner: Wichtige Aufgaben. — Robert Weltsch: Die jüdische Anatomie. — Jean Vecsler: Zur Geschichte der Juden Rumäniens. — Zwei Hymnen aus dem Buche Rasiel. — Kabbalistische Hymnen. — Eugen Hoeflich: Die weißen Kabbalisten. — A. Z. Schwarz: Die Pflicht unserer Wissenschaft. — M. Menkes: Über Hechaluz in Deutchsösterreich. — Hoeflich: Artur Ruppin. Heft 4: Dr. Charlot Straßer: ’ ^Latenter Antisemitismus. — Arno Nadel: Der Sündenfall. — Eugen Hoeflich: Aphorismen zur jüdischen Jugendbewegung. — Rabindranath Tagore: Asien und Europa. . Wir lassen einige Beiträge aus dem Gebiet der schönen Literatur hier folgen. Kabbalistische Hymnen. 1. Ich trauriger Scherben mehrte Sünde. Veruntreute Einzigkeit. Brachte Mängel in des Himmels Heiligkeit. Trübte Bäche. Des Quells Sprudeln versiegte. Da verhülltest Du erschreckt dein Angesicht. Des Nordens König dehnte seine Grenzen aus. Sprengte die Herden auseinander. Steckte den Garten in Flammen... 2. Du weiltest auf der Heide, im Beduinenzelt. Erklimm den Karmel, siehst du den Baschanberg? Zum heimlichen Garten Schöne, erhebe dein Auge„ Sieh dein Blumenbeet, daß es voll Rosen ist. Warum nur köstlicher Geliebter verläßt du meinen Garten, Zu spielen in fremden Gärten, in fremden Wäldern? Komm in den Garten, dort wollen wir essen gutes Obst, Im Schloß der Schönäugigen sollst du liegen und schlafen. (Nachdichtung von Meir Wiener.) Aphorismen zur jüdischen Jugendbewegung. Von Eugen Hoeflich. Der Bund der jüdischen Jugendbewegung ist wie alles, was von in Europa lebenden, auf Zion gerichteten Juden gesetzt wird, eine Interimsangelegenheit, eine Stufe der Vorbereitung zur Tat, zu der aber die Bereitschaft notwendig ist, die in der jüdischen Seele ist von Anfang an. Die Kapsel aber, die sie umschließt, sprengt die Gewalt des Fuhlens, mitunter die Erkenntnis seltener die äußeren Ereignisse. Unbedingtheit in Liebe, Handeln. Moral und Leben dürfe nicht das Ziel einer jüdischen Jugendbewegung sein, sagte Einer, der vergaß, daß eben diese Unbedingtheit oder Konsequenz der Gefühle wie der Tat jüdische, asiatische Ereignisse sind, von denen das barbarische Europa erst durch das dem Judentum entbundene Christentum erfuhr. Es kann diese „hausbackene“ Ethik natürlich nicht Ziel einer jüdischen Bewegung sein, sondern ihre Grundlage. Ihr Ziel muß das Judentum mit allen seinen Äußerungen und Verinnerlichungen sein und ihr Weg, der Weg nach Asien, körperlich und geistig zu beschreiten. "RauTfhallmcner München Theatinerftr.lQ.