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Das jüdische Echo · 1919-09-05 · 36 (5.9.1919) · p. Seite 431

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
36 (5.9.1919)
Date
1919-09-05
Page
Seite 431 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 431 Die Sonne stieg über die Erde auf. und der Mann erhob sich und wusch sein Gesicht in den Fluten des Wassers. Dann begab er sich in das Bethaus. Und es geschah, da die Zeit der Saat herankam, daß sich der Mann gar sehr mit seiner Arbeit tummelte. Das Volk aber meinte, man solle sich nicht so beeilen, denn der Hagel könnte kommen, und wie im verflossenen Jahre alles zerstören. Und als der zweite Regen eintrat, dann erst begannen sie zu säen. Aber Gott brachte einen heftigen Sturm über das Land und alle Frucht und alle Saat fiel ihm zum Opfer. Aber der Saat des Mannes tat er keinen Schaden. So ward des Mannes Arbeit gesegnet, und er wurde reich. Da sah das Volk, daß Gott nicht nur im vergangenen, sondern auch in diesem Jahr mit ihm war und drängte ihn, ihnen die Ursache seines Glückes zu künden. Er aber hütete sein Geheimnis gar wohl. Da kam zu ihm sein Weib und bat ihn, ihr sein Geheimnis zu enthüllen, er aber weigerte sich dessen. Als sie jedoch ihn unaufhörlich plagte, da schüttete er ihr sein Herz aus. Einmal brach ein Streit aus zwischen dem Weibe des Mannes undi der Mutter des Mädchens, das auf dem Orte begraben war. wo der Mann gelegen hatte. Da sagte das Weib des Mannes: „Komm, und ich will Dir Deiner Tochter Grab zeigen.“ Da weinte die andere und fiel auf das Grab ihrer Tochter und schüttete ihr Herz aus. Aber der Mann wußte von all dem nichts. Und als er im dritten Jahre am Vorabend des Neujahrsfestes auf dem gleichen Orte lag. da vernahm er um Mitternacht wiederum dieselbe Stimme: „Fliege, o Schwester, mit unserem Troß Lausche, was birgt das Jahr in dem Schoß!“ Aber diesmal antwortete das Mädchen: „Still, Schwester, hemm’ der Zunge Lauf, Birg das Geheimnis tief in Deiner Brust, Nie darf des Menschen Ohr daran sich letzen. Nie mit uns teilen was der Geister Lust.“ Und niemals hörte er mehr die Stimmen und wußte nicht mehr, wie er seine Arbeit einrichten sollte. Seitdem quälte' er sich mit ewigen Vorwürfen, weil er seiner Zunge nicht Halt geboten hatte. (Nach J a w e t z von Ben Jacob.) Gemeindenu.Vereins-isho (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnaohrlohten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höfllohst eingeladen.J Misrachi-Ortsgruppe München. Es ist uns gelungen. den bekannten Führer des Misrachi, Herrn Rechtsanwalt Dr. Arnold Barth aus Berlin, zu einem Vortrag in München über das akute Thema „Orthodoxie und Zionismus“ zu gewinnen. Dieser Vortrag findet am Dienstag, den 9. September, abends 8 Uhr in den Prinzensälen des Cafe Luitpold statt. Bei der anerkannten Bedeutung des Redners dürften seine Ausführungen das größte Interesse erwecken. Wir ersuchen unsere Mitglieder und alle Jüdisch-Interessierten recht zahlreich zu erscheinen. Talmud-Thora-Schule. München. Klenzestr. 34 Rg. II. Die Einschreibung neu eintretender Knaben und Mädchen beginnt Montag, den 8. September von 9—12 vorm, und 3—6 Uhr nachm. Am 8. September 9 Uhr vorm, beginnt auch wieder der regelmäßige Unterricht. Der Vorstand. Jüdischer Wanderbund Blau-Weiß e. V.. München. Unser Verein hat in Neu-Biberg ein Landheim erworben. Alte und neue Freunde unserer Sache, die sich dafür interessieren, werden gebeten, sich mit Herrn Gustav Sachs, Herzog Wilhelmstraße 28 (Tel. 8108) in Verbindung zu setzen. Sonntag, 14. September. Wiederbeginn des regelmäßigen Wanderbetriebes mit gemeinsamer Treffahrt ins neue Landheim. Treffpunkte werden noch bekanntgegeben. Das Komitee für iüdische WohltätigkeitsVeranstaltungen gibt bekannt, daß am 13. Oktober d. J. abends 8 Uhr in Saale der Tonhalle, Türkenstr. 5, ein großer Theaterabend stattfindet. Aufgeführt wird „Josef und seine Brüder in Ägypten“. Als Mitwirkende sind hervorragende Kräfte gewonnen. Der Erlös des Abends soll für die Lemberger Pogromopfer verwendet werden weshalb auf zahlreichen Besuch gerechnet wird. Näheres wird noch bekannt gegeben. Das Komitee: Bernstein. Kohn. Spendenausweis Münchener Spendenausweis. Büchsenleerung: Bei den K.J.V.ern München, geleert durch Otto Ballin: Walter Markowicz 7.76. Karl Benjamin 5.—, Kurt Mayer 7.25, V.J.St. Jordania 12.24, Fritz Stein 8.42, Gustav Meyerstein 2.03, Josef Preuß 4.17, Siegfried Freund 7.10, Hans Altertum 4.05, Aron Iserlin 2.72, Karl Lewen 10.60, Philipp Schnapp 5.—, Moses Silberberg 5.—. Otto Ballin 5.—, 14 Büchsen: 96.34. Nationalfonds: H. Stahl grat. z. Vermähl. Siegl-Landauer 2.—, Heini Mahler gewonnene Wette von Elisabeth 2.—. Marie Sufrin grat. herzl. Rosl Ehrentreu 3.50, Sternfeld dankt d. Finder f. Rückgabe s. Brieftasche 5.—. Emil Botie u. Frau dankt allen Verw. u. Bekannten f. Gesch. u. Aufmerksamkeit. anl. d. Vermählg. ihres Sohnes 5.—. Herzl-Wald: Gebr. Pomeranz, München, spenden a. d. Namen Saly Pomeranz, Stuttgart z. d. Geburtstag 1 B. 10.—. Farn. Scheinmann a. d. Namen ihrer Tochter Salv zum Geburtstag 1 B. 10.—. Selbstbesteuerung: Viktor Pomeranz. Goethestr. 12, 3. Rate 5.—. G e s a m t a u s s c h u ß der Ostjuden: Durch Herrn H. Schönmann erhalten anl. d. Genesung d. Frau Berta Kluger 55.—. Zahlungen sind zu richten an Elisabeth Mahler. Postscheckkonto 10121. Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds sieht sich infolge der ganz erheblich gestiegenen Unkosten für Grund und Boden und Arbeiterlöhne in Palästina gezwungen, den Preis für einen Ölbaum von 6 auf 10 Mark zu erhöhen. Spendenausweis Nürnberg-Fürth. Für den Nationalfonds: Jul. Friedmann anl. s. Verlob, mit Frl. Rosel Bensinger 50.—. Herr Orlianski u. Fr. Sofie, geb: Saposchnik anl. d. Geb. d. Söhnchens 50.—, Frl. Lina Lemle, Fischach b. Augsburg, anl. i. Verlob. 3.—. durch Leop. Birnbaum, Fürth: R. Faust b. d. Brismilah s. Sohnes ges. 2.31, S. Fleischmann anl. d. Geb. s. Sohnes 6.50, Frl. Blaugrund anl. ihrer Verlob. 20.—, Komm.-Rat Sig. Heymann anl. d. Verlob, s. Tochter 5.—, Herrn Gostorffer anl. d. Ablebens v. Frl. Gostorffer 5.—.

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