Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 35 (29.8.1919)
- Date
- 1919-08-29
- Page
- Seite 417 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 417 Kaplansky. Die Beratung schloß sich dann den Vorschlägen des Verbandbureaus und einzelner Landsmannschaften an, umgehend eine poalezionistische Delegation nach Palästina zu entsenden, die an Ort und Stelle die eingebrachten Vorschläge prüfen und später der Weltkonferenz ein Projekt für die Tätigkeit der jüdischen Arbeiterschaft für und in Palästina vorlegen soll. Die Beratung wählte eine Delegation, die aus den Vertretern der an der Konferenz nicht beteiligten Landmannschaften ergänzt werden muß. die sich umgehend nach Palästina zu begeben hat. In das neue Sekretariat des Verbandsbureaus wurden gewählt die Herren Chasanowitsch Jahrblum, Kaplansky. Locker und Sokal. Die Tagung beauftragte auch das Verbandsbureau, führende Genossen nach Amerika und Rußland zu entsenden. Voraussichtlich werden nach der Beendigung der Tagung in Luzern die Sitzungen unter Beteiligung der Vertreter der amerikanischen, englischen und palästinensischen Partei fortgesetzt werden. Aus der Jüdischen Welt Die offizielle Bezeichnung der iüdlschen Legionäre. Die jüdischen Legionäre in Palästina erhielten jetzt von den englischen Militärbehörden die offizielle Bezeichnung „Judeans“: zu ihrem Abzeichen wurde eine Menorah bestimmt. Banknoten mit Jüdischen Schriftzeichen. Nach der Ukraine hat jetzt auch die litauische Regierung in Kowno Banknoten herausgeveben. die unter anderem auch jüdische Aufschriften tragen. Jidisch in der Berliner Gewerkschaften. In der Berliner Schneiderbranche finden sich viel jüdische Arbeiter, besonders in der Konfektionsbranche. Zum größten Teil sind sie Mitglieder des hiesigen Schneidervereins. Da nicht alle Deutsch verstehen, haben die jüdischen Schneider eine besondere jüdische Sektion verlangt, welche die jüdischen Arbeiter indem Verein organsieren sollte. Dieses Verlangen ist erfüllt worden. Vor einigen Wochen hat diese Sektion eine Versammlung mit jüdischen Referenten einberufen. So ist die jidische Sprache zum ersten Male von den deutschen Gewerkschaften anerkannt worden. Eliahu Kaplan gestorben. Dem Kopenhagener Bureau wird aus Jaffa telegraphiert: Der bekannte Chowew-Zion Eliahu Kaplan aus Skopin ist am 15. August In Tel Awiw gestorben. Eliahu Kaplan, der mehr als 10 Jahre in Jaffa gelebt hat, war eine der angesehensten Persönlichkeiten innerhalb der palästinensischen Judenheit. Dem überlieferten Judentum die Treue wahrend, war er gleichzeitig ein Freund jeglichen Fortschrittes in der jüdischen Entwicklung Palästinas, an der er selbst tätigen Anteil genommen hat. Die Errichtung der Synagoge in der Kolonie Katra war sein Werk. Über allem Parteihader stehend, genoß er das größte Ansehen und das uneingeschränkte Vertrauen bei allen jüdischen Parteien des Landes. An seinem Grabe sprachen Vertreter des Jaffaer Rabbinates. ferner die Herren Alexander Süßkind-Rabinowitsch und Dr. Mossinsohn. Incoralo ^nt*en *m >Jüd. Ech0‘ UllJuI UlU größteVerbreitung j Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus 8emolnden und Vereinen und von Personalnaohriohten, die In diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höfllohst eingeladen.} Der Haschachar München hat mit einem geselligen Ausflug nach Starnberg seine Ferien eingeleitet. — Die intensive Arbeit des letzten Halbjahres, die fortschreitenden hebräischen Sprachstudien, Referate, geschichtliche Kurse und die Einübung jüdisch-nationaler Lieder haben unter den Mitgliedern einen regen Erfolg gezeitigt. Im September er. beginnt anschließend an die Kurse des letzten Semesters ein Unterricht für Anfänger im -Hebräischen. Die genaue Festsetzung der Lehrstunden wird noch bekannt gegeben. Eventuelle Anfragen sowie Anmeldungen sind an Frau Henny Reich. Ohmstr. 20 und Meta Lichtenstein, Adelheidstraße 34, zu richten. Würzburg. Die bevorstehende General- Versammlung des jüdischen Lehrervereins für Bayern wird am 1. und 2. September hier stattfinden. Durch die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen der letzten Zeit werden die Ergebnisse der Tagung weit über den Stand hinaus von großer Tragweite für die Gemeinden sein. Stuttgart. Am 21. Aug. sprach in der zionistischen Ortsgruppe Herr Dr. Max Hirsch -Berlin über Zionismus und Jugend. Der Redner ging von dem Gedanken aus, daß innerhalb der zionistischen Bewegung Platz für verschiedene Weltanschauungen sei und legte die Stellung eines großen Teils der zionistischen Jugend Deutschlands dar. Er forderte, daß sich niemand dem kulturellen Kampf, der in Palästina einsetzen wird, entziehen dürfe, und keine Dogmen für das Leben dort aufgestellt werden sollen. Das wahre jüdische Leben werde erst aus diesem Kampf in Erez Israel erstehen. In der Diskussion wurde sehr eingehend die Frage von Ost- und Westjudentum und die allgemeine Stellung zum Zionismus erörtert. Der Abend verlief sehr angeregt. Jüdischer Turn- und Sport-Verein München. Am Sonntag, den 7. September 1919, nachmittags 2 Uhr, findet auf dem Sportplatz des Turn- und Sportvereins München von 1860 an der Grünwalderstraße (Linie 25) ein Jüdisch-Nationales Sportfest statt. Die Teilnahme Wiener, Berliner, Frankfurter und Breslauer Leichtathleten stellen die spannendsten Kämpfe in Aussicht. Anschließend daran findet abends 7.30 Uhr im Konzertsaal des Hotels „Vier Jahreszeiten“ ein großer F e s t b a 11 mit Preisverteilung statt. Näheres siehe Inserat. Die Vorstandschaft. Jüdischer Turn- und Sport-Verein Nürnberg. 1. Herrenturnen: Mittwoch 7—9 Uhr in der Männerturnhalle (Landgrabenstraße). 2. Damenturnen: Dienstag 7—9 Uhr Turnhalle Findelgasse. 3. Sportabteilung: a) Donnerstag 7—9 Uhr Sportplatz Prinzregentenufer (Leichtathletik und Schlagball); ferner jeden Früh von 6—7.30 Uhr (auch Sonntag) Training für Leichtathletik. b) Mittwoch 7—9 Uhr (abends) 7—7.45 Uhr Training für Leichtathletik Männerturnhalle (Landgrabenstraße). Bne Jehuda. Die Betätigung unserer Überweisung von Mark 2000 zu Gunsten der Lemberger Pogromopfer aus der Veranstaltung im März