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Das jüdische Echo · 1919-08-22 · 34 (22.8.1919) · p. Seite 405

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
34 (22.8.1919)
Date
1919-08-22
Page
Seite 405 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 405 fuhr in sie, die Kreuzfahrer erhoben sich und erschlugen alle Stadtleute samt den Kindern und den Säuglingen. Die Nachricht kam vor den König. Von da zogen die Feinde des Herrn weiter und kamen an einen Strom, der Donau hieß; der Strom war aus seinen Ufern getreten, und es gab keine Schiffe, um überzusetzen. An dem Strome fand sich ein Dorf, das zerstörten sie und nahmen die Balken der Häuser; daraus erbauten sie eine Brücke und überschritten den Strom. Alsbald kamen sie an eine feste Stadt mit Mauern, Toren und Riegeln. Die Bürger schlossen vor ihnen das Tor und wollten sie nicht in die Stadt einlassen; denn, bereits hatte der König ihre Absicht erkannt und geboten, ihnen die Festungen nicht zu öffnen, auf daß sie das Reich nicht verwüsten könnten; also taten sie; da sah der Mönch Peter, daß er der Stadt nichts anhaben könne und sandte einen Mönch als Boten dahin und entbot ihnen: „Da ihr uns nicht .in die Stadt lassen wollt, so schickt uns Brot heraus, das wir euch abkaufen.“ Aber die Stadtleute wollten so nicht tun. denn der König hatte es verboten. Und abermals sandte Peter Boten an den Vogt der Stadt, sie möchten ihnen Brot verkaufen, sei es auch um den doppelten Preis; allein sie antworteten ihm: „Und hingen eure Seelen daran, wir wollen euch nicht verkaufen.“ In jener Nacht fasteten die Feinde des Herrn. Und insgesamt kamen sie vor den Mönch Peter, mit ihm Rat zu pflegen: und er sprach: „Morgen nehmen wir an ihnen Rache!“ Und noch sprach der Mönch Peter: „Wahrlich, dieses Volk taugt nichts und nichts taugt ihr Glaube, und sie sind noch ungläubiger denn die Ismaeliten und haben verwirkt, daß man sie steinige. Bezeugen sie doch selbst, daß ihnen nichts an unserem Leben liegt!“ Und er rief dem Volke und sprach: „Umzingelt die Stadt!“ Und die Feinde kamen über die Stadt, zerbrachen die Tore und erschlugen, was sie darinnen fanden. Sie verweilten daselbst drei Tage und verzehrten alles was sie fanden, dann plünderten sie die Stadt auf und zogen davon. Und der König von Ungarn hörte was die Kreuzfahrer getan und wie sie zwei seiner Städte verheert hatten. Da zerfloß sein Herz, und er bot all sein Kriegsvolk auf, mit den Kreuzfahrern zu streiten; denn sie waren gar stark und Volkes so viel wie der Sand am Ufer des Meeres. Hierauf berief der König die Fürsten, Grafen und Barone zu Sich, und sie beschlossen im Rate des Königs, die Tore an den Grenzen des Reiches Ungarn zu schließen, auf daß kein Kreuzfahrer mehr eindringe, die aber, so bereits eingedrungen waren, hieben sie nieder; wo sie hundert Kreuzfahrer beisammen fanden, erschlugen sie selbe. Und auch am folgenden Tage taten sie desgleichen und auch am nächsten, bis sie alle erschlagen hatten, die mit dem Mönche Peter gezogen waren. So rächte der Heilige, gelobt sei er, das Blut seiner Diener an ihnen, und blieb von ihnen auch nicht einer übrig. Alsdann kamen die Rheinischen, ein mächtiges Heer, und ein Heer aus Schwaben und ein Heer aus Frankenland und ein Heer aus Österreich, reisigen Volkes, soviel wie der Sand am Ufer des Meeres. Und ihrer aller Haupt war Graf Emicho der Frevler — mögen seine Gebeine zermalmt werden. , Sie kamen an die Grenze des Reiches Ungarn, zu der Stadt Wieselburg; rings um die Mauern der Stadt waren Lehmgruben. Sie berannten die Mauern im Streite, doch konnten sie sie nicht gewinnen. Da beschlossen die Fürsten und Grafen im Rate, den König von Ungarn zu bitten, er möge ihnen doch um des Gekreuzigten willen den Durchzug gestatten; sie wollten ihm ihre Kriegswaffen ausliefern. Sie erlasen vier Männer aus der Zahl der Grafen und sandten sie mit dieser Botschaft an ihn. Der König befahl alsbald, sie drei Tage lang gefangen zu setzen. Am dritten Tage schwuren ihm die vier Grafen, ihm den Kopf des Grafen Emicho zu bringen, und er entließ sie und beschenkte sie. Dies aber erfuhr Emicho und entwich des Nachts; die übrigen aber entflohen. Das Heer des Ungarnkönigs jagte ihnen nach und schlug sie mit schweren Schlägen. Viele auch starben, da sie im tiefen Schlamm versanken, mehr denn durch das Schwert umkamen. Die Ungarn jagten sie von allen Seiten bis an den Fluß Donau. Sie flohen auf die Brücke, so der Mönch Peter erbaut hatte. Da brachen die Balken und Tausende und Abertausende ertranken im Strome, also daß die Verfolger auf ihren Leibern dahingingen wie auf dem Trockenen. Dies ist zu Ende. Gott lasse uns die Aufrichtung seines Heiligtums schauen bald in unseren Tagen, zu erblicken Gottes Huld, ihn aufzusuchen in seinem Tempel. Er richte uns empor aus unserer Kümmernis. Amen! Dies alles habe ich. Schelomoh ben R. Schimeon. zu Mainz im Jahre 4900 (1140) abgeschrieben. Ich habe die Greise gefragt und nach dem. was sie mir erzählten, den Bericht getreulich abgefaßt. Gemeindenu. Vereins-Echo München. Am 10. August hat sich in München eine Ortsgruppe des Hapoei Hazair konstituiert. Sie gehört der deutschen Landsmannschaft der zionistischen-volkssozialistischen Organisation Hapoei Hazair an. einer Fraktion der Zionistischen Organisation. Die Münchener Gruppe will bei ihren Anhängern den Hapoel-Hazairgedanken vertiefen und neue Gesinnungsgenossen gewinnen. Der nächste Sitzungsabend findet am Mittwoch, den 27. August, abends 8 Uhr im Bibliothekzimmer des K.J.V. (V.J.St. Jordänia) Bayerstraße 67/69, Hof I. r. statt. Gesinnungsgenossen und Freunde sind hierzu eingeladen. Die 37. Generalversammlung des israelitischen Lehrer Vereins für Bayern findet am 1. und 2. September d. J. in der „Alhambra“ in Würzburg statt. Die Tagesordnung enthält bedeutsame Beratungsstoffe. die eine rege Anteilnahme aller beteiligten Kreise erwarten lassen. Es werden u. a. folgende Referate gehalten werden: „Verhältnis der Organisation Israelitischer Junglehrer Bayerns zum Israelitischen Lehrerverein“ vom Vorsitzenden: „Volksschullehrergesetz und seine Auswirkung auf den Israelitischen Volksschullehrer“ von Uhlfelder- Wilhermsdorf; „Die Gewerkschaftsfrage“ von Ehrenreich-Forchheim; „Zur Frage der Lehrerbildung“ und „Die Lage der Religionslehrer“. Wie ist eine Besserung herbeizuführen?“ von Oppenheimer-Laudenbach. Jüd. Turn- und Sportverein München. Voranzeigen: Am 7. September 1919 findet ein großes Sportfest statt, zu dem die jüdischen Turnvereine Wien. Berhn, Frankfurt und Breslau bereits gemeldet haben. Am 14. September 1919 findet der große Stafettenlauf Grünwald-München statt. Hiezu stellen wir eine Mannschaft von 20 Läufern. Um die beiden Veranstaltungen ehrenvoll bestehen zu können, ist ein regelmäßiges, zielvolles Training notwendig. Darum mache es sich jeder zur Pflicht. Dienstag und Donnerstag auf dem Sport-

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