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Das jüdische Echo · 1919-07-11 · 28 (11.7.1919) · p. Seite 332

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
28 (11.7.1919)
Date
1919-07-11
Page
Seite 332 (sequence 8)
Language
German
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332 Das Jüdische Echo Nr. 28 werden, im Seminar müßte die alte Würzburger Jeschiwohi wieder neu erstehen, die Zöglinge des Seminars müßten zu Maure Haurooh ausgebildet werden und das Seminar müßte in einem Rosch- Jeschiwoh einen eigenen Direktor erhalten, dessen Wahl unabhängig von der Besetzung des vakanten Würzburger Rabbiner Postens und vor derselben erfolgen müsse. In ganz ähnlichen Gedankengängen bewegt sich ein Aufsatz von Hirsch Oppenheimer im „Jüdischen Echo“ Nr. 22 vom 30. Mai 1919, betitelt „Der neue Seminardirektor von Wiirzburg“. Das Kuratorium der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg ist gegenüber diesen Ausführungen einstimmig der Ansicht, daß es gegenwärtig verfrüht erscheint, über eine derartige innere Umgestaltung des Seminars in eine Diskussion einzutreten. Das Schicksal der Konfessionsschule ist noch nicht entschieden und überhaupt sind alle einschlägigen Fragen noch so ungeklärt, daß das Kuratorium den Zeitpunkt nicht für gegeben erachtet, zu den in obigen Artikeln entwickelten Plänen Stellung zu nehmen. Im übrigen mögen die Verfasser der von uns durchaus anerkannten, gutgemeinten Ausführungen der Überzeugung sein, daß auch dem Kuratorium die Zukunft des Seminars und die Kräftigung der Thora am Herzen liegt und es zur gegebenen Zeit seine Entschlüsse im Sinne der Förderung des Seminars und der Thora fassen wird. Literarisches Echo Die Nervosität bei den Juden. Ein Beitrag zur Rassen Psychiatrie für Ärzte und1 gebildete Laien von Dr. Raphael Becker. Aus der Tatsache, daß die nervösen und Geisteskrankheiten bei den Juden weit häufiger Vorkommen als bei den Nichtiuden ist vielfach der Schluß gezogen worden, daß bei den Juden eine besondere Prädisposition zu seelischen Erkrankungen besteht; man hat — insbesondere von seiten der Gegner des Judentums —. die Behauptung auf gestellt, daß die Juden eine inferiore, der Degeneration verfallene Rasse seien. Dieser Behauptung tritt der Verfasser in der vorliegenden interessanten, anregend geschriebenen Abhandlung auf das entschiedenste entgegen, indem er unter Herbeiziehung eines großen statistischen Materiales, gestützt auf eigene Beobachtungen und die Erfahrungen der medizinischen Wissenschaft die Art der psychischen Erkrankungen bei den Juden und die Ursache ihrer Entstehung zu ergründen sucht. Bezüglich der Häufigkeit der verschiedenen Formen geistiger Erkrankungen findet Verfasser, daß die durch chronischen Alkoholismus verursachten Psychosen, ebenso wie die Epilepsi. die ia auch vorwiegend bei Kindern trunksüchtiger Eltern vorkommt, bei den Juden sehr wenig vertreten sind. Angeborener Schwachsinn. Idiotie usw. kommt deswegen relativ häufiger bei den Juden vor, weil infolge des hochentwickelten jüdischen Familiensinnes verhältnismäßig viel mehr geistige und körperliche Krüppel am Leben erhalten bleiben als bei den anderen Völkern; die häufige fossile Demenz findet durch die durchschnittlich längere Lebensdauer der Juden ausreichende Begründung. Der hohe Prozentsatz jüdischer progressiver Paralytiker, auf den immer wieder hingewiesen wird, läßt sich durch die stärkeren, intellektuellen Anstrengungen, die erhöhte Gehirntätigkeit, der vorwiegend als Kaufleute und im freien Berufe tätigen Juden erklären, andererseit gibt er Zeugnis davon, daß der jüdische Körper gegen die Syphylis noch weniger immunisiert ist. gegen eine Krankheit, die ja in dem religiös-sittlichen Familienleben der früheren Juden und noch heute in vielen Teilen Rußlands und der Türkei bei den Juden völlig unbekannt ist. Also eher eine temporäre Disposition und als Folge positiver Eigenschaften und nicht als Produkt einer degenerativen Disposition stellt sich die Ursache für die Häufigkeit der schweren organischen geistigen Erkrankungen bei den Juden dar. Aber auch bei den konstitutionell-degenerativen Psychosen wie Dementia praecox. Paranoia usw., den funktionellen Psycho-Neurosen, die bei den Juden so außerordentlich häufig sind, und als deren Entstehungsursache man neben somatischen und psychogenen Krankheitsprozessen wohl auch eine psychopathische Disposition annehmen muß. liegt das häufige Auftreten nicht in Degeneriertheit der jüdischen Konstitution, sondern ausschließlich in äußeren Veranlassungsmomenten begründet. Als solche sind die äußeren Lebensbedingungen anzusprechen, die anormale rechtliche Lage, die die Juden bei alten Völkern einnehmen und ferner die aus dieser Lage resultierende Bevorzugung "RauThallmaier München ThßaänevftrAÖ.

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