Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 26 (27.6.1919)
- Date
- 1919-06-27
- Page
- Seite 308 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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308 Das Jüdische Echo Nr. 26 Milieu hineinzubannen, ist immer heikel und vielleicht ganz unmöglich. Die göttliche Schlichtheit der Geschichte Jakobs und Esaus wesentlich kompliziert und um zahlreiche Einzelzüge „bereichert“ säuberlich als Vorspiel eines noch so schönen Kunstwerkes aufgetischt zu bekommen, kann uns nicht restlos erfreuen. Diese Vorspeise ist ganz vortrefflich — aber zu sehr gewürzt. Der Koch hat übersehen, daß die Speise so wie so schon ein eigenes Aroma hat Aber wo bleibt da die dichterische Freiheit, fragt man. Die soll ja niemand bestritten werden. Ich sage nur mit Bedauern: m i r scheint die Vorspeise zu sehr gewürzt. Jeder Stoff verlangt seine eigene Technik der Bearbeitung. Die Gefahr, daß dies übersehen wird, dürfte bei den Hauptteilen des Werkes, auf die wir mit Spannung warten, geringer sein. R. S. danielo-societo rmn DANIEL-BUND GESELLSCHAFT FÜR ETHISCHE ERNEUERUNG DES JUDENTUMS «. CMAVCUI. Hufruf zur Gründung jüdischer Kleingärten. Als den ersten praktischen Schritt zur ethischen Erneuerung der Judenheit dürch allmähliche Umschichtung der Berufe hat der Daniel-Bund die Gründung jüdischer Schreber- oder Kleingärten für Obst- und Gemüsezucht nach Muster der städtischen Mietgärtenanlagen in München unternommen und zu diesem Zweck einen Fonds gebildet. Diese Gärten sollen auch jedem im Erwerbsleben tätigen Juden die Möglichkeit geben, einen Teil seiner berufsfreien Zeit der für Körper und Geist nützlichen Bodenkultur zu widmen und in engere Berührung mit der Natur zu kommen. Die Kleingärten sollen in der nächsten Umgebung der Stadt unter bewährter sachkundiger Leitung angelegt und mit der Straßenbahn Ohne erheblichen Zeitverlust zu erreichen sein. Es ist hierfür die Pacht eines geschlossenen Terrains für eine längere Zeitdauer in Aussicht genommen. Die Vorbereitungsarbeiten für diese Anlage sollen noch in diesem Sommer beginnen, damit die Gärten schon anfangs nächsten Jahres bezogen werden können. Die Kosten für jeden Gartenpächter werden umso geringer sein, je mehr Teilnehmer sich finden. Die einzelnen Pachtflächen sollen 100 bis 300 qm betragen. Wir bitten diejenigen, die für dieses Unternehmen Interesse haben, dies an den Schriftführer des Daniel-Bundes. Herrn Nathan Chavkin, Bergmannstr. 7, mitzuteilen und ihm ev. diesbezügliche Anregungen und Vorschläge zu machen. Herr Chavkin, der bereits einen Garten in der städtischen Mietgärtenanlage Westendstraße gepachtet hat ist jederzeit bereit. Interessenten durch diese Mietsgärten, die u. a. auch die beste Erholungsgelegenheit für die Familienglieder der Gartenpächter in der schönen Sommerzeit bieten, zu führen. Unterstützungen für den jüdischen Kleingärtenfonds wie auch sonstige Beiträge für den Daniel- Bund sind an den Kassenverwalter des Bundes Dr. Sigbert Feuchtwanger. Residenzstr. 27. Postscheckkonto Nr. 143 333, zu senden. Die Vorstandschaf, t des Daniel-Bundes Vorsitzender: Hofrat Dr. med. Adolf Theilhaber. Gemeindenu. Vereins-Echo Die Talmud-Thora-Schule München, seit 1. April eröffnet, hat den Unterricht in allen jüdischen Lehrfächern im vollen Umfang aufgenommen. Von den nahezu 400 eingeschriebenen Schülern hat jedoch ein Teil die Anstalt bis jetzt noch nicht besucht. Die Unterrichtszeit ist werktäglich von 9—12 Uhr vormittags und 3—6 Uhr nachmittags, so daß jedem Lernbegierigen die Möglichkeit zum Besuch in ausreichendem Maße gegeben ist. Arbeitsgemeinschaft Nicht-Inkorporierter Jüdfdischer Akademiker. Montag, den 30. Juni 1919, Versammlung sämtlicher nicht-inkorporierter iüdL Akademiker aller hiesigen Hochschulen zu wichtigen Besprechungen im Nebenzimmer des Wittelsbacher-Garten, Theresienstrasse. abends 8.15 et. Haschachar München. Nächster Vereinsabend Mittwoch, den 2. Juli, abends 7 Uhr, Giselastr. 16. Hebräisch Lekt. 26 und 27. Referat: Hanna Behrend über Lichtheim. "RbuThallmaier München Thßaänevür.lö.