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Das jüdische Echo · 1919-05-16 · 20 (16.5.1919) · p. Seite 244

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
20 (16.5.1919)
Date
1919-05-16
Page
Seite 244 (sequence 10)
Language
German
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234 Das Jüdische Echo Nr. 20 fen. Die Weiber stehen um sie herum und weinen. Die einen holen ihre Schnupftabaksdosen heraus und nehmen eine Prise, die andern stecken sich Zigaretten an. Und sie lächeln: „Weint, Weiber, weint: wir haben die armen Araber vertrieben!“ „Es ist ein Glück, daß ich keine Pejes habe, heute Nacht wären sie mir verbrannt, denn die Kugeln flogen mir dicht an den Ohren vorbei.“ Die Weiber schimpfen: „Was lacht ihr noch? Ein schönes Lachen ist es! Wenn ihr selbst ins Feuer geht.. Rüben der Spötter schaut auf seine schwächliche, kleine, hagere Ssore und scherzt: „Gewiß haben die Weiber recht Mich hat nur mein Weib gerettet. Ich schrie den Arabern zu: ,Hütet euch, mein Weib Ssore geht auf euch los!‘ Und sie liefen davon.“ Alle beginnen zu lachen, auch Ssore lacht mit. Und dann berichtet man wieder, was sicht draibßen im Felde abgespielt hat. „Es war ein ganzes Heer Araber, und alle hatten Gewehre. Sie wollten durchaus nicht weichen. Wir fragen sie: .Was wollt ihr von uns?4 — ,Wir haben Hunger,4 shreien sie. .Kommt dann zu uns als Freunde,4 sagen wir, .erzählt uns alles, und wir werden euch nach Kräften helfen. Aber wenn ihr bei Nacht unsere Felder überfallt...4 Sie schießen aber unaufhörlich aus den Büchsen und wollen nicht weichen.“ „Und Genin“, bestätigten alle, „ist ein Held, ein wahrer Held!...“ Miriam hört, wie man den Wächter lobt. Ihr Herz zitert vor Freude. Sie sucht ihn mit den Blicken. Er ist aber nicht dabei. Er hat sein Pferd StttfgniefterfafTtind ÜRütufctt 2fy«aHn<rftr<$< 8 * Fernruf 27 590 6er 6eutjfy0fterreid?ij$en £*6«t*»*rfi4ertm0*0efel(f4pft äfltrrtWfttr p$*ni; in »ien. £tf*n*t>trfidjtn»ng unter gftnfftgen 3e6in# (jungen. 314 20000 Oft. feffenfofer <3infd)fuj) 6er Kriegsgefahr un6 fonfti* ger hefonberer ©efahren (Gfifen6ahn, <5d>iffaf)rt/ bürgert. Unruhen u. 6gt.) Xettyaber« unb Gftegatttn« Verheerung Kleine £«f>en4t>erfi<fcrung Abteilung für 2ft>ge(efyntc Vier für £e6enS6auer ein unt?erän6erteS, ftdjereS, feinertei KurSuertuff unterworfenes (Jinfommen getoäfjrteiffef haben wifl, 6er tauft fleh eine letbrenie Vlan terfange 6on6erange6ot un6 3orauS6ere<hnungen. JDte <fintage tann auch erfolgen in Qtiitfen 6er beut« fchen Jteichsanteihe (Kriegsanleihe) atlergfusgaben. Vertreter an «den »tätigeren ptöfcen 39a*em4 gefugt. jemand übergeben und ist selbst zur Tenne gegangen. Mirjam stiehlt sich fort und läuft zur Tenne, barfuß, mit wehendem Haar. Sie läuft auf Genin zu, umarmt ihn und küßt seinen Kopf, der vom Tau ganz feucht ist. „Ein Held, ein Held bist du. Alle sagen das. Alle loben dicht. Ich liebe dich.“ Sie umschlingt ihn heiß und fest mit ihren heißen, jungen, wilden Armen, Genin ist glücklich und stammelt: „Ja? ... Ja? ... Mirjam... Lobt mich dein Vater auch? ... Dein Vater? ...“ Mirjams junger biegsamer Leib ruht in seinen kräftigen sicheren Armen. Und Mirjams Lippen haben sich an seinem Hals festgesogen. Der Kuß ist so heiß, so stark, daß die Nacht vor ihm erzittert. Mirjam umfaßt seinen Kopf mit den Händen und sagt hastig und leise: „Ich muß zurück. Daß Vater und Mutter nicht merken, daß ich hier gewesen bin. Ich muß laufen.“ Genin fühlt ihre glühenden Lippen auf seiner Stirne, und sie verschwindet wie ein Traum ins Dorf. Im Dorfe ist’s Wieder still. Es ist wieder die stille, stumme, wilde, dunkelblaue Erez-Jißroek- Nacht mit ihren großen Sternen, mit ihrem hellen Mond, mit ihren stillen, tiefen Wundern. Das ganze Dorf schläft. Mirjam allein sitzt vor dem Hause mit offenen schwarzen Haaren und schaut mit ihren schwarzen glühenden Augen zur Tenne hinüber. Vor seinem Hause steht Reb Nachum. Er kann gar nicht einschlafen. Heute hat es ja eine Schlacht gegeben, eine Schlacht in unserem Lande, für 3&raelittfdje Kuttusgcmelnbc. 9 e fi « n r t m « d| u n §. ©enteinbetoablen 1919 betreffen]). ©emäfj 95efd)lufj ber $ertoa(tung l>at eine 9Teuioai)l bes gefamten 95erioaltungsausfebuffe#, ferner bie Ütem*aI)I »an fed)s (Jrfafcmännfrn, enbüd) bie 9teun>af)( oon fünf Sötttgliebern bes Steoifionsonsfdjuffes ftattsufinben. Sie biernad} erfotberiidfen Stadien finb anberaiunt wie folgt: •) bie SBaljl oon 18 9Kitgttebem bes Serioattung*ausfd)Hffes auf Gonntag, best 25. ÜRat 1919, oon 9 Ut>* vormittags bis 1 Ufer nadjmittags; b) bie $B«lü oon feebs <Erf Obmännern, fomie bie SBaljl oon fünf 3Ritgliebern bes 9teoifionsausf<buffes auf Sonntag, ben 1. Snni 1919, oormittags 9 bis 12 Ityr. tBabllofcal: Ser 6ifeungsfaa( bes SJerm altungsau sfdjuffes, $)ergog««9Rarftrafie 7/o. Sie 9tbftimtnung erfolgt bei ben 3B«f)(en bur«b perfönlid>e ttbgabe ununterfäriebene» 6tttnn»g«ttel, welche oon roeifeem Rapier, «mb fonft ohne äufjere Ätnngeidjeu unb berart gufammengelegt fein müffen, bafj bie auf benfelben oergei<f)net«n Flamen oerbe&t finb. 91u ben Sagen ber SQJabl liegen bie Cifien ber 9B«i)lfiiminbered)tigien im $3al)Itokal gur ßinfidjt ber SBäljler auf. Stunden, ben 9. 93iai 1919. 3)it Vermattung ber 3$raelitifd)en Ktoltnsgemeinbe. Atelier Paul Fock Mtinchen-Bogenhausen Holbeinstraße 1 Telephon 42827 wem iot lUdnassne PMioorapiiie Sachgemäße Ausführung sämtl. Amateur-Arbeiten

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