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Das jüdische Echo · 1919-05-16 · 20 (16.5.1919) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
20 (16.5.1919)
Date
1919-05-16
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten tiiiiniiiumiutuiiiiiiiiiniiiiitiiiHiuniiiiHiiuifiHiiuiiHiimiiuiniiiiiuiHiHiiiiimuwiiHMiiiiutiiiiituiiioiiiiiraiuiHiiuNiimimmmmiiiiiiiimiiHfmnuiiiuiiiiumHiHWuiiiiiuuiuitniiHimiiHniiiumin) Nummer 20_ München / 6. Jahrgang 16. Mai 1919 Palästina-Delegiertentag. Der Palästina-Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland findet vom 26. bis 29. Mai in Berlin im „Rheingold“ Bellevuestrasse statt. Referate halten: Richard Lichtheim (Die pol. Form des Gemeinwesens in Palästina), Davis Trietsch (Ansiedlungsmöglichkeiten), Dr. Brünn, Dr. Elias Auerbach (Sanitäre Fragen), Prof. Baerwald (Bau- und Unterkunftsfragen), Sonia Gronemann (Frauenarbeit) Dr. Fritz Stern - berg (Nationalisierung des Bodens), Dr. Max Strauß (Kapital und Arbeit), Hans Goslar (Die Finanzierung der Kolonisation) und Professor Dr. Loewe (Bildungswesen). Der Kampf um die nationalen Rechte. Von Leo Rosenberg. Die Konferenz der jüdischen Nationalräte, der Abordnung des amerikanisch-jüdischen Kongresses und der zionistischen Organisation hat in Paris begonnen. Die ersten Sitzungen galten der Erwägung der Schritte, die erforderlich sind, um die grundsätzliche Anerkennung der Forderung der nationalen Rechte der jüdischen Minderheiten in der Diaspora seitens der Friedenskonferenz zu erwirken; diese vorbereitende Arbeit wurde einem engeren Auschuß überwiesen, dessen Vorsitzender der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, Richter Julian Mack ist. Über die Beschlüsse und das sich aus diesen ergebende Tätigkeitsprogramm dieses Ausschusses wurde bisher noch nichts Näheres bekannt. Mit einiger Deutlichkeit geht indessen aus den verschiedenen Kundgebungen und Stellungnahmen hervor, daß die Erfüllung dieser für den Aufbau des jüdischen Lebens grundlegenden und dem elementaren Rechtsgefühl entspringenden Forderung auf Schwierigkeiten und1 Gegenkräfte von nicht zu unterschätzender Art stoße. Das vermag niemand zu überraschen, der den weitverästelten Komplex staatsrechtlicher und nationaler Fragen, in den das MinderheitsprobÜem und namentlich das jüdische Minderheitsproblem hineingreift, von vornherein zu überblicken und die Gegenfaktoren innerer und äußerer Natur in ihrer vollen Bedeutung zu würdigen in der Lage war. Es war denn auch von vornherein für jeden nicht ganz tatsachenfremden Betrachter klar, daß die Forderung nationaler Minderheitsrechte auch in denjenigen maßgebenden Kreisen lebhaften Bedenken begegnen würde, die dem Gedanken einer nationalen Heimstätte volles Verständnis entgegen bringen. Daß die Juden als Nation auf eine kulturelle und politische Sonderexistenz neben den Völkern Anspruch haben, leuchtet jedem klar und rechtlich Denkenden ohne Weiteres ein, nicht aber ihr Recht, ein nationales Eigendasein innerhalb der Völker zu führen. Es ist für diese Denkweise nichts bezeichnender, als die in einem y\£tikel im Pariser „La Victoire“ zum Ausdruck gebrachte Stellungnahme Gustave Hervös zum jüdischen Minderheitsproblem. In diesem „Die Judenfrage auf der Friedenskonferenz“ überschriebenen Aufsatz heißt es: „Nehmen nicht die zionstischen Delegierten in Paris das Recht für die poHnischen Juden in Anspruch, als eine von den Polen verschiedene Nation anerkannt zu werden und daher so etwas wie einen Staat im Staate, einen jüdischen Staat mit jüdischer Sprache, mit jüdischen Schulen und zionistischen Delegierten, Delegierten von 2 Millionen Juden, welche unter 25 Mitionen Polen leben, zu errichten? Mögen sie einem leidenschaftlichen Judenfreund gestatten ihnen zu sagen, daß es in Europa keine einzige Nation gibt, nicht Frankreich, nicht England, weder Italien noch Deutschland, die bereit wäre, die Forderungen zu erfüllen, die sie in Polen stellen. Keine Nation würde Fremden, die sie bei sich auf genommen hat, gestatten, einen Staat im eigenen Staat zu errichten, oder ihnen etwas anderes als das Recht zuerkennen, mit der Nation, die sie aufgenommen hat, sich zu verschmelzen. Der Zionismus, der die Wiederaufrichtung Jerusalems auf dem heimatlichen Boden der Juden erträumt, ist ein frommes und rechtmäßiges Unternehmen, welches gewiß bei keinem Patrioten der Ententemächte Widerstand finden würde, aber der Zionismus, der beabsichtigt, neue jüdische Nationen inmitten anderer Länder, wie Polen. Rumänien. Rußland zu errichten, könnte nur ein einziges Resultat haben, in allen Ländern und in ganz Europa einen furchtbaren Ausbruch von Antisemitismus hervorzurufen.“ — Die Einflußnahme von polnischer und — gewisser jüdischer Seite ist in diesen Gedankenergüssen unverkennbar, wie es überhaupt unzweifelhaft ist, daß die polnischen und. in schöner Gemeinsamkeit, die assimilatorischen Wortführer keine Mühe gescheut und auch weiter keine scheuen würden, der öffentlichen Meinung in den Ententeländern den „richtigen“ Standpunkt beizubringen, und daß diese Mühe schließlich nicht ganz fruchtlos sein würde. Dieses Element systematischer Verdrehungskunst in Abzug gebracht, wird man jedoch nicht umhin können, die Betrachtungsweise des französischen Politikers als den Ausfluß einer normalen bürgerlichen Mentalität zu bewerten, deren wesentliches Merkmal nun einmal die Halbheit ist. Halbwahrheiten sind jedoch ganze Lügen, und Gedanken. die nicht zu Ende gedacht sind, sind schlimmer als Gedankenlosigkeit. Halbe Taten sind überdies Missetaten. Wer das jüdische Volkstum schlechthin leugnet, muß natürlich auch die jüdischen Volksrechte negieren. Dieser Standpunkt hat zumindest den Vorzug der Folgerichtigkeit. Es ist der Standpunkt des in den letzten Zeitläuften allerdings sehr stark dezimierten englischen und französischen Assimilantentums. dessen getreuer Niederschlag die „Denkschrift“ Lucien Wolffs darstellt. Wer jedoch die Existenz eines jüdischen Volkstums einräumt — und so denkt Herve und so denken schließlich auch die führenden Männer des jüdischen Liberalismus

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