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Das jüdische Echo · 1919-05-09 · 18/19 (9.5.1919) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
18/19 (9.5.1919)
Date
1919-05-09
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten ..um...........um.... Nummer 18 u. 19 München / 6. Jahrgang 9. Mai 1919 Die internationale Sozialistenkonferenz für ein unabhängiges jüdisches Palästina. Rotterdam. 28. April Auf der internationalen Sozialistenkonferenz in Amsterdam ist eine Entschließung über die Judenfrage angenommen worden. derzufolge Palästina ein unabhängiger Staat werden und einen Teil des Völkerbundes bilden soll Jüdische Forderungen auf der Friedenskonferenz. Eine Deputation bei Wilson. Präsident Wilson empfing am 19. April eine Deputation, bestehend aus Vertretern der Juden des westlichen Europa, unter Führung Alfonso C o s t a s. Das Komitee brachte folgende Wünsche vor: 1. Die Erlangung ziviler und politischer Gleichberechtigung für alle jene Juden, die sie heute noch nicht genießen. 2. Die Anerkennung der Rechte der nationalen Minderheiten im östlichen Europa, wo die Juden in kompakten Massen leben. Das Komitee hat ein Memorandum entworfen, das es den Alliierten bei der Friedenskopfernz zu unterbreiten beabsichtigt. Die Konstituierung des Pariser Komitees Aus Bern wird1 folgendes gemeldet: Das Komitee für die nationalen Rechte der Juden in der Diaspora hat sich in Paris konstituiert. Es nehmen teil: Die Delegationen der jüdischen Nationalräte, der zionistischen Weltorganisation und des amerikanisch-jüdischen Kongresses. In den ersten Sitzungen wurde über die Schritte verhandelt, um die Friedenskonferenz für die Anerkennung des Prinzips der nationalen Gleichberechtigung der Juden in der Diaspora zu gewinnen. Die Frage wurde einer engeren Kommission überlassen. Vorsitzender der Kommission ist Julian Mack, der Präsident des amerikanisch-jüdischen Kongresses. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt: die Herren Louis Marshall (Amerika). Dr. Reich (Lemberg). Rosoff (Rußland), Dr. Thon (Krakau), Ussischkin (Odessa). Zum Generalsekretär wurde Leon Motzkin bestellt. Es wurden folgende Kommissionen eingesetzt: für Politik, unter dem Vorsitze von Sokolow, für Entschädigungen der Kriegs- und Pogromopfer (Vorsitzender Marshall), für Presse (Vorsitzender Dr. Reich) und zur Ausarbeitung eines Memorandums (Vorsitzender Motzkin). Von den galizischen Delegierten gehört Dr. Michael Ringel den Kommissionen für Politik und Presse an, Dr. Tennenbaum der Kommission für Entschädigungen, Dr. Reich und Dr. Thon der Memorandumkommission. Jüdfsche Gemeindeautonomie in Ostgalizien. Stanislau. 25. April. Der Ukrainische Pressedienst meldet aus Rowno: Der Ministerrat hat ein neues Gesetz über die jüdische nationale Autonomie beschlossen, auf Grund dessen die Leitung aller jüdischen kulturellen, philanthropischen, sanitären und anderen Institutionen binnen zwei Monaten den jüdischen Gemeinden übergeben wird. Nationale Minderheitsrechte für die Juden in Polen. Wie dem Krakauer „Nowy Dziennik“ aus Paris telegraphiert wird, ist es zwischen den Vertretern der amerikanischen und englischen Judenheit einerseits und den Delegierten der jüdischen Nationalräte andererseits in der Frage der Forderung nationaler Minderheitsrechte für die Juden zu einer Einigung gekommen. Es wurde eine Kommission gebildet, bestehend aus Louis Marshall, Nahum Sokolow, Dr. Thon, M. Ussischkin, Lucien Wolff und Cyrus Adler, die die Aufgabe hat, ein diesbezügliches Memorandum auszuarbeiten, das dem gegenwärtig in Paris weilenden polnischen Ministerpräsidenten Padarewski überreicht werden soll. Die „Times“ über den Wiederaufbau von Jerusalem. In ihrer Nummer vom 15. Februar bringt die Londoner „Times“ einen ausführlichen Artikel über die bestehenden Pläne zum Wiederaufbau Jerusalems. Dazu schreibt das „Kopenhagener Zionistische Büro: „Dieser Aufsatz geht von dem -Standpunkt aus, daß Jerusalem das Zentrum der drei großen Weltreligionen, der jüdischen, der christlichen und der mohammedanischen, ist, und daß es von Wichtigkeit ist, die Stätten der Traditionen dieser drei Religionen zu erhalten und zu erneuern. In dem Aufsatz heißt es: „Es war notwendig, das Werk des Wiederaufbaus der heiligen Stadt in gewisse Abteilungen zu gliedern, nämlich: a) Wierderherstellung von Werkstätten und Handindustrien; b) Erhaltung des eigentlichen Jerusalem; c) Anlage der neuen Stadt im Norden bezw. eine systematische Ausgestaltung dieser neuen Stadt; d) Reform der Stadtverwaltung und Schaffung einer Organisation hierzu; e) Festsetzung von Bauvorschriften und Bestimmungen über die Erhaltung palästinensischer Altertümer, archäologischer Werte und Ausgrabungen, und Erziehung der Bürgerschaft zum Verständnis dieser Bestimmungen, kurz: die Einführung einer Art von Bürgerkunde; f) Schaffung einer Körperschaft beratender Natur, die von allen religiösen und nationalistischen Vorurteilen frei sein muß, zur Wahrung der Interessen der heiligen Stadt.

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