Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1919-03-14 · 11 (14.3.1919) · p. Seite 145

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
11 (14.3.1919)
Date
1919-03-14
Page
Seite 145 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9072829-9102975-9139954--02701-9075521
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 11 Das jüdische Echo 145 wurden, schloß sich eine freiwillige „Zugabe“ an. Mit der Vorlesung der sinnigen Pinskischen Skizze „Fun Leiter arop“ durch Herrn Schindler schloß der 1. Teil der Darbietungen, auf den nunmehr eine längere Pause folgte, die von allerlei Genüssen und einem schwunghaften Lose-Handel ausgefüilt war. Den „Nagel“ des Abends bildete die auf dem Programm als 2. Teil figurierende Aufführung des Einakters „Dos eibige Lied“ von Mark Arnstein. Die Liebhaberpalme gebührt unzweifelhaft dem unwahrscheinlich angeheiterten Reb Gersch’n (A jid is nischt schiker!) des Herrn Jizchak Neuwirth, der sich selbst täuschend ähnlich war. Auch die „Pesche“ des Frl. T ennenbaum war bis auf die schlechte Maske befriedigend. Frl. Hecht gab die Tochter mit Anstand und Geschick. Wo der verliebte Dow i d, der ein recht schüchterner Freier und dabei naiver Schwerenöter war, das „Deitschmerisch“ her hat, ist uns ein Rätsel; vermutlich von Herrn Silberstein, der übrigens seinen Mann stand. Die Regie (Herr Löwy) war bis auf die in allen Farben schillernde Wiege, in der schwerlich jemals ein jüdisch Kind träumte und das sonstige Drum und Dran standfest. Das Publikum, das nicht gerade andächtig lauschte, war mit dem Gehörten und Gesehenen recht zufrieden. Sicherlich auch die dankenswerten Veranstalter des Abends, dessen hoffentlich recht beträchtlicher Reinertrag den Pogromopfern gewidmet war, dem ebenfalls „ejbigen Lied“ .... Nürnberg. Einem schon längst empfundenen Bedürfnis entsprechend, hat sich hier in den letzten Wochen ein Verein der Ostiuden, „Achieseru, konstituiert mit einem Vereinshaus (Beth-Am), Feuerweg 6, das täglich von morgens bis abends geöffnet ist; es enthält einen Betsaal, Bibliothekräume, Lesehalle, Sitzungssaal usw. und ist aufs beste eingerichtet. Als Aufgaben hat sieb der Verein eine Reihe geistig-kultureller und sozialwirtschaftlicher. Veranstaltungen gestellt: Hebräische Sprachkurse, Abhaltung von regelmäßigem Gottesdienst, Talmud-Toraschiurim usw., ferner Darlehenskasse, Bikkurcholim, Wanderunterstützungsangelegenheiten, Schiedsgerichte usw. Ebenso ist ein Frauenverein angegliedert. Es ist zu erwarten, daß unter der tatkräftigen Leitung des Herrn Messinger im Verein mit vielen opferfähigen Männern an der Spitze (Herren Hertstein, Frankfurt, Timme, D. Katz, J. und N. Biegeleisen, N. Nußbaum usw.) es gelingen wird, eine wahre jüdische Volksgemeinde entstehen zu lassen. In einem eingehenden Referate erörterte Donnerstag, 6. März, abends Dr. J. Bamberger Ziele und Aufgaben des Vereins und Herr Messinger richtete nach einer interessanten Diskussion zum Schlüsse einen Appell an die zahlreichen Zuhörer zu energischer Arbeit in friedlichem Verein aller Ostjuden; nur dann wird der Verein innere Kraft und dauernden Bestand gewinnen. Nürnberg. Am Mittwoch, den 5. d. M., veranstaltete die Misrachi-Ortsgruppe Nürnberg einen Vortragsabend, in dem Herr Lazarus Barth- Berlin über „Staat und Religion im neuen Palästina“ sprechen sollte. An Stelle des verhinderten Referenten sprach Herr Redakteur Leo Rosenberg - München in einem als „Einleitung zum Palästina-Delegiertentag“ gedachten Referat über die aktuell-zionistischen Fragen. Von einer Darstellung der augenblicklichen politischen Situation und Würdigung der großen Bedeutung dieses geschichtlichen Moments ging der Redner zu einer eingehenden Darlegung der gegenwärtig in zionistischen Kreisen herrschenden Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf das praktische Aktionsprogramm, namentlich in Bezug auf das Siedlungstempo (Ruppin-Trietsch) und die soziale Form der künftigen Palästinasiedlung (Sozialisierung) über, wobei er die Stellung der verschiedenen Parteien und Gruppen innerhalb der Gesamtorganisation scharf beleuchtete. Die überaus lehrreichen und rednerisch wirkungsvollen Ausführungen fanden den lebhaften Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft, die den Versammlungssaal des „Deutschen Hofes“ bis auf den letzten Platz füllte. An der dem Referat sich anschließenden Aussprache beteiligten sich die Herren Dr. Tachauer, der das ethische Moment im Zionismus betonte, und ein christlicher Redner, der in tiefempfundenen Worten den Zionsgedanken vom Standpunkt des religiösen Christen begrüßte. Von den zahlreich anwesenden Antizionisten und Agudisten meldete sich leider, trotz wiederholter Aufforderung des Versammlungsleiters, Herrn Birnbaum, niemand zum Wort, obgleich das Referat vielfache Anknüpfungspunkte bot. In einem Schlußwort legte der Vorsitzende der hiesigen Misrachi-Gruppe, Herr Dr. Bamberger, in eindringlicher Weise die Ziele des Misrachi dar und richtete an die Anwesenden den dringenden Appell, in die Reihen des Misrachi einzutreten. Der Abend führte der Misrachi-Ortsgruppe Nürnberg eine Anzahl neuer Mitglieder zu. Stuttgart. Der Verein der Talmud-Thora- Schule zu Stuttgart drückt dem Vorstandsmitglied Herrn Zigarettenfabrikant J. Pilnik die Gefühle innigsten Beileids zum Tode seiner Schwester Rahel, München, aus. Hamakom jenachem oto betoch schear avele zion wijruschalajim. Zugleich danken wir Herrn Pilnik für die Mk. 200.— Spende, die er in Dresden anläßlich einer Tischgesellschaft für die Schule gesammelt hat. Die Liebe zu unserer heiligen Sache, die Herr Pilnik bei jeder Gelegenheit bekundet, verdient eine besondere Anerkennung. Jüdischer Turn- und Sport - Verein München. Die Übungsspiele der Herren-Deutschball-Abteilung sowie der beiden neugegründeten Zöglings- Abteilungen (Knaben und Mädchen) finden ab Sonntag, den 16. März, regelmäßig jeden Sonntag von 10—12 Uhr auf der Jahnwiese (Wiedenmayerstraße, Linie 30) statt. Regelmäßiges und pünktliches Erscheinen ist Pflicht! Der Turnrat. Jüdischer Turn- und Sportverein Nürnberg. Der nächste Heimabend findet am Mittwoch, den 19. März, abends 7 Uhr, im Hotel „Roter Hahn“, Königstraße statt. Verein Bne Jehuda. Am Montag, 17. März, 7.30 Uhr, Zusammenkunft der Mitglieder im Vereinslokal, Burgstraße 3. Spendenausweise: Jüdischer Nationaifonds. Das P-u rimfest, ein Fest der Freude und des Schenkens, gab den Juden seit jeher Gelegenheit, ihre Gebefreudigkeit zu betätigen. Im gegenwärtigen Augenblick, da die freie jüdische Entwicklung in Palästina durch sämtliche Großmächte garantiert ist, entsteht für alle unsere Stammesgenossen die besondere Pflicht,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.