Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 11 (14.3.1919)
- Date
- 1919-03-14
- Page
- Seite 139 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten uHiiminiHiiiiiiiiwnii»iiiiiiiiiiiiiiimuiiiuinimuiimii»iuiiuiiiiimiim«iuiiiuiuHmiiiuiiiiiiiiiiiiiinii«iiiiimimiinimniiiiiiuiuiiiiiiiiiiiiininimiiniiiiHumuiminiiiiii»imiiiiiiiiiiiiiHi»iuiniiiiiiiiu Nummer 11 München / 6. Jahrgang 14. März 1919 Palästina für das jüdische Volk. Die Londoner Zionistenkonferenz. Weizmanns Bericht über die Verhandlungen auf der Friedenskonferenz. Anerkennung der nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina durch die Mächte. Die Londoner Zionistenkonferenz wurde am 24. Februar eröffnet. Über 50 Delegierte aus England, Frankreich, Palästina, Rußland, Polen, Südafrika, Italien, Belgien, Ägypten, Argentinien, Holland, Tschechoslowakei Jugoslavien, Griechenland, Schweiz, Skandinavien und von den Sonderverbänden Poale Zion und Misrachi waren anwesend. Weizmann und Sokolow erstatteten politische Berichte über die Lage in Palästina und1 die Forderungen an die Friedenskonferenz, deren Besprechung in Paris für Freitag, den 27. Februar angesetzt ist. Weizmann reiste am Montag, den 24. Februar unmittelbar nach Eröffnung der Konferenz wieder nach Paris. Am Dienstag wurde die Diskussion der politischen Fragen fortgesetzt. Sokolow teilte im Schlußwort mit, daß er soeben vom französischen Minister des Äußeren, Pichon, eine Vorrede für seine „Geschichte des Zionismus“ erhalten habe, in der Pichon seine Sympathien für den Zionismus ausdrückt. Am Dienstag Nach^ mittag wurde über die nationalen Forderungen und über die allgemein-jüdische sowie die besondere zionistische Politik auf der Friedenskonferenz debattiert. Sokolow erklärte, daß jüdische Delegierte aus vielen Ländern sich in Paris oder auf dem Wege dorthin befinden, die im Einvernehmen mit der zionistischen Delegation bezüglich der geplanten Konferenz der jüdischen Nationalräte stehen. Am Mittwoch reiste Sokolow ebenfalls nach Paris ab. In der Sitzung vom Mittwoch, den 26. Februar, in welcher Dr. Schmarja Levin den Vorsitz führte, erstattete Dr. Eder den Bericht der Palästinakommission. Dann hielt Julius Simon, Haag, ein Referat über die zukünftige organisatorische Arbeit auf dem Gebiet der Einwanderung und Kolonisation. Die Konferenz faßte eine Resolution, in welcher die Anerkennung der bisher getanen Arbeit der jüdischen Führer ausgesprochen wird. Die Konferenz wurde dann bis zum nächsten Montag vertagt, wo Weizmann, Sokolow und Ussischkin aus Paris zurückkehren werden. Auf Vorschlag der aus den Herren Jellin, Julius Simon, Leo Herrmann, Schochat. Farbstein, Barones, Berlin bestehenden Agendenkommission wurden 7 Kommissionen gewählt, nämlich für Politik, Finanzen, Organisation, zukünftige kolonisatorische Tätigkeit, Auswanderung, Erziehung und nationale Rechte. Diese Kommissionen sollen von Donnerstag bis Montag arbeiten, wo die Wiederaufnahme der Vollsitzungen stattfinden wird. London, den 3. März. In der heutigen Sitzung der Londoner Zionisten- Konferenz berichtete Dr. Weizmann über die Verhandlungen der Friedenskonferenz in Paris mit der zionistischen Delegation. Er teilte mit, daß die Forderung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina von den Mächten angenommen worden sei. Auf dieser Sitzung der Friedenskonferenz waren vertreten: England durch Balfour und Milner, Frankreich durch Pichon und Tardieu, Amerika durch Lansing und White, Italien durch Sonnino. Die zionistische Delegation wurde nach Schluß der Verhandlungen von Balfour und Sonnino zu ihrem wirkungsvollen Auftreten beglückwünscht. Tardieu teilte gleichzeitig der Presse mit, daß in Frankreich kein Einwand gegen Englands Sachwalterschaft über Palästina erhoben werde. Die Friedenskonferenz überwies die zionistischen Forderungen einer Kommission zur Beratung der Einzelheiten. Professor Felix Frankfurter, der bekannte amerikanische Zionist, wurde beauftragt, die juristische Seite der Frage bei den Verhandlungen dieser Kommission zu bearbeiten. Die historische Sitzung. Aus einem weiteren Telegramm erfahren wir noch folgende Einzelheiten über den Verlauf der Sitzung der Friedenskonferenz: Weizmann sagte darüber bei seinem Bericht vor der Londoner Zionistenkonferenz folgendes: „Am 26. Februar 1919 erhielt ich eine Einladung für den 27. Februar, vor der Friedenskonferenz Wetters konnten die amerikanischen Delegierten fehlten, versuchte ich erfolglos, einen Aufschub auf Freitag zu erreichen. Infolge schlechten Wetters konnten die amerikanischen Delegierten nicht im Flugzeuge kommen. Zu den Eingeladenen gehörten Sokolow, Ussischkin, der Führer der französischen Zionisten Andre Spire, sowie der Vertreter der französischen nichtzionistischen Juden Silvain Levi. Vor der Konferenz hatte Sokolow eine Unterredung mit Levi, der erklärte, er sei mit unseren Forderungen ganz einverstanden. Die Konferenz begann um halb 4 Uhr unter dem Vorsitz von Pichon. Auch Clemenceau war anwesend, während eines Teiles der Sitzung unter anderen Balfour,; Milner, Lansing, White, Sonnino. Sokolow hielt die erste Rede in französischer Sprache. Sie war kurz und kar und wies