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Das jüdische Echo · 1918-12-20 · 51 (20.12.1918) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
51 (20.12.1918)
Date
1918-12-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Vierteljährig Mk 1.—, Halbjährig Mk. 2.—, Ganzj. Mk. 4.—, Einzelnummer 10Pf.—Verlag, Auslieferung und Schriftleitung des „Jüdischen Echo“: München, Herzog Maxstr. 4. mwmmm Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 40 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Anzeigenannahme: Verlag des „Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. Nummer 51 München / 5. Jahrgang 20. Dezember 1918 Die letzten Wochen haben auch dem Zweifelnden schlagend bewiesen, daß eine Zeitschrift von der Art des „Jüdischen Echo“ eine Notwendigkeit ist. — Mit der übernächsten Nummer beginnt ein neues Quartal. Wir bitten alle unsere Leser, die dies nicht schon getan, die regelmäßige Lieferung ungesäumt xu bestellen Der Preis ist f Mkm vierteljährlich und 12 Pfg. Bestellgeld. Verlag des indisclien Ecbo, Mttaclien. Herzog Maxslr.4 Rettung. Die Blutopfer Galiziens deckt nun die Erde zu. Bald werden sich auch die Stürme der Empörung legen, von den Ablenkungen des Tages und der Macht der gleißnerischen Lüge besänftigt. Im Bewußtsein der Pflichterfüllung werden alle jene, die ihre Stimme zum Protest erhoben und die diese Stimme vernommen haben, zur Tagesordnung übergehen. Sie haben ja ihre Pflicht getan. Die Schreienden sowohl wie diejenigen, deren Hilfe angerufen wurde. Haben sie ihre Pflicht getan? Flammende Proteste wurden in die Welt hinausgesandt. Zionistische Organisationen, jüdische Arbeiterverbände, Nationalräte, Gemeinden, öffentliche Körperschaften und Preßorgane haben ihre Stimme gegen den Massenmord erhoben. Die Völker und Regierungen der alten und der neuen Welt haben aufgehorcht. Die Staatsmänner Hollands, der Schweiz und Skandinaviens haben ihre Stimme im großen Chor der Verdammung, der ge- * genwärtig die ganze Kulturwelt ob des Entsetzens von Lemberg durchbraust, wirksam zur Geltung gebracht. Aus der schweizerischen Hauptstadt geht eine amerikanische Ausforschungskommission nach den Stätten des Grauens ab. Die Regierung Englands verwarnt d!as zu' neuer Freiheit erstehende Polenvolk. Am 12. Dez. erklärte der französische Außenminister P i c h o n im Parlament, Frankreichs Regierung werde alles aufbieten, um die Wiederholung der Bluttaten in Zukunft zu vermeiden und „wenn nötig“ die Schuldigen zu bestrafen. Schutz und Hilfe überall. Das Geschehene gesühnt, der Zukunftsgefahr vorgebeugt. Die Juden Galiziens sind gerettet. Sind sie gerettet? Die Pflicht ist nicht getan, und den Juden Galiziens ist keine Rettung geworden. Wir Juden haben protestiert, und die Welt hat diesen Protest zur Kenntnis genommen. Und der Erfolg? Der tatsächliche, der moralische Erfolg? Der ist zunächst nicht uns, sondern unseren Feinden zugefallen. Es sei ohne Umschweife festgestellt: Der Vertuschungsfeldzug der Polen ist geglückt. Die Welt, die unseren Protest entgegennahm, hat auch den Erklärungen der Warschauer sozialistischen Regierung, der Lemberger Behörden und der gal.izischen Liquidationskommission willig ihr Ohr geschenkt. Hier der Wortlaut der auf eine Anfrage des Linkssozialisten Moutet am 12. Dezember erfolgten Erklärung Pichons im Namen der französischen Regierung: „Die französische Regierung hat das Oberkommando der Orientarmee angewiesen, umgehend Untersuchungskommissionen abzusenden. Es hat von dem von den Alliierten anerkannten polnischen Nationalkomitee verlangt, daß es seinen ganzen Einfluß einsetze, um dieser Unordnung ein Ende zu machen. Wir sind außerdem in enger Fühlung mit der englischen Regierung, um eventuell andere Maßnahmen anzuwenden. Die bisherigen Auskünfte sind widerspruchsvoll. Es scheint aber, als ob die bedauerlichen Ausschreitungen auf drei Umstände zurückzuführen seien: Auf die in Unordnung erfolgende Rückkehr deutscher und russischer Gefangener, auf den Kriegszustand zwischen Polen und Ruthenen und auf Verhetzungen bolschewistischer Agenten. Die französische Regierung wird alles tun,’ um diese Gewalttaten zu unterdrücken und die. Urheber wenn nötig zu bestrafen.“ Die französische Regierung, die „mit der englischen Re^- gierung in enger Fühlung steht“, ist also geneigt, sich die Darstellung und die Auffassung der polnischen Kreise voll und ganz zu eigen zu machen. Ungeachtet der übereinstimmenden Aussagen aller Augenzeugen, daß es einzig und allein uniformierte polnische Legionäre waren (was mit der Versicherung der Polen, daß es sich um „uni-

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