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Das jüdische Echo · 1918-12-13 · 50 (13.12.1918) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
50 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Vierteljährig Mk 1.—, Halbjährig Mk. 2.—, üanzj. Mk. 4.—, Einzelnummer 10Pf. —Verlag, Auslieferung und Schriftleitung des „Jüdischen Echo“: München, Herzog Maxstr. 4. Nummer 50 Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 40 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Anzeigenannahme: Verlag des „Jüdischen Echo“, München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 53099. Postscheckkonto: München 3987. München / 5. Jahrgang 13. Dezember 1918 Der Antisemitismus erhebt sein Haupt stärker denn je. Man sucht Prügelknaben, um den berechtigten Zorn des Volkes abzulenken von den Sündern, abzulenken von denen, deren Einfluß in der Regierung unseres engeren Vaterlandes vor dem Kriege ungeheuer war. Wer den Rücken krumm macht, wird leicht Fußtritte empfangen. Lange genug haben wir uns gebückt und geschwiegen, lange genug haben wir die „christliche“ Tugend geübt und die linke Backe hingehalten, wenn wir auf die rechte einen Schlag empfingen. Nun bricht auch für uns eine neue Zeit an. Unser Blut, das auf den Schlachtfeldern geflossen, ist nicht mehr von anderem deutschem Blute wegzufiltrieren. Unsere zahlreichen Toten rufen uns aus den Massengräbern zu: Ihr braucht Euch unser nicht zu schämen. Wir haben uns nicht zu verkriechen. Aufrecht und stolz auf unsere Leistungen, muß uns das Ducken gleichfern sein wie parvenuehaftes Vordrängen. Jeder an seinem Platz und nach seiner Fähigkeit. Dem Haß, dem Übelwollen können und müssen wir so entgegentreten, mit aller Energie, pochend auf unser unverjährbares Recht, auf ererbtes Menschenrecht und auf wohlerworbenes Recht an Heimat und Vaterland. In der Abwehr sind die Juden aller Richtungen einig. Denn unsere Gegner richten ihren Haß nicht auf Einzelmenschen, sondern auf die Gesamtheit, mag sie noch so differenziert sein. Die Einzelhandlung des Einen, wird der Gesamtheit zur Last gelegt, mag diese Gesamtheit sie begünstigen oder ablehnen oder — darauf überhaupt keinen Einfluß haben. Gleichviel, der Jude wird verbrannt! Was folgt? Daß es zwingende Notwendigkeit ist, Trennendes beiseite zu setzen und sich in der Öffentlichkeit des Organes als Waffe zu bedienen, das uns zur Verfügung steht. Nicht abseits stehen, mitkämpfen und mitarbeiten. Das „Jüdische Echo“ richtet deshalb an alle die Bitte, die gemeinsame Sache zu fördern. Viel zu wenig wird von manchen noch erkannt, wie ungeheuer wichtig für die Gesamtheit die Stärkung der eigenen Presse ist. Das „Jüdische Echo* ist aber die einzige politische Zeitschrift Bayerns, welche die jüdischen Belange restlos vertritt, unsere einzige eigene Waffe in der Öffentlichkeit. Wer noch beiseite steht, möge ungesäumt abonnieren, bei der Post oder direkt beim Verlag. Neu hinzutretende Bezieher erhalten die bis 1. Januar 1919 erscheinenden Nummern kostenlos. Verlag des Jüd. Echo, München, Herzog Maxstr. 4. Antisemitismus, „Kurier“ und Bayerische Volks pariei. Seit Ausbruch der Revolution vergeht kaum ein Tag, an dem der „Bayer. Kurier s®}^en Kampf gegen die neue Regierung und deren tmerhaupt nicht mit antisemitischen Ausfällen schärfster Art verbindet. Wir haben uns bisher nur einmal mit dem „Kurier“ befaßt, a|.s . e'rDes, , nötig und angebracht hielt, die Jüdin Ran e t Rabinowitz sich als Eideshelferin heranzuholen und damit seine Anwürfe gegen das Juaeij' tum sich gewissermaßen von jüdischer Seite a berechtigt bezeugen zu lassen. Dieselbe Harne ergreift nun an leitender Stelle in Nr. 344 des »Hayer. Kurier“ neuerdings das Wort, um unsere Ab zu widerlegen. Daß sie selbst zugibt, nicht im Namen irgend einer jüdischen Gemeinschaft oae Gruppe, insbesondere nicht als .Vertreterin des Nationaljudentums — mit dessen Organisation sie keinen Zusammenhang hat —■ zu sprechen, sei festgestellt. Für die Wahrheit und die Logik ihrer Behauptungen trägt Rahel Rabinowitz also allein die Verantwortung. Wir sehen uns nicht veranlaßt, nochmals die haltlosen Scheingründe zu widerlegen, mit denen diese Jüdin der antisemitischen Propaganda zu Hilfe kommt. Es bedarf für einen Denkenden keines Nachweises dafür, daß der bayerische Staat keine Religionsgemeindie und keine „innerste Angelegenheit der Christen“ ist, und daß ein jüdischer Ministerpräsident Bayerns nicht einem christlichen Kultusgemeindevorstand gleichzustelilen ist. Und selbst vom „Bayer.

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