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Das jüdische Echo · 1918-11-22 · 47 (22.11.1918) · p. Seite 574

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
47 (22.11.1918)
Date
1918-11-22
Page
Seite 574 (sequence 10)
Language
German
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574 Das Jüdisch« Echo Nr. 47 Aschkenasi in russischer und1 das Mitglied' der Przemysler jüdischen Selbstwehr Glanzburg in hebräischer Sprache die Grüße der italienischen, russischen und galizischen Zionisten. Es referierten hierauf der Präsident des Nationalrates Dr. Ludwig Singer und das Mitglied des jüdischen Sozialistenrates Herr Rudolf Kohn, deren Ausführungen ungeheuere Beifallsstürme entfesselten, die sich insbesondere am Schlüsse der Rede Dr. Singers zu minutenlangen Ovationen für ihn steigerten. In der Debatte sprachen von tschechischjüdischer Seite Dr. Eduard Lederer und Dr. Heinrich Kohn in versöhnlichem Sinne, ferner Dr. Jak. Scharf, von nationaljüdischer Dr. Kornfeld und Dr. Goldstein, schließlich Prof. Klimt als Nichtjude. Bemerkenswert ist, daß dieser tschechische Redner sich gegenüber den Rednern der tschechisch-jüdischen Assimilanten sehr warm für die nationaljüdischen Bestrebungen aussprach und u. a. erklärte, ein Zionist sei ihm lieber als zehn jüdische Assimilanten. Der Punkt der vorgeschlagenen Resolution, welcher sofortige Demokratisierung der Kultusgemeinden . verlangte, wurde einstimmig, die Dankeskundgebung an den Nationalrat und die von ihm erhobenen Forderungen nach Anerkennung der jüdischen Nationalität und voller bürgerlicher Gleichberechtigung wurden mit weit überwiegender Majorität gegen vereinzelte Stimmen der tschechischen Assimilanten angenommen. ' Das jüdische Volk und die Liga der Nationen. Anläßlich der Aufforderung der englischen Gesandtschaft in Kopenhagen an die Zionistische Organisation, sich zur Frage des Anschlusses des jüdischen Volkes an die geplante Liga der Nationen zu äußern, schrieb der „Raswet“, das Organ der russischen Zionisten: „Die offizielle Zuschrift der englischen Gesandtschaft an die zionistische Organisation bedeutet, daß England und wahrscheinlich auch seine Verbündeten es für möglich halten, das jüdische Volk in den Völkerbund aufzunehmen. Diese Anerkennung der Gleichberechtigung unseres Volkes auf dem Gebiete der internationalen Politik ist ein Ereignis von außerordentlicher Wichtigkeit, ein Ereignis, dessen Bedeutung heute noch nicht vollständig gewürdigt werden kann. Wir haben es hier mit einem neuen Schritt auf dem Wege zur Anerkennung der jüdischen Nation zu tun, dem zweiten nach der bekannten englischen Erklärung über Palästina. Die innere ideelle Verbindung zwischen beiden politischen Erscheinungen Liegt auf der Hand, da erst nach der volL ständigen Anerkennung des Rechtes der Juden auf ein kleines Territorium und auf eine autonome politische Existenz von ihren Rechten auf dem Gebiete des internationalen Zusammenlebens die Rede sein konnte. Wir haben jetzt eine höchst überzeugende Bestätigung dieses von den Zionisten wiederholt ausgesprochenen Gedankens, daß unsere Bemühungen um eine internationale Anerkennung der jüdischen Nation die Forderung nach einem nationalen Zentrum in Palästina zum Ausgangspunkt haben müssen.“ Aufhebung der jüdischen Gleichberechtigung in der Don-Republik. Das Jüdische Korrespondenzbureau“ in Bern berichtet: .Wie die Petersburger Zeitungen berichten, hat das neue Reich der Donkosaken die jüdische Gleichberechtigung aufgehoben und die alten Beschränkungen aus der Zeit Nikolais wiederhergestellt. Die Schulfrage in Beßarabien. Die rumänische Regierung hat vor einigen Tagen beschlossen, die Gymnasien und Lyzeen in Beßarabien zu rumanisieren, was für die dortige jüdische Bevölkerung einen großen Schlag bedeutet; da etwa 30 solcher Schulen von den Juden gegründet wurden und mit deren Mitteln unterstützt werden. Nathan Kahn. Mit ihm ist einer der Stillen geschieden, die von tiefster Zionsliebe erfüllt, wirken, ohne nach. Außen sichtbar hervorzutreten. Rechtspraktikant Kahn war ein vornehmer Charakter, ein herzensguter Mensch, ein begeisterter Anhänger und Förderer unserer Sache. Er ist mir persönlich ein lieber Freund gewesen und hat so manchem Stürmer und Dränger gar oft durch sein Vorbild den geebneten Weg gewiesen, der sicher zum Ziele führt. Für den Zionismus war der Verblichene unermüdlich tätig, ebenso für alle sonstigen nationaljüdischen Bestrebungen. Insbesondere wandte er der Turnsache lebhaftes Interesse zu. So schufen ihm seine Fähigkeiten und seine liebenswürdige, Alle gewinnende Art bald nach seiner Übersiedlung nach Nürnberg, wo er bis Kriegsbeginn als Rechtspraktikant tätig war, eine führende Stellung in verschiedenen Organisationen. Er war erster Schriftführer der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg und erster Turnwart des Jüdischen Turn- und Sportvereins Nürnberg. Leutnant Kahn ist seinen Angehörigen und uns allen, die wir ihn lieb hatten, in der Blüte seiner Jahre gestorben. Um ihn trauern zahlreiche Freunde und Gesinnungsgenossen. Er hat mir gegenüber oft den sehnlichsten Wunsch geäußert, dereinst nach Palästina übersiedeln zu können. Nun hat er das Land der Väter nicht mehr schauen können. Aber, er durfte in jenes unbekannte Land der Verheißung hinübergleiten, aus dem kein Wanderer wiederkehrt, in dem Bewußtsein, daß das stolze Gebäude des Tempels, zu dem auch er getreulich Baustein um Baustein getragen, sicher und fest wieder erstehen wird. Nürnberg, 18. November 1918. Paul Ordenstein. Gemeindenu. Vereins-Echo Nationalfondsspenden. Heini Feuchtwanger grüßt den Münchner und Straßburger „Blau-Weiß“ M. 4.—, Ref. Paul Sulzberger M. 2.—, Armeerabbiner Dr. Levy M. 2.—, Max Fleischer Neder M. VERLANGEN SIE Max Fleischer Neder M. Beratimg und Vermiitumg von Versicherungen Grimmstr. 4/1. E. CAHN.

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