Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1918-09-27 · 39 (27.9.1918) · p. Seite 474

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
39 (27.9.1918)
Date
1918-09-27
Page
Seite 474 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9102973-9138410--02353-9075175
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

474 Du Jüdisch« Echo Nr. 39 Dfe Agudas - Jisroel - Jugendgruppe München veranstaltete am 24. September eine Versammlung, die einem doppelten Zwecke gewidmet war: einmal der Berichterstattung über den Würzburger Bundestag, weiters der Qründiung einer JE s r a“ - Q r u p p e. Herr Max Cohen- Köln legte die Gedanken und Ziele der A.J. dar, wie sie sich aus den Würzburger Verhandlungen herausschälten: das Bewußtsein der Einheit der Judenheit, das den — trotz Erfüllung der Thoravorschriften mehr und mehr entjudeten — deutschen Thoratreuen allzusehr verloren gegangen ist; die Förderung des Lernens und Verbreitung des Thorawissens; die mit Herz und Gemüt zu betätigende Übung der Mizwauß; die Kräfteentfaltung auf dem Gebiete sozialer Arbeit — alles alte Ideen, die nur neu zu beleben und zu stärken sind. Zum Schluß berührte der Redner die Fragen der Propaganda und der Arbeitsgemeinschaft, in beiden den Standpunkt der Selbstgenügsamkeit und Separation unterstreichend, um endlich die Wichtigkeit der Heranziehung und Vorbereitung der Schuljugend und ihrer Erziehung zu einem tüchtigen Agudahnachwuchs in den jetzt überall in Deutschland entstehenden Esragruppen hervorzuheben. In der Aussprache, die sich ausschließlich mit der in München zu gründenden Esragruppe beschäftigte, hob zunächst Herr R o 11 e r hervor, wie wichtig es sei, wenn die jüngere gesetzestreue Jugend ihre körperlichen und geistigen Bedürfnisse, soweit sie außerhalb des Bereichs von Familie und Schule fallen, in einer einzigen und einheitlichen Gemeinschaft befriedigen könne. Ihm schloß sich Dr. A. F r a e n k e 1 an, der aber gleichzeitig nachdrücklichst betonte, das Werk könne nur dann zum Heil der Jugend ausschlagen, wenn es im Einvernehmen mit den örtlichen nationalen Jugendorganisationen geschehe und jede feindliche Gesinnung und Taktik ihnen gegenüber unterbleibe; wenn in dieser Beziehung auf beiden Seiten vielfach örtliche Fehler vorgekommen seien, so scheine doch die J.O. der Agudah mehrbelastet durch das Auftreten ihrer Leitung gegenüber Blau-Weißen in Würzburg (es handelt sich um die vielbesprochene „Ausweisung“ von Blau-Weißen), und dieses Auftreten sei zur Bereitung einer gereinigten Atmosphäre für die ganze Esragruppe aufzuklären. Dieses Verlangen begründete weiter Herr M. David- Berlin. Die folgenden Redner brachten keine völlige Aufklärung jenes Würzburger Vorfalls. Nach G. Fränkels Darstellung war die Ausweisung in keiner Weise durch das Verhalten der Blau-Weißen begründet; ihm trat entgegen Max Cohen. Frl. B. Ehrentreu erntete Beifall durch, ihre warmherzigen Worte, in denen sie einerseits die unabweisbare Notwendigkeit der Neugründung vom gesetzestreuen Standpunkt aus betonte, aber anderseits die Aufrichtung einer Kampfesfront seitens der Agudah ablehnte und auch ihrerseits den erwähnten Würzburger Vorgang bedauerte. Doch verhinderte der Vorsitzende mit Zustimmung der Majorität der Versammlung durch Abschneiden der Verhandlung über diesen Punkt, die Abstimmung über eine Resolution, worin das Bedauern über jenen Vorfall und ein Bekenntnis zu friedlichem Arbeiten ausgesprochen werden sollte. Im Lauf der weiteren Aussprache wurden u. a. von den Herren Amtmann, G. Ehrentreu und Frl. B. Ehr ent reit konkrete Anregungen gemacht betreffend die Ausgestaltung der Esragruppe, deren Tätigkeit am Simchas-Thorah- Nachmittag eröffnet werden soll. Für die Eltern sprachen noch Herr Felix Feuchtwanger und Frau Ascher. Auf eine Anfrage Herrn H a s k e 1 s präzisierte Frl'. B. Ehrentreu den praktischen Standpunkt gegenüber dem Münchener Blau-Weiß dahin, daß zwar seitens der Esra auch nach Möglichkeit gewandert werden solle, daß aber die hier zahlreich vorhandenen thoratreuen Wanderer nicht aus dem Blau-Weiß herausgezogen werden sollten. Im übrigen sei ihnen, wer kommen wolle, willkommen. Einen wesentlich anderen Standpunkt nahm in seiner Schlußrede Herr Cohen ein, der im Namen der Gesamtorganisation erklärte, daß die Esra selbstverständlich versuchen müsse, die gesamte gesetzestreue Jugend für sich zu gewinnen. Mit der offiziell erklärten Gründung der Münchener Esra-Gruppe*) schloß in später Abendstunde die Versandung. Natlonalfonds-Spenden. Helene Hanna Cohn gratuliert Theo Harburger und Dr. Elias Auerbach zum E. K. I. M. 1.—. Münchner S p e nf d)iei<n\ib u o4h : Paul Grünbaum und Frau anläßlich der Geburt ihres Sohnes M. 20.—. Dieselben danken allen Freunden und Bekannten für erwiesene Aufmerksamkeiten M. 10.—. Goldenes Buch) Raphael) Hirsch Grünbaum: Ergebnis der Versteigerung des Benschens auf der Brith-Milo Grünbaum, ersteigert von den Herren Orljansky und Bogopolski M. 205.—.. H e r z 1 - W a 1 d : S. Jakubowitz, Lodz, auf den Namen von Raphael Hirsch Grünbaum 1 Baum: M. 6.—. — Levi und Frieda Spielmann pflanzen auf den Namen Raphael Hirsch Grünbaum einen Baum: 6 M. — Herrn und Frau Grünbaum zum Dank auf den Namen Raphael Hirsch Grünbaum (durch Gertrud Löwenstein) einen Baum: M. 6.—. Notstandsaktion. VereinBne Jehudä gratuliert Herrn und Frau Grünbaum zur Geburt des 2. Jungens M. 5.—. Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“. München. Sonntag, den 29. Sept., nachmittags 3 Uhr: Sukkos-Heim-Abend. Liebigstraße 39. Alle Jungens und Mädels müssen kommen. Jüdischer Turnnud Soort-Verein München. Das Mädchenturnen beginnt für beide Abteilungen am Montag, den 30. September von 6—8 Uhr im Realgymnasium. *) Vergl. auch die redaktionellen Bemerkungen zu dem in dieser Nummer abgedruckten Brief Levingers. p—>c==ooc==^^ Druckarbeiten für den Geschäfts-Bedarf in vornehmer und wirksamer Ausstattung, unter Verwendung guter u, preiswerter Papiere liefert Buchdruckerei B. Heller München Herzog Maxstraße Nr. 4 L--

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.